21.05.2026 – Nordries-Radtour
03.05.2026 – Die Trochtelfinger Schlösser und ihre Bewohner – 26. Rieser Kulturtage

25.04.2026 – Schwalb-Wanderung
21.04.2026 – Bildungsreise nach Hilpoltstein




Der Ausflug führte die Teilnehmer nach Hilpoltstein, der Burgenstadt am Rothsee. Ernst Schwarzkopf begrüßte im Bus die Teilnehmer mit einem Gedicht von Eugen Roth und gab umfassende und interessante Informationen über das Reiseziel. Der erste Besuch galt der Firma „schocolat, confiserie café“. Bei einer Führung durch die Produktionsräume gab es viel Wissenswertes über das Produkt Schokolade zu erfahren und die Gruppe erlebte hautnah, wie die Verarbeitung erfolgt. Aus hygienischen Gründen wurde jedem Teilnehmer als „Schutzkleidung“ eine Haube, Überschuhe und ein Mantel angepasst, was etwas zur Erheiterung beitrug. Viele Arbeitsgänge erfolgen hier in Handarbeit, bis die leckeren Köstlichkeiten für die anspruchsvollen Genießer fertig sind. Es werden sehr hochwertige Rohstoffe ohne Konservierungsmittel verwendet, was sich natürlich auch in den Verkaufspreisen niederschlägt. Nach einer Entspannungspause im gemütlichen Café ging es nach Hilpoltstein. Bei einem geführten Stadtrundgang tauchten die Ausflügler ein in die Geschichte des Ortes. Das mittelalterliche Flair ist überall präsent. Es zeigt sich vor allem in den schmucken Fachwerkhäusern, Resten der Stadtmauer, der Burganlage und der ehemaligen herrschaftlichen Residenz. Mit der Einkehr im Gasthof „Zur Post“ endete der Aufenthalt in Hilpoltstein, das zurecht als Schmuckstück im Fränkischen Seenland bezeichnet werden kann. Auf der Rückfahrt bedankte sich der 2. Vorsitzende Hr. Zech bei Herrn Schwarzkopf für die Organisation und die ständige Auswahl neuer interessanter Ziele und bei Fahrer „Erol“ der Fa. Osterrieder. Er wies bei dieser Gelegenheit auch auf die in nächster Zeit stattfindenden Veranstaltungen des Vereines hin, sowie die vielseitigen attraktiven Angebote für die Mitglieder
18.04.2026 – Jahreshauptversammlung


16.02.2026 – Faschingsfeier der Seniorengymnastik-Gruppen am Rosenmontag
Mit einem Musikstück auf dem Akkordeon eröffnete Gerhard Schneid diese Faschingsrunde. „Wiedermal ist es soweit, jeder ist zum Spaß bereit“, begrüßte Irmgard Hoinle die Gäste, die gleich mit einbezogen wurden zum Mitsingen „Eine Seefahrt, die ist lustig“.

(Bild: Irmgard Hoinle)
Unser stv. Vorsitzender Wilhelm Zech, kam etwas später, da er zuvor noch einen anderen Termin hatte. Dafür berichtete er sogleich als Reiseleiter von den Erlebnissen einer Italien-Reise. Anschließend informierte uns Heidi Langer über „das moderne Rotkäppchen“. Eine Schunkelrunde sorgte zwischendurch für Bewegung. Interessant war der Vortrag von Maria Steiner über eine Fastenkur, die bei jedem guten Essen auf den nächsten Tag verschoben wurde. Über die Verwechslung zwischen einem Cholesterin-Spiegel und einem käuflichen Spiegel debattierten Heidi Langer und Irmgard Hoinle sehr angeregt. Macht alle mit bei diesem neuen „Gute-Laune-Hit“ forderte Irmgard Hoinle die Anwesenden auf gute Laune einfach überall zu zeigen und mitzusingen. Neuerdings gibt es in Wemding einen „Radar-Bus“. Wie aber die Polizei schon mal ausgetrickst wird, erfahren wir von Peter Blessin. Auch schilderte Wilhelm Zech eine sehr interessante „Begegnung am Marktplatz“. Nach einer Schunkelrunde hörten wir von einer Steuerfahndung im Urwald durch Peter Blessin.
Am Ende dieses kurzweiligen Nachmittags wurde von allen gesungen „Es war doch heute wieder schön“ nach der Melodie: Mein Vater war ein Wandersmann.
Zum Ausklang des Nachmittags bedankte sich Irmgard Hoinle bei allen Gästen, beim Musikanten Gerhard Schneid, bei den Mitwirkenden für die schönen Stunden und beim Kronenwirt für das gute Essen.
05.02.2026 – Entwicklung der Sparkasse Wemding
15.12.2025 – Adventsfeier der Senioren-Gymnastikgruppe
(Bild: Irmgard Hoinle)
Schulter an Schulter“ war das Thema der Adventsfeier zu der die Übungsleiterinnen Elisabeth Mayer und Irmgard Hoinle eingeladen hatten. Die herzliche Begrüßung durch Elisabeth Mayer richtete sich an alle Anwesende, vor allem an Stadtpfarrer Wolfgang Gebert, Pfarrvikar Rainer Herteis, dem Vereinsvorsitzenden Gottfried Hänsel und der Ehrenvorsitzenden Emmi Kilg. Mit einem Musikstück auf dem Akkordeon von Pfarrvikar Rainer Herteis begann Adventsbesinnung. Dem Thema entsprechend trugen Elisabeth Mayer, Heidi Langer, Maria Steiner, Peter Blessin und Irmgard Hoinle Texte vor in denen das zwischenmenschliche Miteinander hervorgehoben wurde. Zwischen den Textbeiträgen sangen alle Anwesenden weihnachtliche Weisen, die Pfarrvikar Rainer Herteis mit dem Akkordeon untermalte. Die Worte der Besinnung zur Advent- und Weihnachtszeit von Stadtpfarrer Wolfgang Gebert gaben wieder einmal Anlass zum Nachdenken. Gottfried Hänsel betonte die Wichtigkeit des Krankenpflegevereines. Er las die Geschichte vom fliegenden Teppich vor, die zum Reflektieren und Schmunzeln einlud. Nach der Kaffeepause mit verschiedenen Stollen und Früchtebrot trug Heidi Langer den Textbeitrag „Ich wünsche dir für diesen Advent einen Engel“ vor. Von Ingrid Waniaus wurde „Die weihnachtliche Besinnung“ dargeboten. Renate Eckl erzählte noch das Märchen „Es war einmal ein Mensch“. Das Schlußlied „Süßer die Glocken nie klingen“ bildete den Abschluß des adventlichen Nachmittages.
06.12.2025 – Winterwanderung mit den Zielen Doosweiher und Marienkapelle am Alten Wolferstädter Weg.

Ca. 16 Wanderer starteten bei trüber Witterung am Sportgelände. Von dort aus wanderten wir in Richtung Sandbrunn und Doosweiher. Hier haben wir uns die ausgeführten Sicherungsmaßnahmen vom Weiherdamm und Bachführung angeschaut. Um das zweite Ziel zu erreichen überquerten wir die Kreisstraße DON 20 und gingen den kleinen Anstieg hoch zur Wolferstädter Wegkapelle. Die kleine Marienkapelle kann auf eine 500-jährige Gebetstradition verweisen. Die Kapelle wurde zu Ehren des Hl. Wolfgang erbaut. Die heutige Kapelle aus dem 18. Jahrhundert ist der Mutter Gottes geweiht. In mühevoller ehrenamtlicher Arbeit fand eine umfassende Sanierung und Restaurierung statt. Hielten hier eine kleine Statio und hatten bei einer Gebetsbetrachtung unseren Schöpfer gedankt. Die Rückkehr erfolgt über den Alten Wolferstädter Weg in Richtung Wemding. Der Weg führt uns wieder am Parkplatz Sportplatz TSV vorbei und über die Robertshöhe erreichen wir die Altstadt.
13.11.2025 – Konzert-Lesung zum Thema Demenz mit Frau Dr. Sarah Straub
(Fotos: Herr Günter Schmidt, Feuchtwangen) 
07.10.2025 – Bildungsfahrt nach Königsbronn
Die Bildungsfahrt führte nach Königsbronn auf der Ostalb, einem der ältesten Industriestandorte Deutschlands. Die Geschichte der Eisenverhüttung und Eisenverarbeitung lässt sich hier an vielen Stellen nachvollziehen. Grundlagen waren die Wasserkraft von mehreren Karstquellen, der Holzreichtum der umliegenden Wälder und die Bohnerzfunde in der Umgebung. Ein historischer Spaziergang und die Besichtigung der Königsbronner Flammofenanlage, die ein äußerst seltenes Dokument für einen Teilbereich der Eisenveredelung aus dem 19. Jhd. darstellt, waren die Höhepunkte der Exkursion. Kultur erlebten wir bei einer Führung durch das örtliche Kannenmuseum mit rund 3000 Ausstellungsstücken in der ehemaligen Pfisterei. Das hier untergebrachtes Museums-Café, lud zum Abschluss zur gemeinsamen Kaffeepause ein. Unserem Reisebegleiter Ernst Schwarzkopf gebührt herzlicher Dank für die souveräne Vorbereitung des Ausflugs und der Führung.
27.09.2025 – Erkundung des neuen Radwegs von Wolferstadt in Richtung Wemding bis zur Einfahrt zum Doosweiherareal
Auf dem Foto unter anderen Gottfried Hänsel, Philipp Schlapak, Andreas Eigenmann und Klaus-Peter Auernhammer. Foto: Vereinsarchiv Liebe Freunde unserer Kultur-Radsportgruppe, bei unserer Radtour am Samstagnachmittag hatten wir stabiles Wetter und waren von der neuen Radwegführung über Steinbühl nach Wolferstadt sehr angetan. Ein Kompliment darf ich Bürgermeister Philipp Schlapak und seinem Gemeinderat aussprechen. Philipp Schlapak und sein Gemeinderat haben zügig die Grundstücksverhandlungen geführt sowie in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt des Landkreises eine gefällige Planung des Radweges gut gestaltet. Kompliment! Schade, dass der Radweg mitten im Wald an sich endet und der Waldweg über Sandbrunn zum Sportgelände keine vernünftige Lösung darstellt. Vor allem der grobgliedrig aufgetragene Schotter von Sandbrunn nach Wemding stellt eine Gefährdung des Radfahrers dar. Wir können nur hoffen, dass der Wemdinger Stadtrat mittelfristig den Bauabschnitt II in Richtung Wemding verwirklicht. Unsere Route führte uns über Hechlinger See nach Megesheim. Die Einkehr im Gasthof Trollmann erwies sich als getroffen. Unsere Rückfahrt über Laub wies auf Grund der anwachsenden Rohrach eine Herausforderung auf. Trotzdem war es ein schöner gelungener Nachmittag mit einer freundlichen Aufnahme in Wolferstadt. Lieben Dank an Bürgermeister Philipp Schlapak für die Begrüßung und Vorsitzenden der Dorfladen GbR, Andreas Eigenmann für die Präsentation seines Dorfladens. Viele Grüße, Gottfried Hänsel
18.09.2025 – Einladung zum Altstadtspaziergang zur Evangelischen Christus-Kirche
Bilder: Erich Rieder Text zur Veranstaltung folgt
07.09.2025 – Per Rad bzw. mit PKW-Fahrgemeinschaften den Luftkurort Pappenheim besucht
Foto : Monika Nawrath 22 Radfreunde und 16 weitere Mitglieder per PKW besuchten die ehemalige Residenzstadt Pappenheim gelegen im schönen Altmültal und erlebten einen kurzweiligen Sonntag mit herrlichem Sonnenschein. Fremdenführer Erwin Knoll gab der Wemdinger Reisegruppe einen Einblick in die reiche Stadtgeschichte von Pappenheim. Im besten Sinne des Wortes war er ein guter Botschafter für seinen „Naturpark Altmühltal“. Pappenheim weist Flair auf und wird von den Tourist-Radlern sowie Kanusportlern starkfrequentiert. Das Neue wie auch das Alte Schloss, das Rathaus, die Galluskirche wie die beiden Marienkirchen der Evangelischen Kirchengemeinde und der Kath. Pfarrei prägen die geschichtsträchtige Stadt in besonderer Weise. Dem Bürgermeister Florian Gallus und seinem Stadtratsgremium ist mit dem Europahaus für Touristen und Bürgerschaft ein besonderes Meisterwerk gelungen. Das einladende Gebäude kostete über 3 Millionen EUR und wurde von der EU mit einer hohen Fördersumme bedacht. Die St. Galluskirche stellt einen bemerkenswerten Sakralbau in Franken im 9. Jahrhundert dar. Interessant für die Wemdinger war, dass Pappenheim durch eine Schenkung der in Pappenheim ansässigen Edelfrau sich lange Zeit im Eigentum des Schweizer Klosters St. Gallen befand. Bei der Mittagseinkehr beim Lindenwirt konnte die Gruppe fränkische wie bayrische Spezialitäten genießen. Vor der Rückfahrt besuchten wir die Weidenkirche im Freizeitareal von Pappenheim. Bei dieser Kirche der Stille war an diesem Tag das Kirchendach der Bayerische Himmel. Alle teilnehmenden Freunde und Gäste unseres Vereins waren angetan von der Ausstrahlungskraft des Luftkurortes Pappenheim, der Freizeitperle im Naturpark Altmühltal.
29.07.2025 – Ganztagesfahrt mit Ziel Schwäbisch Hall
Am 29.Juli führte die Bildungsfahrt nach Schwäbisch Hall. Ernst Schwarzkopf begrüßte mit einen Sommergedicht die Teilnehmer und freute sich besonders Hr. Gottfried Hänsel (1. Vorsitzender) und Wilhelm Zech (2. Vorsitzender) willkommen zu heißen. Auf der Hinfahrt gab er bereits interessante Informationen über die Region Hohenlohe und die Stadt Schwäbisch Hall in kurzweiliger Form. Die Reisenden erfuhren u.a., dass die „Hohenloher“ keine Schwaben sind, sondern Franken, worauf sie größten Wert legen, obwohl die Region zu Baden-Württemberg gehört. Es handelt sich um einen Landstrich voller Geschichte, mächtiger Grafen und Fürsten, sowie Weltmarktführern, die heute in Wirtschaft und Innovation Maßstäbe setzen. Bei einer Entdeckungsreise durch den historischen Stadtkern gab es viel zu entdecken: pittoreske Brücken über den Kocher, charmant restauriertes Fachwerk aus dem Mittelalter, daneben barocker Stuck sowie Fassadenmalerei aus der Renaissance. Auch der Kirche St. Michael, dem mittelalterlichen Wahrzeichen mit wertvollen Kunstschätzen galt ein Besuch. Das Eintauchen in die Geschichte der Stadt bot viel Spannendes an Wissen: So deutet der Name Hall auf reiche Salzvorkommen hin, die Familien der „Sieder“ legten die Grundlagen des Wohlstands in Schwäbisch Hall und auch der „Heller“, die alte Münze hat hier ihren Ursprung. Gestärkt durch das Mittagsmahl in einem der zahlreichen Brauereigaststätten, erwartet die Reisenden ein ganz anderes Highlight kultureller Art: Die Kunsthalle Würth. Der Unternehmer Reinhold Würth hat nicht nur ein Weltmarktführerunternehmen für Schrauben und Befestigungsmaterial erschaffen. Er hat, als Förderer von Kunst und Kultur auch hervorragende Kunstmuseen geschaffen und lässt an seiner Kunstsammlung die Öffentlichkeit teilhaben. Eine Führung durch die derzeitige Sonderausstellung „Die Dritte Dimension im Bild“ gab Einblicke in das Bildgebungsverfahren der Holografie. Die Gruppe erlebte hier vollkommen neuartige virtuelle Seherlebnisse, wie z.B. Bilder, die sich in den nächsten Sekunden verändern und die mehr als eine Lesart zulassen, sei es real oder visuell. Was bleibt ist „Staunen“. Auf der Rückfahrt gab es noch einen kurzen Stopp an der „Christophorus-Autobahnkirche für das gemeinsame Gruppenfoto. Herr Hänsel bedankte sich im Namen der Teilnehmer bei Hr. Schwarzkopf. Es war wieder einmal eine hervorragend ausgearbeitet Fahrt gewesen und er freue sich schon auf die nächste im Herbst
26.07.2025 – Kulturradeln nach Bissingen und Buggenhofen
Bissingen Wallfahrtskirche Buggenhofen
Fotos: Vereinsarchiv Für unsere Abschlussrundfahrt „Stadtradeln Wemding 2025“ wählten wir die Marktgemeinde Bissingen, das wirtschaftliche Zentrum des oberen wie unteren Kesseltal, aus. Die Route führte uns über die Riesgemeinde Mönchsdeggingen in den Landkreis Dillingen. Dabei waren die Teilnehmer über den neuen Radweg von Mönchsdeggingen bis Bissingen sehr angetan. Das erste Ziel war die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt zu Buggenhofen. Die Kirchenführerin Frau Boos (geborene Hermann aus Fünfstetten) gab uns Einblick über die Entstehungsgeschichte der Kirche. Dank eines gefundenen Marienbildes entstand der Gedanke in Buggenhofen eine Marienkirche zu bauen. Sie erklärte uns im Detail die einzelnen künstlerisch wertvoll gestalteten Deckengemälde sowie die Altäre. Die Marienkirche wird von Mai bis Oktober nach Restaurierung der Kirche und nach der Corona Pandemie vermehrt von Fußpilgergruppen aus der Region aufgesucht und erfreut sich einen großen Zuspruch der gläubigen Menschen. Im Biergarten des bekannten Gasthauses Krone in Bissingen fanden wir eine gastfreundliche Aufnahme. Service wie Qualität sprachen für sich und dienten als bester Werbeträger für das gastliche Haus. Das Nachmittagsprogramm begann mit der herzlichen Begrüßung von Ersten Bürgermeister Stephan Herreiner. Er holte unsere Radlergruppe vom Gasthaus ab und begleitete uns in sein Rathaus. Im Sitzungssaal gab Bürgermeister Herreiner Aufschluss über die Geschichte seiner Marktgemeinde Bissingen. Im zweiten Teil seiner Ausführungen erklärte er den Besuchern die aktuelle kommunale wie wirtschaftliche Lage seiner Marktgemeinde. Zur Geschichte: Die Gründung erfolgte im 6. Jahrhundert n. Chr. von alemannisch mero-wingischen Siedlern, die sich am Ort niederließen. Bei den Ortsnamen „Bissingen“ handelt es sich um einen echten -ingen-Namen, der in diese frühe Zeit der Ortsbesiedlung zurückreicht. Bissingen war mit hoher Wahrscheinlichkeit die älteste dauerhafte Stiftung im gesamten unteren Kesseltal und gilt daher als „Urmark und Urpfarrei“. Urkundlich taucht der Ort Bissingen erstmals 1140 in einer Urkunde auf, bei der es um eine Schenkung der Edelfreien von Fronhofen an das Chorherrnstift Berchtesgaden geht. Von besonderer Bedeutung für Bissingen ist eine Wallersteiner Urkunde vom 24. Januar 1281, in welcher der Ort erstmals als „Markt Bissingen“ („forum bizzingen“) bezeichnet wird. Im 12. Und 13. Jahrhundert war Bissingen Bestandteil der Herrschaft Hohenburg. Vor dem Jahre 1281 gelangte die Herrschaft Hohenburg mit weiten Gebieten des Kesseltals an die Grafen von Oettingen. Diese veräußerten 1455 die Herrschaft Hohenburg mit Bissingen an Hans Schenk von Schenkenstein. Im Jahre 1557 kaufte der Landsknechtsführer und Stadthauptmann der Reichsstadt Augsburg, Sebastian von Schertlin von Burtenbach. 1661 nach rund 200 Jahren gelang Bissingen wieder in den Besitz des fürstlichen Hauses Oettingen-Wallerstein. Bissingen war bis 1806 Sitz eines wallersteinischen Oberamtes, das ab 1818 als fürstliches Herrschaftsgebiet bezeichnet wurde. Nach Aufhebung der fürstlichen Gerichtsbarkeit errichtete Bayern in Bissingen ein Bayerisches Landgericht, das dann 1862 dem Amtsbereich Höchstädt zugeordnet wurde. Sehenswert ist auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul, die 1860 neu gebaut wurde. Sie steht unmittelbar neben dem Rathaus und dem Schloss und diese drei markanten Gebäude stellen den kulturellen Mittelpunkt der Gemeinde dar. Aktuelle kommunale und wirtschaftliche Lage: Die Marktgemeinde Bissingen weist einen großen Flächenumgriff von 64,22 km² im unteren Kesseltal auf und ist in Schwaben die flächengrößte Gemeinde. Sie umfasst 18 Ortsteile und über 20 Weiler. Bissingen zählt 3.800 Einwohner; wobei der Kernort 1500 Bürger zählt. Bürgermeister Herreiner führt aus, dass beachtliche Unternehmen wie Molkerei Gropper, Auer-Getränke, Finkl-Karosseriebau sowie Rieder-Brückenbau und ein gut strukturierter Mittelstand eine beachtliche Wirtschafts- und Steuerkraft am Ort leistet. Allein die weltweit tätige Molkerei Gropper beschäftigt 900 Mitarbeiter und befindet sich nach wie vor im Familienbesitz Gropper. Mit einem Haushaltsvolumen von 24 Millionen EUR kann Bürgermeister und Gemeinderat die vielfältigen kommunalen Aufgaben wie Kanalbau, Straßenerschließung, Grund- und Hauptschule, Kindergärten und Krippengruppen, Feuerwehrgebäude und Vereinshäuser Jahr für Jahr anpacken. Auf Grund der Fülle an kommunalen Aufgaben in den Teilgemeinden ist seine Bürgermeisteraufgabe, so Stephan Herreiner eine Herkulesarbeit. Nach diesem interessanten Kommunalaustausch mit dem sympathisch wirkenden Bürgermeister Stephan Herreiner ging die Radtour nach Kesselostheim weiter, um zum einen die Holzkapelle am Berghang oberhalb der Kessel aufzusuchen (Stiftung des Unternehmers Denzel aus Wertingen) und zum anderen sich am Naturkneippbad an der Kessel zu erfrischen. Die Fortsetzung der Wegroute führte uns über Reichertsweiler Hof, Wörnitzstein nach Harburg. Am Wörnitzstrand gab es für die Radler ein leckeres Eis. Die Rückfahrt über Ronheim, Katzenstein, Heroldingen, Bühl nach Wemding erwies sich als besonderer Härtetest. Kurz nach Ronheim noch vor Katzenstein gab es starken Regen und wir waren bei der Ankunft mehr als „gebadet“. Insgesamt fuhren die Teilnehmer per Rad 75 km und für alle 11 Radfahrer/innen und dem Ehepaar Carl und Margit Ziegelmüller (PKW-Teilnehmer) war der Ausflug zur Marktgemeinde Bissingen ein besonderes und kurzweiliges Erlebnis. Abschließend bedanke ich mich sehr herzlich bei unserem 3. Vorsitzenden Herrn Martin Ziegler für die Organisation „Stadtradeln 2025“ für unseren Verein ambulante Krankenpflege Wemding. Mit viel Umsicht und Beharrlichkeit hat er unser Radteam bestens betreut und zu einer Spitzenleistung von 8703 km hingeführt. Mein Dank gilt auch allen Radfreunden, die unser Team stärkten und kräftig in die Pedale stiegen. Freuen wir uns über das großartige sportliche Ergebnis. Gottfried Hänsel 1. Vorsitzender Verein für ambulante Krankenpflege Wemding
24.07.2025 – Altstadtspaziergang zum Thema „Geschichte der drei Mühlen an der Wolferstädter Straße“
Bei diesem Stadtspaziergang wurde die Geschichte der „Johannisvorstadt“ (Wolferstädter Straße) erkundet. Die Archivunterlagen berichten uns, dass in der Johannisvorstadt die drei Mühlen – Vordere Mühle (heute Schreinerei Bachl), Schleifmühle (Familie Franziska Jilg) und Äußere Mühle (Familie Josef Steinle) – bis ins 19. Jahr-hundert im Eigentum der Stadt Wemding waren. Danach ergab sich ein Wandel in den Privatbesitz der jeweiligen Müller. Früher bestand auch am Ortsaugang über mehrere Generationen Ziegelei Laber mit Kalkwerk. Familie Fackler gab uns dazu weitere geschichtlichen Aufschluss. Bei unserem Altstadtspaziergang gab es jeweils kleine Halte an den jeweiligen Standorten, wir tauschten uns mit den heutigen Eigentümern über die Hausgeschichte aus. Am Ende unserer Erkundung führte die Route über den Kalvarienberg zurück in die Altstadt. Eine Einkehr planen wir in der Pizzeria Francesco, Oettinger Straße.
08.07.2025 – Kultur-Radelausflug mit Besuch der Ipfmesse in Bopfingen
Am Dienstag, den 8. Juli 2025 starteten 12 Radler/innen zum zweiten Kultur-Radausflug mit Ziel „Besuch der Ipf-Messe“. Die Abfahrt erfolgte am Kolpingheim um 13:00 Uhr. Über gute Feldwege und Radwege führte die Route über Rudelstetten-Deiningen-Heutal nach Nördlingen. Von Nördlingen gings auf Radwegen entlang der Bahnstrecke nach Bopfingen. Die Ipfmesse wird im Ostalbkreis über sechs Tage lang als „Kultveranstaltung“ mit echtem Brauchtumscharakter gefeiert. Sie findet am Fuße des Ipfs statt und alle Messbesucher teilen das Jahr in zwei Jahreszeiten auf: „Vor der Mess und nach der Mess“. Die Ipf-Messe zählt zu den schönsten Messfesten im Land Baden-Württemberg und manche meinen gar, die Ipf-Messe sei noch schöner als die Nördlinger Messe. Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Der letzte König von Baden-Württemberg besuchte auch einst die ehemalige kleinste freie Reichsstadt im Lande und bestieg mit seiner Delegation den Ipf. Auf dem Bergtableau sah er gegen Osten eine beachtliche Stadt mit den Namen Nördlingen. So fragte er die Bopfinger: Gehört die Stadt auch zu meinem Königreich? Sie verneinten diese königliche Frage. Letztlich war sein Kommentar: „Da hat wohl mein dümmster Minister die Grenzverhandlungsgespräche geführt.“ Die Bopfinger waren einst über ihren König wegen der zu entrichteten Abgaben (z. B. eine Fuhre Eier mussten abgeliefert werden) sehr erzürnt. Als die jährliche Abgabe wieder anstand, haben die Bopfinger den Eierwagen voll beladen. Bedingt ihrer aufgestauten Wut, haben sie die Eier im Wagen barfüßig eingestampft, und sagten dabei: „Der König soll doch seinen Rachen voll bekommen.“ Seit diesem Ereignis heißen die Bopfinger „Gelbfüßler“.
26.06.2025 – Impulsvortrag „Vorsorge treffen mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ Referent: Claudius Bischoff
Trotz sommerlicher Hitze nahmen ca. 35 Personen den Termin zu diesem hoch aktuellen Thema wahr. Durch den fachlich fundierten Vortag von Herrn Bischoff kam es zu einer sehr lebhafter Diskussion unter den Teilnehmern. Die wichtige Funktion der Fachberatung „Besondere Soziale Angelegenheit“ im Landratsamt wurde dabei deutlich. Nachstehend nochmals die Einladung zu diesem Vortrag. 
01.06.2025 – Kultur-Radausflug ins schöne Ries nach Holheim, Utzmemmingen und Kleinerdligen.

(Fotos: Vereinsarchiv) Nach der Ankunft im Geotop Lindle und der Begrüßung durch Geoparkführer Karl-Heinz John bekam die Kultur-Radgruppe vom Verein für ambulante Krankenpflege Wemding eine Einführung in das Meteoriten Einschlagsereignis und die Historie des Geotops, welches früher ein Steinbruch der Fa. Arlt war. Heute kann man sagen, ist es ein Fenster in die Erdgeschichte. Bei bestem Wander-wetter ging es auf dem Rundweg, vorbei an verschobenen Gesteinsformationen, – wo auch die Zertrümmerungen durch den Einschlag sichtbar sind – durch eine Niederwald Schonung, zur neu errichteten Aussichtsplattform. Hier hatte man einen herrlichen Blick über das Ries, den Krater, die Stadt Nördlingen und über die Ausdehnung des Geotops. An der letzten Station waren die Astronautenbesuche der Apollo 14 und 17 Mission das Thema. Diese besuchten zusammen mit den Wissenschaftlern der Universität Tübingen das Ries, um ein „Field“ Training durchzuführen und dabei die Geologie des Kraters zu verstehen, da diese Geologie auch auf dem Mond erwartet wurde. Vorsitzender Gottfried Hänsel bedankte sich beim gut bekannten Geopark-Führer aus der Heimat und meinte, dass Karl-Heinz John mit einem sehr profunden Wissen den Geopark Besuchern die Ries-Geschichte von 15 Millionen Jahren in 1,5 Stunden nachhaltig näher brachte. Mit einem Krater Gin stärkte man sich für die Weiterfahrt ins Württemberger Land nach Utzmemmingen zur Mittagsrast im Landgasthof Adler. Das Nachmittagsprogramm sah eine Kirchenführung in der St. Johann-Baptist-Kirche in Kleinerdlingen, Stadtteil von Nördlingen vor. Kirchenführer und Mesner Josef Sientz nahm die Wemdinger und Amerbacher Radler herzlich auf und erklärte, dass seine Vorfahren aus Amerbach-Kreut stammen. Die Kirche, die im letzten Jahr ihr 200-jähriges Jubiläum begehen konnte, ist bezüglich des Baustils in der Region ein Unikat. In der Vorankündigung im Amtsboten wurde hierzu umfassend Aufschluss gegeben. In der Pfarrkirche steht eine Nachbildung zur Wemdinger Mutter Gottes und Sientz führte aus, dass die Marienverehrung in Kleinerdlingen seit Generationen im Kirchenjahr einen festen Bestand habe. Das Pfingstfest wird in der Pfarrgemeinde sehr würdig gefeiert. Am Schluss der Messfeier regnet es von oben herab im Altarraum Rosen. Dies soll symbolisch einen Gruß vom Vatikan zum Pfingstfest darstellen. Die Kultur-Radlergruppe gut 20 an der Zahl brach auf Grund der herannahenden Gewitterwolken die Heimfahrt an und verzichtete auf Kaffee und Kuchen im Cafè Altreuther in Nördlingen.
29.04.2025 – Halbtagesfahrt Augsburg – Fuggerei und Altomünster
Gruppenfoto in Altomünster (Monika Nawrath) Ziele der Bildungsfahrt waren die Fuggerei in Augsburg, die älteste Sozialsiedlung der Welt, sowie der Markt Altomünster. Im Bus begrüßte Hr. Schwarzkopf die Reisegruppe mit einem Frühlingsgedicht und stimmte sie auf das erste Reiseziel ein. Der 1.Vorstizende Hr. Gottfried Hänsel konnte leider wegen eines anderen wichtigen Termines nicht dabei sein, ließ jedoch herzliche Grüße ausrichten. Ein Überblick über die Bedeutung der Familie Fugger und ihre Geschichte machte schon auf der Anfahrt neugierig auf die anschließenden Führungen, die in 2 Gruppen vor Ort durchgeführt wurden. Seit 1367 in Augsburg ansässig, stiegen die Fugger zunächst über den Verlag von Webwaren in drei Generationen zur führenden Kaufmannsfamilie der Reichsstadt auf. Jakob Fugger dem Reichen gelang es aufgrund seiner Beziehungen zu den Habsburgern, durch Verknüpfung von Edelmetall, Waren und Finanzierungsgeschäften, als erfolgreichster Bankier seiner Zeit in die Geschichte einzugehen. Unter seinem Nachfolger Anton verlagerten sich die Geschäfte zunehmend nach Spanien. Dort stellte die Firma dann um 1650 ihre Tätigkeit ein. Mit den Erträgen aus dem Handel erwarben drei Generationen bis 1600 umfangreichen Grund- und Herrschaftsbesitz, der seit Anton Fugger zur neuen wirtschaftlichen Basis der Familie wurde. Die Familie wandelt sich. Aus Kaufleuten wurden Adelige, die wichtige Positionen in Kirche und Reich errangen. Mit einem Teil ihres Vermögens gründeten die Fugger eigenständige Stiftungen, wie z.B. die Fuggerei, um deren Fortbestand sie sich bis zum heutigen Tag kümmern. Beim Gang durch die „Stadt in der Stadt“ gab es viel Interessantes über Vergangenheit und Gegenwart zu erfahren. Seit einem halben Jahrtausend leben hier nahezu ununterbrochen bedürftige katholische Augsburgerinnen und Augsburger, die für eine Gegenleistung von drei Gebeten am Tag und heute 88 Cent Jahreskaltmiete wohnen und Hilfe zur Selbsthilfe finden können. Bereits beim Tod Jakob Fuggers im Jahr 1525 war die Fuggerei mit 52 Häusern planmäßig fertiggestellt und seither immer in Stand gehalten und sogar erweitert worden. Heute umfasst sie 140 Wohnungen in 67 Häusern, sowie Verwaltungs- und Werkstattgebäude. Die Wohnungen entsprechen heutigen Standards, sie haben moderne Bäder, TV-Anschluss sowie Internet, und geheizt wird mit Fernwärme. Sogar eine eigene Kirche ist vorhanden. 4 Museen vermitteln Wissenswertes über Geschichte des Wohnens und Alltags sowie im Bunker über den Angriff, den Umfang der Zerstörung und den Wideraufbau während bzw. nach dem 2. Weltkrieg. Die Kaffeepause im Bauermarkt Dasing gab Gelegenheit zu manchem persönlichen Gespräch, bevor es weiter nach Altomünster ging. Im Ort warteten zwei „Heimatkundler, die uns sowohl mit der Geschichte des Marktortes, den Sehenswürdigkeiten und dem aktuellen Leben und dem ehemaligen Kloster des Brigittenordens, vertraut machten. Über 175 Jahre war das Kloster, das einzige dieses Ordens in Deutschland, ein Doppelorden für Nonnen und Mönche. Der sanierte historische Ortskern zeigte sich als wahres Schmuckkästchen, wobei den Höhepunkt sicherlich die Kloster- und Pfarrkirche St. Alto und St. Brigitta, einer der letzten großen Sakralbauten des Rokokos, mit prachtvoller Innenausstattung, bildet. Nach Auflösung des Klosters wurde ein großer Teil der vorhandenen Gebäude aufwändig saniert und einer zweckmäßigen weiteren Nutzung zugeführt. In gelöster Stimmung fand das gemeinsame Abendessen im historischen Gasthof Maierbräu statt, bevor es wieder nach Wemding ging. Fr. Nawrath bedankte sich auf der Heimfahrt bei Hr. Schwarzkopf für die Organisation und schloss mit dem Wunsch, es möge bald wieder eine Bildungsfahrt stattfinden. Mit einigen besinnlichen Worte und dem Dank an den Fahrer der Fa. Osterrieder verabschiedete Hr. Schwarzkopf die Teilnehmer.
21.03.2025 – 85. Geburtstag von Frau Emmi Kilg
Anlässlich des 85. Geburtstags unserer Ehrenvorsitzenden Frau Emmi Kilg überbrachten erster Vorsitzender Gottfried Hänsel und dessen Stellvertreter Wilhelm Zech die Grüße des Vereins (Bild: Vereinsarchiv).
08.03.2025 – Winterwanderung nach Huisheim
(Bilder: Vereinsarchiv) Bericht folgt!
14.02.2025 – Altstadtspaziergang mit Gesellschaftstag zum Valentinstag 

Gut 40 Mitglieder und Freunde fanden sich trotz Kälte zum Altstadtspaziergang am Treffpunkt Kapuzineranlage ein. Unser erstes Ziel war das ehemalige Landgerichtsgebäude, Mangoldstraße 6. Besitzerin Frau Holzinger-Hilt begrüßte die „Altstadterkundler“ und so wurde die Baugeschichte wie auch Nutzung des ehrwürdigen ehemaligen Behördengebäudes in Erinnerung gebracht. Die Hauschronik berichtet über die Jahrhunderte von einem häufigen Besitzerwechsel. Das Haus war lange Zeit im Besitz der Bürgermeisterfamilien Lang, Fischer und Schneid. Dieser Privatbesitz erstreckte sich im 16., 17. sowie im 18. Jahrhundert. Auch die Stadt Wemding erwarb mehrmals das stattliche Gebäude und vermietete dies zur Nutzung an die örtlichen staatlichen Behörden. In der Besitzerliste taucht auch Joseph Meyer, Badbesitzer und Lammwirt im Jahre 1830 auf. Nach kurzer Zeit verkaufte Meyer seine Immobilie an den Staatsärar, und dieser nahm als Mieter die staatliche Forstverwaltung auf. Im Jahre 1834 kaufte die Stadt Wemding die Liegenschaft in bester Altstadtlage und übergab das Gebäude dem Staat zur Nutzung als Landgerichtsgebäude. Voraus ging das Bittgesuch der Stadt um Wiedererrichtung des an das Landgericht Monheim abgegebene Pflegegericht Wemding. Der Rat bat um einen Ersatz und Bewilligung eines Landgerichts Wemding. Die Stadt erbot sich, hierfür das erforderliche Gebäude und den Landrichter zu stellen und den Transport der Akten selbst zu übernehmen. Es wurde nachstehender allerhöchster Bescheid erlassen: „Seine königliche Majestät vermöge allerhöchsten Reskripes vom 26. August 1834 in Rücksicht auf die große Ausdehnung des Landgerichtes Monheim zur Erleichterung der Gerichtsassen und zur Beförderung der Amtsgeschäfte den Wünschen und Anträgen des Landrates des Rezatkreises entsprechend allergnädigst zu genehmigen geruht, dass einige Bestandteile von dem Landgericht Monheim getrennt und hieraus ein eigenes auch mit der Kriminalgerichtsbarkeit versehenes Landgericht zweiter Klasse unter dem Namen Landgericht Wemding errichtet werde, das seinen Sitz in der Stadt Wemding und aus den Landgemeinden Amerbach, Fünfstetten, Gosheim, Hagau, Huisheim, Laub, Nußbühl, Otting, Ronheim, Wolferstadt und Zwerchstraß bestehe. Einbezogen werden auch die unmittelbaren kgl. Landgerichtssassen, die sich in den verschiedenen Gemeinden der Herrschaftsgerichte Oettingen befinden, jedoch bisher zum Landgericht Monheim gerichtsbar waren. Ab 11. Oktober 1834 wurden ernannt als Kgl. Landrichter Josef Florian von Dal`Armi, Als Aktuar Dr. Ulrich Baumann, bisher in Monheim, als Gerichtsdiener Franz Fuchs von Mühlhausen und als Gerichtsarzt Dr. Heßler. Am 2. Juni 1835 kam Leonhard Josef Bayer aus Kaltenbrunn als kgl. Advokat nach Wemding. Der Stadtmagistrat versäumte nicht am 16. November 1834 eine Dankadresse an Sr. Kgl. Majestät zu übersenden. Die Herren Beamten des neuen Landgerichts wurden dann am 15. Januar 1835 durch den Kgl. Regierungskommissar Manz feierlich installiert in Anwesenheit der betr. Geistlichkeit, des Magistrats, der Gemeindevorsteher, der Lehrer etc.. Nur wenige Jahrzehnte wirkte das Landgericht Wemding. Schon im Jahre 1862 wurde das Amt aufgelöst und dem Landgericht Monheim zugeschlagen. Das Staatliche Forstamt behielt weiterhin im Gebäude seinen Dienstsitz. Dem jeweiligen Förster wurde eine Dienstwohnung im Amtsgebäude überlassen und weitere Vermietungen bestanden. Nach dem II. Weltkrieg wurden 13 Mietparteien in die Mangoldstraße 6 eingewiesen, um der großen bestehenden Wohnungsnot am Ort zu lindern. Wegen der erheblichen Unterhaltskosten des Gebäudes trennte sich der Freistaat Bayern Ende der 50er Jahre von der Liegenschaft. Ernst Holzinger sen. erhielt den Kaufzuschlag und als Verkaufspreis musste er für das Staatliche Forstamt in der Hubertusstraße ein neues Haus bauen. Frau Holzinger-Hilt ging in ihren Ausführungen auf die jüngste Geschichte ein. Sie berichtete davon, dass ihr Großvater Ernst Holzinger nach Kauf der Immobilie um-fangreiche Sanierungen an „Dach und Fach“ vornahm. Im Erdgeschoß sowie im I. Stockwerk wurden bauliche Veränderungen umgesetzt und es entstanden letztlich für die damalige Zeit attraktive Geschäftsräume. Im Jahre 1960 wurde das Textilfachgeschäft eröffnet und es ergab sich sehr rasch ein gute Kundenzuspruch. Als versierter Textilkaufmann konnte Ernst Holzinger Senior sowie sein Sohn Ernst Holzinger und später in der dritten Generation Helga Holzinger-Hilt das Textilfachgeschäft erfolgreich führen. Vorsitzender Gottfried Hänsel bedankte sich bei Frau Helga Holzinger-Hilt für die gewährte Gastfreundschaft und wünschte Familie Holzinger-Hilt für viele weitere Generationen im Hause Mangoldstraße 6 Glück und Freude. Nach Spaziergang und Station im ehemaligen Landgericht Wemding und Textilhaus Holzinger fanden sich die „Stadterkundler“ gerne im Gasthaus „Zur Ente“ ein. Die gesellige Stimmung ließ nicht lange auf sich warten, nachdem 2. Vorstand Wilhelm Zech für beste musikalische Unterhaltung durch Auflegen von Schallplatten aus früherer Zeit sorgte. So kamen die Hits aus früheren Zeiten zur Geltung, wie: „17 Jahre blondes Haar, Tanze mit mir in den Morgen, Heisser Sand, Zwei Mädchen aus Germany und mit 17 hat man noch Träume.“ Nach Programmansage war ein Eintauchen in die Zeitepoche in Wemding nach dem Krieg, dem Aufblühen des Wirtschaftswunders Ende der fünfziger Jahre sowie den sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Veränderungen angekündigt. Markant war der Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen von rund 2000 Neubürgern in Wemding. Dies führte zunächst schon zu einem gemeinsamen Leben auf engsten Wohnverhältnissen, bedenke man, dass der damalige Wohngebäudebestand – gemessen zu heute in Wemding – ein Drittel betrug. Dies stellte für Bürgermeister Otto Bruckmeir und ab 1948 für Bürgermeister Engelbert Bayr eine Herkulesaufgabe dar. Sie mussten die Besitzenden einschränken, um den Ankommenden notwendigen Wohnraum zu geben. Anzuführen ist hier das kreative und soziale Wirken von Walter Thum, der mit einer gegründeten Handwerksgenossenschaft Flüchtlingen einen Berufsneuanfang eröffnete. Wemding war als Ackerbürgerstadt geprägt und wies über 200 mittlere und in der Vielzahl kleinere landwirtschaftliche Hofstellen auf. Vielfach gab es zur Landwirtschaft noch die Kombination eines Handwerks hinzu, um den Nährstand für die Familie sichern zu können. Zum Beispiel führten Bäcker, Schmiede, Gastwirte, Schreiner, Sattler und Wanger noch eine kleine Landwirtschaft dazu. Der Land- und Viehhandel war für die ländlich geprägte Stadt Wemding von hoher Bedeutung. Die Landwirte aus den Nachbarorten wie auch aus Wemding benötigten im Frühjahr Saatgut und suchten nach Einbringung der Ernte einen guten Verkaufspreis. Die Landhändler am Ort waren Franz Pausch, Andreas Zech, Jakob Wenninger und die örtliche Baywa mit ihrem Aufkäufer Lamm. Auch der Viehhandel hatte in Wemding Tradition und die Viehkaufleute Löfflad, Lutz, Wagner Erwin Kilg, Otto Kilg und Matthäus Kilg verbrachten den erworbenen Viehbestand zum Bahnhof und per Zug ging es zum Schlachthof nach Stuttgart und Augsburg. Mit zu erwähnen ist natürlich der wöchentliche Schweineferkelmarkt „Am Saumarkt“ (entlang der Weißenbachstraße) sowie der Taubenmarkt an der oberen Weißenbachstraße. Sehr wohl gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wemding klassische Geschäfte mit den Branchen Textil, Schuhe, Lebensmittelsortiment, Drogerie, Haushaltswaren, Kurzwaren, Devotionalien, Gastronomie und natürlich Handwerksbetriebe Vollerwerb wie Schreiner, Schlosser, Metzger, Uhrmacher, Glaser, Elektriker, Zimmerer, Schmied, Sägewerk und Baumeister. Der 13. im Monatskalender wies damals wie heute eine besondere Bedeutung auf. „Am Fatimatag“ kamen einst viele Pilger aus der nahen wie auch weiteren Region zum Gottesdienst in die Wallfahrtskirche „Maria Brünnlein zum Trost“. Mit acht Buden waren die Wemdinger Devotionalienhändler (Zech, Kaus, Wenger, Weißgerber-Batzenbäck sowie Trollmann) nahe der Wallfahrtskirche positioniert und boten Rosenkränze, Heiligenfiguren, Kreuze und Andenken sowie Eis an. Nicht nur die Gaststätte „Zur Wallfahrt“ wurde von den vielen Wallfahrern aufgesucht, sondern auch die Wemdinger Gastwirte hatten reichlich Mittagsgäste. Die Pilger nutzten den Nachmittag am Fatimatag für einen Stadtbesuch, um dort in den Geschäften für den täglichen Bedarf einzukaufen. Deshalb war der Einzelhandel auf den 13. im Monat fokussiert. Für die Wallfahrer aus der Umgebung war dies ein zusätzlicher freier Tag, ja ein Feiertag, um sich von der harten Arbeit der Landwirtschaft kurz zu erholen. Der Wandel der Zeit erreichte auch Wemding und für die Arbeitssuchenden war es ein Hoffnungsschimmer, dass Ende der 40er Jahre (1948/1949) die Betriebsansiedlung der Textilwerke mit Fabrikant Dr. Emil Kreibich im ehemaligen Sägewerksareal Schneider (heutiger Betriebsstandort VALEO) gelang. Schon vor dem II. Weltkrieg führte Dr. Emil Kreibich in seiner Heimat in Schluckenau ein Textilwerk mit Schwerpunkt Weberei und Spinnerei. Er konnte einen Teil seiner mechanischen Webstühle rechtzeitig nach Bayern verlagern und nach seiner getroffenen „Standortwahl Wemding“ einen Neustart als Fabrikant wagen. Bis zu 600 Beschäftigte (Weber, Textilarbeiter und Hilfskräfte) fanden in den Werkshallen einen festen Arbeitsplatz. Die breite Bürgerschaft in vielen Orten und so auch in Wemding spürte jedes folgende Jahr nach der Währungsreform 1948 eine wirtschaftliche Lebensverbesserung. Mit bescheidenem und wachsendem Einkommen konnten sich die Familien zumindest satt essen und einmal in der Woche gab es einen Sonntagsbraten. In dieser Zeitepoche (1948 – 1970) bot das wachsende örtliche Busunternehmen Osterrieder für die Arbeitnehmer Busse zur wöchentlichen Anfahrt und Heimfahrt nach Stuttgart an, hinzu kamen die täglichen Arbeiterbusse zu den größeren Nachbarstädten Nördlingen und Donauwörth. Auch tägliche Werkbuslinien wurden eingesetzt, um das Unternehmen Schwarzkopf oder Werk Grundig, Georgensgmünd in der Nähe von Spalt anzufahren. Die Druckerei Appl nahm an Bedeutung zu und der Gründungsstandort am Marktplatz bot der Eigentümerin Amalia Appl kein Entwicklungspotential mehr. Deshalb entschied sie sich zusammen mit Sohn Georg Heinrich Appl – zwischenzeitlich Miteigentümer – Mitte der 50er Jahre für eine Verlagerung des Betriebsstandortes an den Klosterweg. Schnell wuchs damals die Belegschaft auf 50 Mitarbeiter. Bruder Werner Appl und seine Gattin Roswitha übernahm das Schreibwarengeschäft und gliederte dazu das Schuhfachgeschäft mit breitem Sortiment. Dieser wirtschaftliche Umbruch vom Agrarstaat zum breiteren Arbeitsplatzangebot durch Werkansiedelungen im ländlichen Raum oder der vermehrte Bedarf im Dienstleistungs-segment führte zu sicheren Einkünften der Arbeitnehmer in Wemding und der Region. Die örtliche Kaufkraft stieg dadurch an, dies entfachte eine breite Nachfrage um sich die Wünsche für eine bessere Wohnungsausstattung zu erfüllen. Dies kurbelte den Handel der örtlichen Geschäfte und des Handwerks kräftig an. Die Zuversicht, sich „etwas mehr leisten zu können“ wuchs und Bürgermeister Engelbert Bayr entschloss sich mit Unterstützung seines Stadtratsgremiums den Siedlungsumgriff „Sandfeldsiedlung“ westlich unterhalb der Harburger Straße planrechtlich auszuweisen und zu erschließen. So wuchs anfangs der 50er Jahre die Siedlung und die ersten Häuser entstanden in der Rottstraße und Trollmannstraße (1950). Wenige Jahre später wohnten in der ersten Siedlung der Stadt ca. 450 Bürger. Das Fußballwunder von Bern löste in Wemding Begeisterung aus. Das viele Jahre abhandengekommene Selbstbewusstsein stellte sich bei den Deutschen während der Fußballweltmeisterschaft wieder ein. Als Helmut Rahn beim Finalspiel Ungarn-Deutschland das entscheidende Siegtor gelang, ergriff dieses Freudenerlebnis auch alle Wemdinger, insbesondere die Wemdinger Fußballer (Albert Konrad, Thaddäus Ströbele, Franz Roiderer, Eduard und Siegfried Janscha, Ludwig Lettenbauer, Georg Appl, Siebert, Hans Muschik, Toni Baierl, Trollmann, Berthold Bayer). Auch die Wemdinger Fußballer waren letztlich über Nacht gefühlte „Weltmeister“, deshalb feierten sie mehrere Tage zusammen im damaligen Vereinslokal „Zum Weißen Hahn“ mit ihrem Gastwirt und Fußballer Josef Meyer. Kapitel „florierender Handel“ brachte zusätzlichen Aufschwung nach Wemding. Das kleine Wohlstandswunder in Deutschland kam auch in unser Städtchen. Die meist in Familienbesitz geführten Einzelhandelsgeschäfte zeigten sich geschäftstüchtig und sorgten für ein breites Warensortiment. Allen voran gingen die Textilfachgeschäfte Singer, Benedikter, Holzinger, Henkel und später Seefried sowie die Schuhfachgeschäfte Leo Xalter, Appl & Rösch mit Schuhen und Schreibwaren sowie Engelbert Xalter (heute Frau Göttler). Auch die gut sortierten Haushaltsfachgeschäfte einst Klara Osterrieder, später Fischer Arnold und Thea (Blinder Fischer), Alois Seehuber und Wilhelm Zech führten auswärtige Kunden nach Wemding. Und das einzige Kaufhaus Seefried (Volksmund Seefried-Dreher) wies ein breites Schirm- und Ledersegment sowie Schreibartikel auf. Geschäftsinhaberin Frau Anni Seefried, war eine ausstrahlungskräftige Frau mit sonorer Stimmlage. Zur Abrundung der Geschäftsvielfalt am Ort ist das Schreibwarengeschäft mit Leihbücherei Therese Hitzler zu nennen. Therese Hitzler war von kleiner Statur und konnte ihr „Hochregal“ nur mit einer schiebbaren Leiter erreichen. Die gut sortierten Schreibartikel fand sie ohne digitale Lagerbuchhaltung in Sekundenschnelle und so zauberte sie aus den Schubfächern die für die Schule notwendige Schreibfeder. Ein Einkaufserlebnis besonderer Güte war der Besuch in der damaligen Eisenwarenhandlung Handfest und später Burger. Frau Katharina Burger wies einen festen und zufriedenen Kundenstamm auf. Ihre Kunden kamen auch aus dem Ries zu ihr ins Geschäft, weil ihre Kaufwünsche in Nördlingen nicht erfüllbar waren. Meist konnte sie alle Kundenanfragen sicherstellen und war dies nicht möglich, durfte ihr Gatte Hermann eiligst nach Nürnberg zum Großhändler fahren. Als gebürtiger Franke kam ihm diese Besorgungsfahrt sehr gelegen. Ein exzellentes Fachgeschäft und dies mitten in der Altstadt war die Fachdrogerie von Friedrich Held. Er führte mehr als 200 Artikel in seiner Drogerie, vom offenen Essig und Öl, bis zum Fisch im Fass meist am Freitag und natürlich dem passenden Lippenstift am Samstag für die schönsten Frauen von Wemding. Nebenan im Hof wirkte sein Bruder Xaver Held, seine Geschäftssparte war der Handel mit Heizkohlen. Die beiden Brüder waren in ihren Wesenszügen und ihrer Lebenseinstellung sehr verschieden. Zu der Hausgemeinschaft Held zählten noch die beiden Schwestern Elisabeth und Emmi. Die Gattin von Friedrich Held konnte diese besondere Lebens-situation nur mit preußischem Akzent bestehen und im Hause Held Gehör finden. Viele Friseure (früher auch Bader genannt), sorgten für den gekonnten Herren- und Damenhaarschnitt. Wobei die Bader auch kleinere chirurgische Eingriffe vornahmen (Zähne ziehen und Blut schröpfen). Die Friseur-Salons Emmeram Bscher, Wilhelm Held, Albert Oppel, Hans Hirschbeck, Alois Held und Fritz Lammel hatten die Gabe für jeden „Kopf“ eine schöpferische Vollendung zu schaffen. Die beiden ortsansässigen Uhrmacher Karl Im und Anton Dürk waren vom Naturell sehr verschieden. Karl Im zog es gesellschaftlich zu seinen Freunden im Gesangsverein und Anton Dürk war ein leidenschaftlicher Schütze. Nach Geschäftsaufgabe von Karl Im eröffnete Manfred Brenner mit Gattin Marianne in der Mangoldstraße sein Uhrenfachgeschäft. Bei Anton Dürk übernahm Tochter Lydia Beyle mit ihrem Mann Dieter Beyle das Traditions-Optik-Uhren und Schmuckhaus. Trinken und Essen hält immer noch Leib und Seele zusammen, dies galt auch in Wemding: . Mit Kleidern und Schmuck kann man keinen Mittagstisch auftischen, aber in der Auswahl von 16 Lebensmittelgeschäften: -Feinkost Kilg, Andreas Zech, Karl Weingut, Elisabeth Mayer, Gubi am Marktplatz, Graf, Braun, Weinberger, Laber, Trollmann, Krause Emmi und Heinz, Schmidt Erna, Öhlschläger, Muhm, Osterrieder, Weißgerber, Rosi Seefried. Acht Bäckereien: – Weißgerber Josef, Maria Daigeler, Josef Fackler, Franz Schlecht, Rudolf Mühlbauer, Göbel – später Karl Weingut, Hans-Georg Seefried und Wuttich. Acht Metzgereien: Josef Schaucher, Carl Ziegelmüller, Eireiner und später Hans Hagenberger, Friedrich Schneider, Pius Veit, Klosterwirt Fackler, Sternwirt Trollmann, Mailänder früher Sartor, und Hans Wagner. Bei zwei Molkereien in der Altstadt konnten sich die Hausfrauen mit frischen Lebensmitteln versorgen. Wo Milch und Honig fließt – da lass dich nieder …. Ein fester Bestandteil in der Altstadt war die morgendliche Anlieferung der Milchkannen durch die Landwirte aus Wemding, Hagau, Amerbach und Wolferstadt zur Molkerei Mönch in der Nördlinger Straße. Der Familienbetrieb Mönch produzierte täglich frische Butter, Käse und Sahne. In der Milchhalle war neben dem Einkauf auch der Verzehr der Käsesorten sowie von Milchgetränken möglich. Im gleichen Gebäude mit eigener Eingangstür hatte Künstlerin Emma Mönch ihr Kunstatelier und sie bot ihre künstlerisch gefassten Stickwerke (Messgewänder und Fahnen) und verzierten Kerzen zum Kauf an. Einen großen Aufschwung verzeichnete Ende der 50er Jahre Metzgermeister Josef Schaucher, Inhaber des Gasthofes „Zur Sonne“ und Metzgereifachgeschäft. Mit zwei Köchen war sein Gasthof im Landkreis anerkannt. Dank seiner Qualität nahm ihn der Donauwörther Lebensmittelunternehmer Pröller als Lieferant für seine 100 Gubi-Filialen in Nordschwaben auf. Sein Wurst- und Fleischangebot war in der Region geschätzt. Leider gab es Ende der 80er Jahre ein geschäftliches Ende und die Liegenschaft erwarb zunächst die Augustiner Brauerei Familie Wagner aus München – heute La Fontana. Auch der Wandel der angestammten Berufe führte zu wirtschaftlichen Veränderungen: Aus dem Sattler entwickelte sich der Raumausstatter und die ortsansässigen Wanger eigneten sich das Schreinerhandwerk an. Oder gar Adolf Siebert seine Zukunft nicht mehr als Wanger sah, sondern sich als Hersteller von Ski einen regionalen Namen aufbaute. Der einstige Hufschmied entwickelte sich durch den Einzug des Traktors zum Landmaschinenmechaniker – heute Josef Wenninger in der Langgasse – und der Schlosser erkannte seine Zukunft als Kraftfahrzeugmechaniker. So wurde aus der Schlosserei Leinfelder die VW-Vertragswerkstätte Simon Leinfelder, später Bernd Leinfelder und jetzt Ulrich Leinfelder. Ein vertrautes Bild gaben nach dem Krieg die Handtankstellen bei Leinfelder in der Weißenbachstraße, Leinfelder in der Nördlinger Straße und Schneid am Marktplatz. Später kam der Wandel zu den „großen Tankstellen“ wie ESSO – Simon Leinfelder, ARAL – Alois Leinfelder in der Bahnhofstraße, Wüst an der Monheimer Straße, Rösch an der Harburger Straße und Shell – Ralf Richter, Bahnhofstraße. Nichts ist beständiger als der berufliche Wandel. Vor 1950 beherrschten die landwirtschaftlichen Fuhrwerke gezogen von Pferden, Ochsen und Kühen die Innerortsstraßen. Dies veränderte sich zusehends. Fremde LKWs fuhren Baustoffe oder Handelsware nach Wemding. Omnibus Osterrieder sorgte für den Pendlerverkehr nach Donauwörth, Nördlingen oder gar nach Stuttgart, Nürnberg und führte Werksverkehre zu Schwarzkopf nach Wassertrüdingen und zu Grundig nach Georgensgmünd aus. Wer erinnert sich noch, als die heutige Spedition Ludwig Michel in der Webergasse ihren Kohlenhandel führte, den Expressfrachtdienst vom Bahnhof abholte und die Waren dann örtlich zustellte. Die ersten Lkws parkten noch in der Webergasse. Die weitere Expansion erfolgte dann schon auf dem Areal am Kapuzinergraben. Der nächste Expansionsschritt folgte mit der Gründung der Internationalen Spedition Ludwig Michel. Auch dieser Standort erwies sich bald als zu klein und die große Verlagerung ins Industriegebiet Schwalberholz zeichnete sich ab. Ein weiteres Fuhrunternehmen wurde von Franz Leinfelder gegründet. Zuerst im Anwesen Bahnhofstraße 2 und nach seiner Heirat mit Maria, geb. Unger erfolgte rasch der Betriebsstandort an der Bahnhofstraße 21 mit Kfz.-Werkstätte und großem LKW-Parkhof. Sohn Franz Leinfelder vergrößerte das Logistik-Unternehmen und nahm einen weiteren Standortwechsel ins Industriegebiet Schwalberholz vor. Anton Eireiner einst Landwirt in der Vischergasse und später am Hartlhof begann stufenweise die Selbständigkeit als Brennholzlieferant und Sandabbaubetrieb in der Schwalberheide. Auf Grund der regen Bautätigkeit am Ort war sein Rohstoff „Sand“ sehr gefragt. Sein Sohn Anton erwarb Mitte der 60er Jahre seinen ersten LKW und die Erfolgsgeschichte nahm seinen Lauf. Heute beschäftigt das regionale Unternehmen gut 80 Mitarbeiter. Die ausgewiesenen Siedlungen führten zu einer regen Bautätigkeit und das Bauhandwerk mit den verschiedenen Berufssparten sorgte auch für ein breites Arbeitsplatzangebot. Das Baugewerbe war in Wemding mit den Baugeschäften Karl Engelhard, Andreas Laber, Manfred und Robert Laber (Bartel) und Norbert und Gertrud Schneid zahlreich vertreten. Heute besteht das Baugeschäft Peter Schneid mit den weiteren Sparten Fließen und Baustoffhandel an der Bahnhofstraße. Das erste Elektrogeschäft wurde von Ing. Hammer am Johannisgraben gegründet, später Heinrich Schmidt. In den 50er Jahren kamen weitere Geschäftseröffnungen hinzu: Franz Langer und später Langer Herbert, Roiderer Franz, Ludwig Meyr, und Gebrüder Lachner Rudolf und Franz Lachner. Zu Beginn der 50er Jahre sorgten zwei Sägewerke für zugeschnittenes Bauholz. Heute noch besteht das Sägewerk Johann Laber am Standort in der Forellstraße. Neu hinzu kam vor wenigen Jahren eine Zimmerei. Das Sägewerk Holler, später Jung, an der Bahnhofstraße hatte Bestand bis in die jüngere Geschichte um 1980. Den größten Sägebetrieb in Wemding betrieb aber Unternehmer Georg Schneider – heutiger Betriebsstandort VALEO. Mitte der 40er Jahre wurde das Sägewerk stillgelegt. Georg Schneider (auch Feierschorsch genannt) war vielseitig als Unternehmer tätig. So gehörte ihm auch das Hotel Birkhahn, war beteiligt an der damaligen Genossenschaftsbrauerei in Oettingen und führte zusammen mit Thea Schneid (Polsinger Weg) eine Schreinerei in Oettingen. Das Zimmererhandwerk war auch in Wemding existent. Die Zimmerei Zimmermann und später Manfred Pfefferer war über Generationen in der Altstadt vertreten. Neu hinzu kam dann Oskar König und in der Nachfolge sein Sohn Reinhard König. Es war und ist guter Brauch, dass nach Fertigstellung des Rohbaus und des Dachstuhls ein Richtfest (genannt Hebauf) gefeiert wird. Zur guten Tradition spricht ein Zimmerer oben vom Dachstuhl dem Bauherrn zum gelungenen Werk seinen Glückwunsch aus. Im Anschluss daran lädt der Bauherr die Handwerksleute zum gemeinsamen Festmahl ein. Das Auto wird dominanter Verkehrsteilnehmer auf den Straßen in Wemding: Früher hatten nur Fabrikbesitzer, Hausärzte und Tierärzte einen PKW. Da vollzog sich Ende der 50er Jahre ein spürbarer Wandel. Jetzt verfügten die größeren Handwerksbetriebe und Geschäftsinhaber einen PKW (Daimler 180, Borgward, BMW) Ein markantes Bild ist mir in bester Erinnerung: Frau Gertrud Binhammer, ausgestattet mit neuestem Hut, schicken Kleid, Lederhandschuhen fährt mit ihrem Opelkapitän kommend von der Hartsteinfabrik zur Altstadt und parkte in der Mangoldstraße ein, um im nahegelegenen Bankhaus (es muss die Volksbank gewesen sein und nicht die Privatbank*) die eingegangenen Tagesschecks der Hartsteinfabrik zur Gutschrift einzureichen. In Begleitung war ihre Schwester Margret Burtscher und beide sorgen für eine besondere Aura, ja dies hatte absoluten Flair und Stil. Ihre weitere Schwester, Baronin von Daggenhausen, lebte mit ihrem Gatten Baron Harry von Daggenhausen im Nebenhaus auf der anderen Seite der Harburger Straße. (* Es gab wirklich in Wemding eine Privatbank, die im gemieteten Zimmer im Gasthaus Stern Kundenberatungsgespräche anbot. Dies war das Privatbankhaus Mötzel aus Nördlingen. Bankier Hermann Mötzel war auch häufig im Café Fuchs anzutreffen und war dort gern gesehen.) Das Wirtschaftswunder kam in Schwung und so konnte sich anfangs der 60er Jahre die Arbeitnehmerschaft sich den Traum vom eigenen Auto erfüllen. Die Kleinwageninvasion ergriff die Landstraßen, so auch in Wemding. Überall waren VW-Käfer, Lloyd, Goggomobil, Opel Kadett, Isetta-BMW und Glas aus Dingolfing in Wemding unterwegs. Die Schlittenfahrt im Winter, sei dies am Büchel in der Altstadt, oder von der Robertshöhe aus bis in die Altstadt, oder gar vom Entenkeller über die Harburger Straße bis zum Schneidweg auf Höhe Elektro Franz Langer war endgültig passé. Auch das Kapitel „Zur Sommerfrische in Wemding“ und Entwicklung zum „Staatlich anerkannten Erholungsort“ fand in der Nostalgiebetrachtung seine Erwähnung. Schon in den „Goldenen 20er Jahren“ des vorherigen Jahrhunderts warben die Wemdinger Gastwirte in Stuttgarter und Berliner Tageszeitungen. So stellte sich in den Gasthöfen „Zur Krone“, „Zur Ente“ „Birkhahn“, Hotel Meerfräulein oder Gaststätte „Zur Wallfahrt“ eine beachtliche Gästenachfrage ein, um zur Sommerfrische für zwei oder drei Wochen Wemding aufzusuchen. Der idyllisch gelegene Waldsee sowie der nahe gelegene Erholungswald mit „der Schönen Aussicht“ oder „Elisabethen-Ruhe“ dienten den Urlaubern für Kurzweil und Erholung. Über Generationen, ja Jahrhunderte hinweg war das Kurhaus Wildbad mit den Schwefelwasseranwendungen überregional bekannt. Nach Bau der Eisenbahnstrecke Wemding-Nördlingen (1906) konnten anreisende Gäste am Bahnhalt Wildbad 1,5 km vor Wemding aussteigen und sie wurden mit der Kutsche vom Hotelbetreiber abgeholt. Um auch Gäste in Wemding die Schwefelwasserkur anbieten zu können, ließ zum Beispiel der Kronenwirt Schwefelwasser in Fässern zu sich bringen und bot seinen Urlaubern entsprechende Badkuren in den Gästezimmern an. Dieser doch umsatzstarke Wirtschaftszweig erwachte wieder Ende der 50er Jahre und der erste ehrenamtliche Fremdenverkehrsdirektor Hans Voitel und später Ernst Theuerkauf versuchten in Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsverein und der Stadt mit gezielter Werbung Urlaubsgäste nach Wemding zu akquirieren. Bürgermeister Theo Knoll und Stadtrat förderten diesen Wirtschaftszweig, vor allem Gastwirte-Sprecher und Stadtrat Sepp Meyer sen. und Rudolf Singer sen. zeigten sich in ihrem Bestreben sehr rührig. In der nächsten Generation traten ihre Söhne Sepp Meyer und Rudolf Singer im gleichen Eifer an und konnten sehr wohl Erfolge bei der Steigerung der Gästezahl und deren Verweildauer erreichen. Zwischenzeitlich wurde der Vereinsname auf „Lebendiges Wemding“ abgeändert. Dieser Erfolg beflügelte den Stadtrat 1980 sehr und führte dazu, das damalige Fremden-verkehrsbüro mit Rainer Brand hauptamtlich zu besetzen. Das Traditionsgasthaus Meerfräulein und späteres Hotel Meerfräulein konnte sich in „vier Generationen Meyer“ als Hotel und Restaurant regional gut etablieren. Die beiden Küchenmeister Josef Andreas und sein Vater Sepp Meyer beweisen durch ihre konstante Küchenqualität ein ansprechendes Menü-Angebot, was letztlich zu einem breiten Zuspruch im Landkreis führt. Die Großeltern Sepp Meyer und Else Meyer haben das Gästehaus am Kinostandplatz gebaut und deren Sohn Sepp Meyer und Frau Judith erweiterte die Gastronomie mit dem neu geschaffenen Bräuhaussaal. Nach wie vor führt Familie Meyer in Wemding das Lichtspielhaus und durch umfangreiche Investition in den vergangenen Jahren bietet das Kino den Besuchern eine angenehme Wohlfühlatmosphäre. Im Reigen der Gastronomiebetriebe nimmt das Gasthaus „Zur Wallfahrt“ mit rund 70 Beschäftigten einen bedeutenden Wirtschaftsrang im Landkreis ein. Dieses Wirtshaus „Zum Wallfahrtswirt“ wird nun in vierter Familiengeneration geführt, und der heutige Inhaber Alexander Trollmann hat von seinem Vater Paul Trollmann einen Gastronomiebetrieb in hoher Funktionalität übernehmen können. Die Säle und Gastwirtsstuben können bis zu 500 Gäste aufnehmen und dazu kommt noch in der Sommersaison ein Biergarten mit gleicher Kapazität hinzu. Es dürfte im ganzen Landkreis in der Größe keinen vergleichbaren Gastronomiebetrieb geben. Unvergessen bleibt mir, dass mein Onkel Wendelin Ritter, (Wallfahrtswirt), täglich mit seinem Pferdewagen zur frühen Morgenstunde nach Wemding fuhr und beim Batzenbäck am Stadeltor in der „Kurzpark-Zone“ sein 1 PS-Fuhrwerk abstellte, um seine Besorgungen in der Stadt zu erledigen. Er lieferte die zwei Milchkannen in der Molkerei Mönch ab und kaufte beim Beck und Metzger seinen Tagesbedarf für sein Wirtshaus ein. Hotel Birkhahn – Schieners, „Zur Krone“ Reinhold Birzele; „Zur Ente“ Pius Veit und seit vielen Jahren nun Thomas Veit; und Landhotel „Weißer Hahn“ einst Cilly Meyer und seit gut 20 Jahren Familie Riedel nahmen Urlaubsgäste sowie Geschäftsreisende auf. Über mehrere Generationen weisen diese Gastronomiebetriebe einen konstanten guten Pensionsbestand bis in die jetzige Generation auf. Birkhahn hat sich mit dem Apfelhof auf Garni-Angebot verändert und die anderen Anbieter leisten neben Übernachtungsangebot auch das gängige Restaurantangebot. Zum Schluss der Nostalgiebetrachtung „Wie Wemding einst aufblühte“ darf ich noch auf das gesellschaftliche Leben der Bürger eingehen. Die Wemdinger aus der damaligen Zeitschilderung erbrachten unter schwierigeren Bedingungen als wir es uns denken können ihr Tagwerk, um ihren Nährstand und Existenz zu sichern. Sie mussten fleißig arbeiten, ja hart arbeiten; aber sie hatten auch Zeit für die Muse, um den Feierabend gemeinsam mit den Nachbarn auf der Bank vor dem Haus oder auf der Gasse beim Ratsch zu genießen, miteinander zu reden und ihren Abendtrunk sich schmecken zu lassen. Der geliebte Hoigarta auf der Bank vor der Haustür war im Sommer eine geliebte Tradition. Dies brachte einen inneren Frieden und viele hatten fast das gleiche Lebenslos. „Zu wenig um im Überfluss zu leben und zu viel um zu sterben.“ Das Gesellschaftsleben Wemdings trugen dominant auf jeden Fall die Stammtische in den Wemdinger Wirtshäusern – Hotel Meerfräulein, Landhotel Weißer Hahn, Zur Ente, Goldenes Kreuz, Zur Krone, Hotel Birkhahn, Café Fuchs, Gasthaus zum Ochsen, Gasthaus Adler, Restaurant zum Rosenhain – bei. Bei der ganzen Aufzählung darf das Wirtshaus Traube in der Weißenbachstraße nicht fehlen. Die Stammtische waren häufig bis auf den letzten Platz besetzt und die Krüge waren meist über den Bierstrich gefüllt. Früher gab es je nach Stand und Vereinszugehörigkeit einen Gesellschaftstag. Der Geistliche Stand, die Freien Berufe, das Lehrerkollegium, die Hand-werksmeister sowie die Gesellen haben sich in ihrem Kreis wiederkehrend im Stammlokal verabredet. Am Montag traf sich der Geistliche Stand im Goldenen Kreuz, die Bauern fanden sich am Sonntagabend im Gasthof „Zur Krone“ ein und Kolping waren am Sonntag nach der Kirche im Weißen Hahn und ganz früher im Birkhahn. Dagegen verabredeten sich die Hofgutsbesitzer (Krucker, Steigerwald, Schörger, Leonhard, Schmutz) zum Herrentag ins Lamm. Die Fußballfreunde hatten bei Sieg und Niederlage stets einen Grund zur Einkehr. Früher im Weißen Hahn, dann bei Trollmann im Stern und später bei Trollmann im Ochsen. Im Hotel Meerfräulein waren die Bürgerschützen zuhause und die Gesangsfreunde kamen zum Vereinskollegen Sepp Meyer zum Abendtrunk nach überstandener Gesangsprobe. Die Wildschützen waren im Gasthaus „Zur Ente“ heimisch. Im ganzen Reigen darf natürlich das Café Fuchs nicht fehlen. Das Traditions-Cafè war ein fester Begriff und Bestandteil des Wemdinger Gesellschaftslebens. Die Vielfalt der Gäste aus Wemding und der weiteren Region sowie die entstandenen Anekdoten könnte mehrere Buchwerke gut füllen. Die Wemdinger Künstler Johannes Engelhardt, Manfred Laber, Luitgard Im und ihr Bruder Studienrat Karlheinz Im sowie ein Freundeskreis von Konditormeister Johann Fuchs und seiner Gattin Berta haben zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten das Cafè gerne besucht, um sich Kurzweil zu gönnen und über die Zukunft „der weiten Welt“ zu sinnieren. Vielleicht träumten sie auch, wann der erste Wemdinger zum Mond reisen kann? Jedenfalls erzählt Wilhelm Zech gerne über seinen Nachbarn Johann Fuchs, von dem er häufig eine Kugel Eis spendiert bekam. Feinste Torten und Kuchen und im Sommer Eiskaffee oder Früchtebecher mit Sahne waren schon ein besonderer Gaumengenuss im Café Fuchs. Die legendären Faschingsbälle des Tennisvereins waren ein gesellschaftliches Mussereignis mit viel Glamour. Aber auch die Hausbälle im Hotel Meerfräulein oder die Vereinsbälle waren gesellschaftliche Höhepunkte im Jahreslauf. Zum Schluss des nostalgischen Eintauchens in die Wemdinger Wirtschaftswunderjahre bekamen die Akteure des Abends Wilhelm Zech und Gottfried Hänsel dankbaren Beifall. Vorsitzender Gottfried Hänsel verteilte anschließend an jede Dame eine Rose zum Valentinstag. Alle waren sich einig, dass dieser Abend viel Erlebtes aus damaliger Zeit wachrief und gedanklich als Film mit bunten Facetten ablief. Ja in Wemding war die „Welt“ noch in Ordnung, die Menschen konnten noch miteinander reden auch wenn nicht jede Geschichte unbedingt so zu traf, wie man davon sprach.
25.01.2025 – Zweite Winterwanderung mit dem Ziel Kirche St. Dionys in Fünfstetten
Fotos: Vereinsarchiv Eine stattliche Teilnehmerzahl von gut über 30 Mitglieder unseres Vereins nahm an der Wanderung zum Nachbarort Fünfstetten über Lommersheim teil. Gar bei Sonnenschein erreichten wir unser Ziel, das in der hügeligen Landschaft der Fränkischen Alb gelegene Fünfstetten. Kirchenführerin Lydia Koch begrüßte uns die Wemdinger Pilgergruppe. Sie gab uns Aufschluss zu den sogenannten Urpfarreien des Bistums Eichstätt und meinte, dass Fünfstetten eine der Urpfarreien mit der Wallfahrtskirche St. Dionys war. Bischof Gundekar II. weihte eine dem hl. Dionysisus gewidmete Kirche. Um 1400 tauchen als Besitzer der Burg eines Großteils des Dorfes die Ritter von Wemding auf, unter deren Herrschaft die Hofmark Fünfstetten 1505 zum neugebildeten Fürstentum Pfalz-Neuburg kam. Die pfalz-neuburgische Zugehörigkeit der Hofmark bestand bis 1808. Nachdem 1856 Maximilian Josef, Graf von Otting-Fünfstetten, einen Großteil seiner Besitzungen an den „Fabrikbesitzer Oskar Kürzel“ verkauft hatte, begann die Zerstückelung des ehemaligen Hofmarksbesitzes von Fünfstetten. Auch die Pfarrei St. Dionysius erlebte eine wechselhafte Geschichte. Das einschneidendste Ereignis bildete sicher die Einführung der Reformation, die 1554 vom Landesherrn, Pfalzgraf Ottheinrich, angeordnet worden war. Nachdem Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm für Pfalz-Neuburg erneut einen Konfessionswechsel verkündet hatte, wurde 1618 auch Fünfstetten rekatholisiert. Das Patronatsrecht war seit 1361 im Besitz der Deutschordenskomturei Ellingen, an die auch ein großer Teil des Zehnts ging. Neben Ellingen war auch der Graf von Oettingen Nutznießer des Zehnts. Den Hauptdezimatoren wie auch den Mitgliedern der Ortsherrschaft war als besonderen Kirchenbesuchern das Oratorium der Kirche als Gebetsraum vorbehalten. Nach diesem geschichtlichen Gedankenausflug erklärte uns Lydia Koch die Pfarrkirche St. Dionysius. Das innere Erscheinungsbild der Kirche von der einheitlichen Rokoko-Neuausstattung der Zeit um 1766 geprägt wird, handelt es sich beim Kirchengebäude selbst um wesentlich ältere Bausubstanz. Jüngste Untersuchungen ergaben, dass die Kirche nicht, wie bislang angenommen, im Jahre 1626 als „Neubau“ errichtet worden ist, sondern das damals „nur“ ein Umbau stattgefunden hat. Der Bau von 1626 war Baubefunden zufolge ein flachgedeckter Kirchenraum mit zusätzlichen Rundfenstern über den Langhausfenstern. Der wohl im Zuge dieses Umbaus erhöhte Turm erhielt schließlich 1682/83 über oktogonalem Grundriss einen neuen, durch ein Gesims abgesetzten Aufbau mit Zwiebelhaube. Die 1768 erfolgte weitere Baumaßnahme schloss die Anschaffung einer neuen festen Ausstattung – Altäre, Kanzel, Beichtstühle und Kirchengestühl – mit ein. Zusammen mit dem „Gesamtkunstwerk“ aus Kirchenraum und Dekoration tragen sie wesentlich zum Gesamteindruck der Kirche bei. Im Zuge der jüngst abgeschlossenen Innensanierung konnte die originale Farbfassung der Raumschale und des Stucks nach Befund rekonstruiert werden. Das Deckengemälde im Langhaus der Pfarrkirche eröffnet den Betrachter eine himmlische Zeitreise. Ein umfangreicher Zyklus erzählt im Langhaus das Leben des Kirchenpatrons, des hl. Dionysius. Das Dekorationssystem der Decke besteht aus einem großformatigen Hauptbild im Zentrum, das in der Längsachse von zwei kleineren Bildern eingenommen wird und an den Längsseiten des Freskos von je drei, als Kartuschen gefassten Bildfeldern. Dazu zählen Einzelbetrachtungen des hl. Dionysius von der Mission und seinen Wundertaten, sowie seinen Martertod und andere Martyrien. Der Hochaltar – die Wohnstätte Gottes zeigt in den halbrunden Abschluss des Chores hineinkomponierte Hochaltar aus der Zeit der Rokoko-Umgestaltung des Kirchenraums um 1766. Dies ist aus theologischer Sicht der wichtigste Ort in der Kirche. Aufbauend auf die Lehre von der Gegenwart Christi im Sakrament wurde im Zuge der katholischen Gegenreformation das Altartabernakel als Aufbewahrungsort des Sakraments bestimmt und damit der Hochaltar zur Wohnstätte Gottes auf Erden. So dient auch in Fünfstetten der durch Altar-stufen erhöhte Hochaltar einzig und allein der Verherrlichung Gottes, so Kirchenführerin Lydia Koch. Die Seitenaltäre, geschaffen vom Donauwörther Maler Johann Baptist Enderle und dem Dillinger Bildhauer Johann Michael Fischer, stellen zum einen hl. Johannes von Nepomuk sowie der linke Seitenaltar die Gottesmutter Maria dar. Die Kanzel – Ort der Verkündigung des Evangeliums – stammt aus dem Jahre 1766. Aufgebaut ist die Kanzel nach traditionellem Muster aus Kanzelkorb, Rückwand und Schalldeckel. Die Brüstung des beinahe runden Korbes ist durch Pflaster und Gesimse gegliedert und mit Rocaille-Schnitzereien geschmückt. Der Korb sitzt auf einem konsolartigen unteren Abschluss, der mit Sprangen besetzt ist. Die Kanzel ist zahlreich mit Putten besetzt. Die Fünfstettener Kreuzwegbilder zeigen die Ereignisse der Passion Christi und stellen die im 15 Jh. vermehrt literarische und bildliche Ausdrucksformen des Kreuzweges dar. Ein besonderes Juwel und Kirchenschatz der Pfarrei Fünfstetten ist ein Kreuzpartikel-Reliquiar aus dem 18. Jahrhundert. Dieses Reliquiar verfügt neben einer Kreuzreliquie über sieben weitere Reliquien. Als Reliquein bezeichnet man entweder sterbliche Überreste von Heiligen oder Gegenstände, die mit den Heiligen in Verbindung gekommen sind. Vorsitzender Gottfried Hänsel dankte Kirchenführerin Lydia Koch für die exzellente Kirchenführung und übergab ihr ein Dankgeschenk mit Wemdinger Bezug. Am Schulberg vor dem Rathaus erwartete uns Erster Bürgermeister und Rechtsanwalt Josef Bickelbacher. In seiner Begrüßung ging er auf die gut nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Fünfstetten und Wemding ein und erwähnte dabei die kooperative Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Wemding. Seine Gemeinde weist 1.360 Einwohner und eine Gemarkungsfläche von 26,7 km aus. Bürgermeister Bickelbacher berichtet der Wemdinger Wandergruppe, dass seine Gemeinde 10 Gemeindeteile umfasst, dazu zählen neben den Kernort die Ortsteile Nußbühl, Heidmersbrunn, sowie die Mittelweger Höfe, Asbacherhof, Biberhof, Ober- und Untere Beuthmüle sowie Rothenberger Hof. Mit einem Haushaltsvolumen von ca. 7.5 Mio. EUR kann Bürgermeister und Gemeinderat die gemeindliche Verwaltung, die Daseinsvorsorge sowie notwendige Investitionen gewährleisten. Eine große wiederkehrende Sozialaufgabe stellt die Führung der gemeindlichen Kindertageseinrichtung mit 2 Kindergartengruppen und einer Krippengruppe dar. Das Ende des Klosters der Maria Sternschwestern wird nach wie vor sehr bedauert, denn das Kloster gehörte wie die Kirche zum Pfarrdorf. Früher war die Grundversorgung mit vier Tante-Emmaläden, Bäckerei, Metzgerei und Kurzwarengeschäft Ludwig Koch sowie vier Gasthäuser gut gesichert. Heute besteht der gut geführte Landgasthof „Zur Sonne“ und der Dorfladen sorgt für die nahe Wohnortversorgung mit Lebensmittel sowie einem breiten Sortiment einschließlich Getränke für den Tagesbedarf. Auch das bestehende Gewerbe am Ort – Schwab & Jäger, Baugeschäft Jürgen Gruber und Metallbau Rupert Meyr – sorgt für Arbeitsplätze. Viele Arbeitnehmer haben in Wemding (Valeo und Appl), in Monheim (HAMA und Bühler) oder bei Euro-Copter in Donauwörth einen gesicherten Arbeitsplatz. Bürgermeister Josef Bickelbacher verweist auf die moderne Daseinsvorsorge mit dem Angebot der Nahwärme von den zwei Bio Gas-Anlagen Betreibern Fetsch und Hofer hin. Insgesamt werden aus Regionaler Erzeugung von Biomasse und Solar 16 Mio. KWh erzeugt, wobei am Ort 2.2 Mio KWh eingesetzt werden und somit 13.8 Mio. KWh extern abgegeben werden. Dies dokumentiert eine beispielgebende Energieleistungsbilanz der Gemeinde Fünfstetten. Nach dem erhaltenen umfassenden Einblick zur politischen Gemeinde dankte Vorsitzender und Kreisrat Gottfried Hänsel, Herrn Ersten Bürgermeister Josef Bickelbacher und übergab ihm ein Wemdinger Geschenk. Bürgermeister Josef Bickelbacher sowie seinen 12 Gemeinderäten bekundete Vorsitzender Hänsel seinen Respekt für die ersichtlich weitschauende und zukunftsorientierte Gemeindepolitik. Fünfstetten ist gut aufgestellt und dazu wünschen wir auch für die kommenden Jahre einen Gottes-Segen.