Aus dem Vereinsleben

Bildungsfahrt nach Höchstädt und Dillingen am Dienstag 19. April 2022

Nach der Begrüßung durch den Fahrer Andreas Schnitzer, konnte der Bus pünktlich starten. Reiseleiter Ernst Schwarzkopf gab einen kurzen Überblick über das erste Ziel. Leider konnte der Vorstandsvorsitzende Gottfried Hänsel an dieser Fahrt nicht teilnehmen.  Über Donauwörth und die B16 erreichten wir das Schloss in Höchstädt. Hier befindet sich das Museum mit ca. 1000 Exponaten Deutscher Fayencen. In zwei Gruppen geteilt, die eine von Frau Schwarzmeier und die andere von Frau Ertel   geführt, besuchten wir diese Ausstellung. Fayence ist hellbraune oder rötliche Tonware mit weißdeckender Blei-Zinnglasur. Bunt von Hand bemalt waren es beindruckende Gebrauchsgegenstände. Bei der Verarbeitung in der Manufaktur wurden viele Kinder beschäftigt. Sie wurden gut bezahlt, hatten jedoch eine begrenzte Lebenserwartung wegen des hohen Bleianteils im Material. Mit der Erfindung des Porzellans verloren die Fayencen an Bedeutung. Anschließend fuhr der Bus nach Dillingen zur Kaffeepause im „Café Holzbock“. Dillingen hat ca.20000 Einwohner, eine gesunde Wirtschaft bedingt durch Industrie und ist Garnisonsstadt. Bei der Stadtführung gab es wieder zwei Gruppen, die eine von Frau Ertel und die andere von Herrn Gutmaier geführt. Die frühere Universität in der gelehrt und gebetet wurde, dient heute der Lehrerfortbildung. Der goldene Saal beherbergt eine imposante Ausstattung und Malerei. Mehrere Künstler haben dort seit 1761 gearbeitet. Auch Sebastian Kneipp hat sich eine Zeit lang in Dillingen aufgehalten.  Anstelle des heutigen Schlosses stand früher eine Fliehburg die den Bürgern Schutz bot, während der Zeit des Überfalls durch die Ungarn.  Heute hat diese Schlossanlage eine wesentlich größere Dimension. Nach dem Ende der Stadtbesichtigung fuhr der Bus in Richtung Untermagerbein ins Gasthaus „zur Sonne“ zum Abendessen. Während der  Fahrt dorthin, erinnerte Ernst Schwarzkopf an die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine und sprach ein Gebet für den Frieden. Nach einem gemütlichen Aufenthalt steuerte dann der Bus Richtung Heimat. Dabei erinnerte Ernst Schwarzkopf an die Jahresversammlung des ambulanten Krankenpflegeverein am 30. April . Somit ging ein schöner interessanter Tag zu Ende.

Foto: Monika Nawrath

Kulturrad-Ausflug nach Kaisheim am 22.05.2022

Start der Radtour war um 10:30 am Kolpingheim. Die Route führte über Heidmersbrunn, Fünfstetten, Mündling zur Marktgemeinde Kaisheim. Altbürgermeister Franz Oppel begrüßte die 25 Besucher zu einer beeindruckenden Führung in der Münsterkirche. Unbestritten ist die Münsterkirche ein Kirchenbau von hoher gestalterischer Baukunst und stellt für unseren Landkreis ein einzigartiges Juwel dar. In der ehemaligen Reichsabtei wirkten in der Blütezeit des Klosters bis zu 450 Mönche. Ein besonderer Genuss für die Teilnehmer war, das von Herrn Oppel arrangierte kleine Orgelkonzert. Benedikt Pietsch zeigte dabei seine besondere Begabung auf der Königin der Musikinstrumente. Nach dem Mittagstisch beim Hofwirt stand eine Besichtigung des staatlichen Guts „Neuhof“ auf dem Programm. Auf dem Rückweg machte die Gruppe nochmals Halt. Die Maiandacht – geleitet von Diakon Appl – an der Lourdes-Grotte, nähe Mündling, gab dem Tag einen würdigen Ausklang.

 

Bildungsfahrt nach Schwäbisch Gmünd am 23. Juni 2022

Wilhelm Zech als 1.Stellvertreter entschuldigte den Vorsitzenden Gottfried Hänsel. Der Fahrer Iwan Lowrenowitsch stellte sich kurz vor, gab noch kurze Hinweise zum Bus und wünschte eine angenehme Fahrt. Pünktlich konnte die Fahrt beginnen, nachdem Reiseleiter und Organisator Ernst Schwarzkopf die Gäste herzlich begrüßt hatte. Nach einer kurzen Information über den Tagesablauf konnten alle entspannt die Reise genießen. In Schwäbisch Gmünd angekommen wurden wir von Frau Sabine Leicht und Herrn Walter Schaaf zur Stadtführung empfangen. In zwei Gruppen bekamen vieles aus der Geschichte der Stadt zu erfahren. Siedlungsspuren fand man aus der Zeit etwa 160 nach Christus. Die Römer die in dem heutigen Stadtgebiet  etwa 100 Jahre Militärlager und zivile Ansiedlungen errichteten, wurden 233 nach Christus von den Alemannen vertrieben. Danach ließen sich germanische Eroberer 260/270  im Grenzgebiet nieder. Die erste Erwähnung Gmünd als Stadt ist auf das Jahr 1162 datiert. Heute hat Schwäbisch Gmünd 62000 Einwohner. Die Johanneskirche unser nächstes Ziel eine spätromanische Pfeilerbasilika wurde in den Jahren 1220 bis 1250 erbaut und ist Johannes dem Täufer geweiht. Das Heilig -Kreuz- Münster die älteste süddeutsche Hallenkirche aus der Zeit der Gotik besuchten wir anschließend. Erbaut zwischen 1315 und 1510. Bei Renovierungsarbeiten stürzten 1497 beide Türme ein. Das daneben stehende romanische Steinwohnhaus wurde mit einem Glockenturm aufgebaut, seitdem läuten hier die Glocken. Der Marienbrunnen datiert aus dem Jahr 1686 zeigt auf der Brunnensäule das Doppelbild der  Madonna im Strahlenkranz. Maria zeigt auf der einen Seite das Jesuskind und betet auf der anderen als Unbefleckte. Seit 1241 gibt es in Schwäbisch Gmünd jüdisches Leben. Nach der Stadtinformation war Mittagessen im „Paulaner „ am Marktplatz angesagt. Wir konnten bei herrlichem Wetter von Sonnenschirmen geschützt im Freien essen und trinken. Anschließend fuhr der Bus zum Heilpflanzengarten von Weleda. Dort erwarteten uns Frau Lutz und Herr Silber zu einer Führung. Rudolf Steiner gründete 1921 dieses Unternehmen. Die Pflanzen werden mit Naturdünger versorgt, Pestizide werden nicht verwendet. Fünf Laufenten beseitigen sämtliche Schnecken und dafür finden sie nachts Schutz in einem Stall und sind so vor Gefahren sicher. 25 Mitarbeiter sind im Garten beschäftigt, 940  im Werk und weltweit sind es 2200. Die Blüten oder Teile von Pflanzen werden zu Essenzen unter strengen hygienischen Bestimmungen hergestellt, um dann im Werk verarbeitet zu werden. Die Gelegenheit etwas von den Produkten zu kaufen war ebenfalls geboten und wurde  genutzt. Auf der Heimfahrt hielt der Bus in Bopfingen zur Einkehr. Im Gasthaus zum „Sonnen Wirt“ wurde zu Abend gegessen. Anschließend setzte sich der Bus in Richtung Wemding in Bewegung. Ernst Schwarzkopf beendete diese schöne Tagesfahrt mit der Geschichte vom Vater und Sohn mit dem Esel. “Allen Menschen Recht getan ist eine Kunst die Niemand kann“. Der Fahrer bedankte sich auch im Namen der Firma Osterrieder. Ernst Schwarzkopf und Wilhelm Zech sagten ebenfalls  Danke. Anschließend wurde noch auf die Halbtagesfahrt im September nach Aichach hingewiesen.

Foto: Monika Navrath

Kultur-Radausflug ins nahe Frankenland mit Ziel Stadt Treuchtlingen.

Über dem Radweg am Möhrenbachtal entlang von Weilheim – Gundelsheim – Möhren erreichten wir die Eisenbahnerstadt Treuchtlingen. Unser erstes Ziel war die Mariä Himmelfahrtskirche. Stadtpfarrer Matthias Fischer übernahm die Kirchenführung und in seinen Ausführungen ging er auf den Bau der Kirche in den Jahren 1933 und 1934 ein. Die ehemalige Kapelle stand im Areal des heutigen Bahnhofgeländes. Die Verhandlungen der Deutschen Reichsbahn führten zur Bereitschaft der Katholischen Kirchenstiftung die Kapelle mit Grundstück zu veräußern. Die wachsende Kath. Pfarrgemeinde benötigte nun eine größere Kirche. Mit dem Grundstückserlös und den damals eingegangenen Spenden war es möglich mit dem Kirchenneubau zu beginnen. Der Münchner Architekt Georg Buchner, Professor für Baukunst, nahm die Planung der lichtdurchflutenden Hallenkirche vor.
Die Kirche sieht im ersten Anblick wie eine Trutzburg aus und in der Region spricht man gerne vom JURA-DOM. Die Kirche kann bis zu 400 Gottesdienstbesucher aufnehmen. Stolz ist Pfarrer Fischer auf sein Kirchengeläut bestehend aus fünf Glocken. Vor fünf Jahren musste der eiserne Glockenstuhl durch einen Eichenholzglockenstuhl ersetzt werden. Interessant ist, dass die Glocken fünf Tonnen Gewicht aufweisen und der Glockenstuhl mit sechs Tonnen schwerer ist. Seine Pfarrgemeinde mit 3.200 Katholiken erstreckt sich über viele Ortsteile, und die Kirchenbesucher wie zum Beispiel aus Schlittenhart Nähe von Döckingen haben einen Kirchenweg von 14 km auf sich zu nehmen. Stadtpfarrer Fischer spricht von einer sehr aktiven Pfarrgemeinde und einer gut organisierten Jugendarbeit durch die Pfadfindergruppe.

Beim Nachmittagsprogramm wurden wir vom CSU-Fraktionsvorsitzenden Uwe Linss und seiner Gattin begleitet. Dazu zählte die Station Karlsgraben – Fossa Carolina. Stadtteil Graben liegt an der europäischen Hauptwasserscheide. Kaiser Karl der Große ließ im Jahre 793 einen rund 3000 Meter langen Kanal ausheben und sein Ziel war es bequem mit Schiffen in den Südosten seines Reiches fahren zu können. Sein Plan misslang und heute zählt die Fossa Carolina zu den „100 schönsten Geotopen Bayerns“.

Unsere Route führte uns zum Nagelberg um dort die Kriegergedenkstätte aufzusuchen. Am 23. Februar 1944 wurde der Bahnhof Treuchtlingen bombardiert und über 600 Zivilisten kamen auf dem Bahnareal zu Tode. All diese Opfer vom Kriegsgeschehen in Treuchtlingen wie auch 1.900 weitere umgebettete Kriegstoten aus ganz Bayern fanden letztlich am Nagelberg auf der Kriegsgräbergedenkstätte ihre Ruhestätte. 1. Vorsitzender Gottfried Hänsel zog in seinen Betrachtungen ausgehend von den schrecklichen Kriegsereignissen des II. Weltkrieges den Erhalt des Friedens in Europa als primäres Ziel aller verant-wortlicher Staatrepräsentanten fordernd ein. Es ist unbegreiflich, dass durch das Versagen der hohen Diplomatie wir nun seit 24. Februar 2022 mitten in Europa in der Ukraine einen von Wladimir Putin ausgelösten Krieg real erleben müssen. Nachdem die Zivilbevölkerung seit Monaten vom Krieg erfasst wurde, ist dies letztlich ein Völkermord. Ein Stilles Gedenken und Gebet von Diakon Werner Appl schloss sich an.

Die römische Villa RUSTICA, Kurpark Treuchtlingen und die Altmühltherme waren weitere Weghalte Die letzte Station war das Museums-Cafe` und hier wurden wir von der Ersten Bürgermeisterin Dr. Dr. Kristina Becker herzlich begrüßt. Wir erfuhren, dass Treuchtlingen mit 103,38 Quadratkilometer die gebietsgrößte Flächengemeinde im Regierungsbezirk Mittelfranken ist. Mit 54 Gemeindeteilen und 12.951 Einwohnern ist die Stadt Treuchtlingen die drittgrößte Stadtim Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 899 mit dem Ortsnamen „Drutelinga“. Gegen 1400 wurde es unter der Epoche der Grafen zu Papppenheim ein Markt mit Handelsrechten. Die Treuchtlinger Hafner waren bekannt und das Treuchtlinger Geschirr wies überregionale Bedeutung auf. Seit 1774 entstand die „Leonische Tressen- und Seidenmanufaktur, die ihre Waren weltweit vertrieb.Der große Schritt in die Neuzeit geschah mit dem Bau der ersten Bahnstrecke München-Ingolstadt-Treuchtlingen-Gunzenhausen im Jahre 1869 mit Fortsetzung nach Würzburg. Die dazugehörige Infrastruktur brachte einen rasanten Aufschwung und machte Treuchtlingen zur Eisenbahnerstadt. Damals wuchs die Einwohnerzahl auf 3.000. Mit dem gelungenen Jura-Durchstich und Bau der Bahnstrecke Augsburg – Nürnberg im Jahre 1906 wurde Treuchtlingen ein Bahnstreckenkreuz mit überregionaler Bedeutung.

In seinen Dankesworten knüpfte 1. Vorsitzender Gottfried Hänsel an eine kommunale Zusammenarbeit der Stadt Treuchtlingen und der Stadt Wemding bezogen auf das Jahr 1926 an. Die damals verantwortlichen kommunalen Gremien beider Städte begründeten die Postomnibuslinie Wemding-Döckingen-Treuchtlingen. Die Eröffnung der Postomnibuslinie (bildlich dokumentiert) erfolgte am
1. Oktober 1926 von der Wemdinger Seite verantwortlich durch 1. Bürgermeister Wendelin Ritter. Bezogen auf diesen geschichtlichen Beitrag meinte er, sollten die heute verantwort-lichen Kommunalpolitiker beider Städte doch die Chance zu einer Verbesserung der Verkehrsverbindung ergreifen. Mit dem Bahnhof Otting-Weilheim besteht eine gute stündliche Anbindung mittels VGN-Tarifangebot (Verkehrsgemeinschaft Großraum Nürnberg) nach Treuchtlingen schon. Nun bedarf es noch einer besseren gemeindlichen Straßenführung im Waldbereich zwischen Zwerchstraß und Möhren.
Nach 65 Kilometer gefahrener Wegstrecke endete ein erlebnisreicher Tag mit dem Besuch „Musik am Marktplatz“ in Wemding.

Altstadtspaziergang am 17.08.2022

Der Altstadtspaziergang mit den Stationen Josef Wenninger (Stöll-Schmied), Karl Im, Uhrmachermeister, Wallfahrtsstraße 11 und anschließenden Kinobesuch (Film: „Monsieur Claude und sein großes Fest“) bot ein kurzweiliges Nachmittagsprogramm.

Erfreulich war der gute Zuspruch von 32 Teilnehmern.

Die erste Station beim Stöll-Schmied – Wenninger Schmied war spontan. Herr Wenninger gab uns Aufschluss, dass vor 100 Jahren sein Urgroßvater die Schmiede an der Stöll betrieb. Beim großen Feuerausbruch in Wemding brannte das Anwesen nieder. Sein Großvater erwarb am jetzigen Standort die Liegenschaft und baute 1937 sein Geschäftshaus und die Schmiede in der Langgasse auf. Er ging auch auf den Wandel der Generationen in der Landwirtschaft und dem dazugehörigen Gewerbe ein. Kamen noch Ende der fünfziger Jahre die Landwirte mit ihren Pferden zur Schmiede zum Hufbeschlag; so änderte sich dies in den 60-iger Jahren und der Zeit danach als Josef Wenninger Traktoren und moderne landwirtschaftliche Geräte für die Feldbewirtschaftung verkaufte. Seit gut 25 Jahren kam der nächste Schritt der Veränderung und Josef Wenninger hat sich nun auf Reparaturen und Verkauf von Gartengeräten und Kleintraktoren spezialisiert. Herrn Wenninger sagen wir herzlichen Dank für die Erläuterungen und die geopferte Zeit.

Herzlichen Dank bekunden wir auch Alexander Im und seiner Tochter Annalena für die freundliche Aufnahme im romantischen Hofbereich ihres Anwesens. Das Eintauchen in die Familiengeschichte von vier Generationen hatte einen besonderen Reiz. Hier wurden Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte wachgerufen und so reihten sich Geschichten an Geschichten. Alle Anwesende waren sichtbar stolz, dass aus der Mitte unserer Bürgerschaft eine Filmschauspielerin stammt. Ja, Luitgard Im besaß in ihrer schöpferischen Epoche auf deutschen Bühnen „Rang und Namen“.

Nach dem Besuch des Anwesens Im schloss sich der Kinobesuch an. Der Film „Monsieur Claude und sein großes Fest“ spiegelte in Facetten die Beziehungsprobleme der heutigen Gesellschaft – natürlich stark überzeichnet und pointiert. Ein unterhaltsamer Film mit gewissen „Kernbotschaften“, die sehr wohl zum Nachdenken einladen.
Lieben Dank an Sepp Meyer, der uns dies zur Nachmittagsstunde bot.

Humor als rezeptfreie Lebensmedizin
Der Humortherapeut und Buchautor Markus Proske begeistert mit seinem
Vortrag beim Verein für ambulante Krankenpflege in Wemding.

Auf Einladung des Vereins für ambulante Krankenpflege Wemding kamen am vergangenen
Freitag knapp 170 Gäste zu einem Vortragsabend der besonderen Art in der Wemdinger
Wallfahrtsgaststätte zusammen. Unter der Überschrift „Humor im Alltag“ widmete sich der
Wemdinger Krankenpflegeverein einen ganzen Abend lang dem Thema Humor. Was sich
auf den ersten Blick widersprüchlich anhört immerhin ist der Verein für seine fundierten
Gesundheitsvorträge bekannt sollte am Ende des Abends zeigen, dass Humor eine
Lebensmedizin darstellt.

Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel begab sich in seiner Begrüßung auf die Suche
nach einer Definition für den weit auslegungsfähigen Begriff Humor. Mit Blick auf die
Antike und in der Religion suchte er nach eindeutigen Begriffsbestimmungen. Am besten
gefiel Hänsel die Bedeutung vom christlichen Gebot der Nächstenliebe. „Menschen, die
den Nächsten wie sich selbst lieben, sind auch fähig, den Alltag mit Humor zu würzen“
stellte Hänsel fest. Diese Menschen suchen eine Gemeinschaft um ihr Leben gemeinsam zu teilen und sich positiv auf die Zukunft auszurichten. Für Hänsel die zentrale Aussage, dass Humor eine Gemeinschaft stifte. Umso erfreulicher zeigte sich Gottfried Hänsel, für den Vortrag mit Markus Proske einen Referenten gewonnen zu haben, der sich als Humortherapeut, Demenzberater und Buchautor täglich intensiv mit dem Thema Humor befasse.

Für den Humortherapeuten Markus Proske ist Humor mehr als nur Heiterkeit. Humor
sei für ihn eine Haltung zum Leben. Sicherlich gebe es viele Definitionen zum Thema
Humor. Entscheidend sei jedoch, dass Humor immer auch mit dem Menschen selbst
zu tun habe. Humor sei eine Haltung, wie jeder Mensch mit sich selbst umgehe und selbst
reflektiere. Dazu gehöre seiner Meinung nach sicherlich auch, sich nicht immer allzu
ernst zu nehmen. Neben der Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die nicht zu ändern sind,
erachtet Markus Proske vor allem den persönlichen Mut als größtes Problem,
Veränderungen vorzunehmen, die zwingend erforderlich seien. Der Humortherapeut gab
den anwesenden Gästen mit auf den Weg:

„Nehmen Sie Ihr Leben in die Hand und gestalten es!“

Welche Wirkung Humor im Alltag entfalte veranschaulichte Markus Proske anhand
mehrerer Filmsequenzen, die ihn bei seiner Arbeit in Pflegeeinrichtungen und
Krankenhäusern begleiten. Gerade in der Pflege und im Altenheim bedeutet der gezielte
Einsatz von Humor eine Entlastung für alle Beteiligten. Humor stelle eine
Kommunikation zwischen zwei Menschen her und vergrößere so die
Hoffnungsdimensionen. Dies zeige sich auch bei Demenzpatienten, mit denen Markus
Proske zusammenarbeite. Proske gab praktische Tipps wie demenzerkrankte Menschen
mit Humor erreicht und zu einem Lachen bewegt werden können. Lachen spiele
generell eine besondere Rolle für alle Menschen, aktiviert es doch die Selbstheilungskräfte

des Körpers. Lachen steckt an und macht sich selbst und andere glücklich. Laut dem
Humortherapeut hätten Studien gezeigt, dass häufiges Lachen eine größere und gesündere
Wirkung auf einen Menschen entfalte, als die Einnahme von Psychopharmaka. Ebenso
werden laut Studien Menschen im Ehrenamt, die für andere Menschen etwas tun, weniger
krank, da hierbei gesunderhaltende Gene aktiviert würden.

Markus Proske gab vielmehr auch Ratschläge, wie der persönliche Humorfaktor erhöht
wer den könne. Bereits am Morgen sollte sich jeder Mensch die Frage stellen, auf
welches Ereignis man sich am Tag am meisten freue. Zudem verändere ein bewusstes
Lächeln die persönliche Umwelt. Ein lachender Mensch strahle positive Energie aus und
ziehe gleichgesinnte Menschen an. „In unserer schnelllebigen Zeit nehmen Menschen das
Gute als selbst verständlich an und stellen stets die negativen Dinge voran“, beschrieb
Markus Proske. Zählt man hingegen bewusst die positiven Dinge des Tages erkennt
man, dass der Tag mehr positive Höhepunkte aufwies, als negative.

Pfarrvikar Rainer Herteis betrachtete zum Abschluss in seinem Grußwort Humor aus
christlichreligiöser Sicht und konnte hierbei auch die Gäste zum Lachen bringen. Die
Stimmung konnte am Ende des Vortrags kaum besser sein. Mit einem breiten Grinsen
verließen die Gäste die Wallfahrtsgaststätte. Rezeptfreie Lebensmedizin kann so einfach
sein…

(Text: Nicolas Bumba / Fotos: Monika Nawrath)

Kleine Auszeit vom Alltag nach Sebastian Kneipp
Am 02.09.2022 trafen sich die Teilnehmer der kleinen Auszeit auf der Wemdinger Platte. Bei
herrlichen sommerlichen Temperaturen konntenalle den wunderschönen Ausblick über Wemdingund das Ries genießen. Durch die Kurseinheit führten Frau HandschiegelRau und Frau Doll. Nacheiner kurzen Erläuterung zur Zeitpyramide ging es mit einigen Gigongübungen los. Es folgten eineGeschichte über dieZeit, eine SteinMeditation, verschiedene Atemund Entspannungsübungenund eine Phantasiereise. Beim Blick in den Himmel konnte jeder seinen Gedanken nachhängen,abschalten oder träumen. Mit weiteren Gigongübungen endete die kleine Auszeit auf der Platteundalle waren sich einig, dass dies wohl einer der schönsten Plätze rund um Wemding sei.
(Text: Frau Handschiegel
Rau / Bilder:Monika Nawrath)
Bildungsfahrt nach Aichach am Dienstag 20. September 2022
Nachdem alle Teilnehmer an dieser Fahrt ihren Platz gefunden hatten, konnte der Fahrer
Andreas Schnitzer nach kurzer Einführung zur Sicherheit im Bus, pünktlich starten. Mit einem Gedicht von Herman Hesse begrüßte Ernst Schwarzkopf die Gäste. Der Vorsitzende Gottfried Hänsel konnte aus terminlichen Gründen leider nicht teilnehmen. Herr Schwarzkopf informierte zum Programm und Tageablauf. Die erste Station des Tages war das Wasserschloss in Unterwittelsbach. Dieses Schloss erwarb 1838 Herzog Max von Bayern als Jagdschloss. In Erinnerung an seine Tochter Sissi werden Sonderausstellungen zum Leben der berühmten Kaiserin gezeigt. Hier erwartete die Gäste Frau Neumaier und Herr Hötschl. In zwei Gruppen bekamen wir eine umfangreiche und interessante Infor-mation zum Leben und Wirken der damaligen Kaiserin Sissi. Nach dieser beeindrucken-den Geschichte brachte uns der Bus nach Aichach zur Kaffeepause ins „Café Koch“. Anschließend wurden wieder zwei Gruppen gebildet die von Frau Neumaier und Frau Koensbock zur Stadtführung begrüßt wurden. Die Geschichte Aichachs ist eng verbunden mit der Dynastie der Wittelsbacher. Seit 1115 benannten sich die vormaligen Grafen von Scheyern nach ihrer Burg Wittelsbach unweit von Aichach. Von hier aus wurden sie 1180 mit dem Herzogtum Bayern belehnt, das sie 738 Jahre lang als Herzöge, Kurfürsten und Könige regierten. Heute leben etwa 22000 Einwohner in der Stadt und den eingemeindeten Orten. Der Stadtkern wird vom oberen und unteren Tor begrenzt. Bei der ausführlichen Stadtführung wurde die Stadtpfarrkirche besucht und anschließend die Spitalkirche. Diese ist zweischiffig und von der Straße vier Stufen abwärts erreichbar. Nach der ausgedehnten Stadtführung war anschließendes Abendessen angesagt. Zur Einkehr fanden wir uns im „Hotel u. Gasthaus Specht“ ein. Danach führte uns Herr Schnitzer zu Fuß zum Bus. Auf der Fahrt Richtung Heimat erlebten wir einen tollen Abendhimmel und einen Regenschauer. Mit den Gedanken über die Zeit und den Hinweis auf den Stadtspaziergang am 21. Okt. mit Gottfried Hänsel verabschiedete sich Ernst Schwarzkopf. Monika Nawrath bedankte sich bei ihm mit einem Präsent und sagte ebenfalls Danke im Namen aller. Auch der Fahrer bedankte im Namen der Firma Osterrider und würde sich freuen im nächsten Jahr wieder fahren zu dürfen.

Text: Peter Blessin / Foto: Monika Nawrath

Wer hilft im Pflegefall?

Der Verein für ambulante Krankenpflege in Wemding veranstaltete einen Vortragsabend zum Thema Pflege. Mehrere Fachreferenten berichteten.

Im Rahmen seiner Vortragsreihe zu Themen aus dem Gesundheitsbereich widmete der Verein für ambulante Krankenpflege Wemding einen ganzen Abend dem Thema Pflege. Unter dem Motto „Wer hilft im Pflegefall?“ konnte Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel die Geschäftsführerin der „GesundheitsregionPlus Donau-Ries“, Frau Julia Lux, sowie Frau Bettina Böld vom Pflegestützpunkt Donau-Ries begrüßen.Aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik zufolge, wird in Bayern bis zum Jahr 2040 der Bevölkerungsanteil der Senioren über 65 Jahren gegenüber dem Jahr 2022 um 28 Prozent anwachsen. Die Senioren bilden im Jahr 2040 einen Bevölkerungsanteil von rund 3,5 Millionen Menschen ab. Für Gottfried Hänsel als Vorsitzender des Vereins für ambulante Krankenpflege in Wemding, bedeutet dies, dass in Zukunft einerseits neue altersgerechte Wohnmodelle, beispielsweise in Form von individuellen Seniorenwohngemeinschaften, benötigt werden. Das Hauptaugenmerk liegt für Hänsel jedoch in der künftigen Sicherstellung einer menschenwürdigen Pflege. Hänsel stellt fest, dass Senioren solange es möglich ist, die Selbstständigkeit der eigenen Wohnung erhalten wollen und auch primär dort gepflegt werden möchten. Für viele Menschen greife weiterhin die Losung „ambulante Pflege gehe vor stationäre Pflege“, fasste Hänsel zusammen. Hänsel freute sich, mit Frau Julia Lux die Geschäftsführerin der „GesundheitregionPlus Donau-Ries“ begrüßen zu dürfen. Bei der „GesundheitsregionPlus Donau-Ries“ handelt es sich um ein regionales Netzwerk des Landkreises Donau-Ries für die medizinische Versorgung und Prävention der Bürger im Landkreis Donau-Ries. Ziel der Geschäftsführerin ist es, sämtliche Akteure der Gesundheits- und Krankenversorgung wie zum Beispiel Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken oder ambulante Pflegedienste miteinander zu vernetzen und Kooperationen zu intensivieren. In gemeinsamen Arbeitsrunden sollen optimierte politikrelevante Lösungsansätze zum Nutzen der Allgemeinheit und somit für jeden einzelnen Patienten erzielt werden. Frau Lux beschrieb anhand von drei Säulen das Aufgabenspektrum der „GesundheitsregionPlus“. Neben den Säulen Versorgung und Prävention stellt der Bereich Information die dritte Säule dar. Mit gezielten Themenwochen werden besondere Gesundheitsthemen mit verschiedenen Veranstaltungsformaten über den gesamten Landkreis verteilt durchgeführt. So berichtete Frau Lux von der Aktionswoche Alkohol und der kürzlich stattgefundenen Aktionswoche Demenz. Neben der „GesundheitsregionPlus Donau-Ries“ stellte sich am Vortragsabend auch der Pflegestützpunkt Donau-Ries vor. Frau Bettina Böld vom Pflegestützpunkt erläuterte, dass der Landkreis Donau-Ries vor rund einem Jahr den ersten Pflegestützpunkt in Schwaben eröffnet habe. Der Pflegestützpunkt bildet eine Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger zum Thema Pflege. Oft sind es unvorhersehbare Ereignisse, die dazu führen, dass ein Familienangehöriger pflegebe-dürftig wird. Die Angehörigen der pflegebedürftigen Menschen stehen oft vor der Herausforderung, wie der Pflegegrad beantragt werden kann, aber auch wie die Pflege organisiert und finanziert werden kann. Anhand eines Interviewgesprächs zwischen Frau Lux und Frau Böld wurde den zahlreichen Zuhörern des Vortragsabends das genaue Aufgabenspektrum des Pflegestützpunktes verdeutlicht. Hierzu stellte auch Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel konkrete Fragen aus dem Alltagsgeschehen um die Beratungsvielfalt des Pflegestützpunktes aufzuzeigen. Im dritten Themenblock des Abends ging der Vereinsvorsitzende auf eine seniorengerechte Aktion ein, die direkt in Wemding umgesetzt wird. Im Rahmen des Digitalisierungskonzeptes des Landkreises Donau-Ries wurde das Handlungsfeld „Digitale Teilhabe im Alter“ benannt. Hierzu erläuterte Frau Leonie Sorg von der Verwaltungsgemeinschaft Wemding, dass die Stadt Wemding eine Pilotgemeinde im Landkreis bei der Ausbildung und dem Einsatz von Digitallotsen darstelle. Soziale und digitale Teilhabe sind zunehmend miteinander verbunden. Für ältere Menschen, die mit den digitalen Anwendungen nicht umgehen können, kann dies zu einer gesellschaftlichen Ausgrenzung führen. Frau Sorg ging auf das kostenlose Unterstützungsangebot ein, mit dem ältere Menschen im Umgang mit dem Smartphone oder dem Tablet geschult werden sollen. Hierzu berichtete auch der Wemdinger Digitallotse Erich Schubert von seiner Schulung zum Digitallotsen sowie seinen Aufgaben. Neben dem Umgang mit den mobilen Endgeräten sollen die Senioren vor allem auch über den sicheren Umgang im Internet sensibilisiert werden.

Vorstandschaft und Stadträte zusammen mit den Rednerinnen des Vortragsabends: Peter Blessin, Stadtrat Nicolas Bumba, Luise Brandl, Stadtrat Wolfgang Dittrich, Pfarrvikar Rainer Herteis, Leonie Sorg (VG Wemding), Julia Lux (GesundheitsregionPlus), Monika Nawrath, Bettina Böld (Pflegestützpunkt), Wilhelm Zech, Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel (v.l.n.r.) Bild: Gabriele Zecha

Kaiserwetter und großer Zuspruch beim Altstadtspaziergang
57 Teilnehmer erlebten bei unserem dritten Altstadtspaziergang einen kurzweiligen Nachmittag. Bewusst wollen wir bei unseren Stadterkundungen alte ehrwürdige Bürgerhäuser aufsuchen und lassen uns aus berufenem Munde die Hausgeschichte, erstreckt über mehrere Generationen, erzählen. Ziel unserer ersten Station war Friseursalon Held, Geschäftsinhaberin Alexandra Brummer. Ihre Mutter Frau Angelika Held-Sieger gab uns im besten Wemdinger Dialekt Aufschluss über acht Generationen ihrer Familie und die qualifizierten Fachberufe Bader sowie Friseur. Zu Beginn ihrer geschichtlichen Ausführungen erzählte sie uns, dass seit dem Untergang Romanum die öffentlichen Bäder in Vergessenheit gerieten. Erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts tauchten sie im Zusammenhang mit den Kreuzzügen wieder auf und wurden Badestuben genannt. Zur gleichen Zeit ergab sich die Abkehr der wissenschaftlichen Medizin von der Chirurgie. Diese distanzierte sich von einer mit Händen auszuübenden Heilkunst. Um diese medizinische Grundversorgungslücke zu schließen, übernahmen Badhelfer den „chirurgischen Teil der Heilkunde“. In den Städten entstanden öffentliche Badestuben und in Europa etablierte sich der Beruf des Baders. Bader, Wundärzte, Feldscherer und Sanitäter übten nun die „blutige Chirurgie“ aus. In den öffentlichen Badestuben wurden jetzt auch Haare geschnitten, bis dahin kannte man das Schneiden der Haare nicht. Haare wurde nur bei Gesetzlosen geschnitten oder besser, damals im Volksmund gesagt: „geschert“. Die Bader setzten Schröpfköpfe und ließen zur Ader. Im Krieg übernahmen diese Dienste die Feldscherer. Zurück zur Familiengeschichte: Im Jahre 1800 erwarb Benedictus Josephus Held in der Altstadt das Haus 303 neben dem Wehtbad 305. Er eröffnete ein Badehaus. Um 1803 erlernte sein Sohn Georg Xaver den Beruf des Baders, nach Gesellenjahren schloss sich die Militärpflicht an. 1834 ergab sich die Rückkehr nach Wemding und stolz zeigte er seinen Eltern den behördlichen Erlass-Schein „selbständiger Bader“. Mit Franz Xaver Held reihte sich 1844 ein weiterer approbierter Bader in die Familiengeschichte ein. Dessen Sohn August Held, ebenfalls approbierter Bader, eröffnete 1907 ein Frisierhaus in der Langgasse in Wemding. Willi Held und Kreszentia übernahmen 1938 das Frisierhaus und boten ihre Frisierdienste für Herren und Damen an. Kreszentia Held war sehr zielstrebig, absolvierte 1960 die Meisterprüfung und bildete vermehrt Lehrlinge im Berufsbild Friseur aus. Frau Angelika Held-Sieger führte stolz aus, dass nun in der Familie Held die Epoche der Friseurmeisterinnen Einzug hielt. Sie selbst konnte 1975 ihre Meisterprüfung erfolgreich absolvieren, und die heutige Geschäftsinhaberin Frau Alexandra Brummer unterzog sich der Meisterprüfung im Jahre 1988. In diesen Meisterreigen fügt sich seit 2014 Franziska Martin ein und somit hat das Geschäft für die Zukunft eine gute Perspektive. Dies ist eine beeindruckende selbständige Familiengeschichte übergreifend auf acht Generationen. 1. Vorsitzender Gottfried Hänsel dankte Frau Angelika Held-Sieger für die Präsentation und wünschte den drei im Beruf aktiven Generationen weiterhin einen guten geschäftlichen Erfolg und überreichte einen Blumenstrauß. Die Stadterkunder trafen auf dem Weg in der Weißenbachstraße Herrn Alois Seehuber vor seinem Haushaltswarengeschäft. Zuerst fragte Alois Seehuber in die Besuchergruppe, was denn passiert sei, dass so eine Menschenansammlung sich vor seinem Geschäftshaus einfinde. Nachdem er erfuhr, dass die Stadterkunder unterwegs seien, gab er freudig Auskunft und erzählte der Gruppe vom Traubenwirt, von seinem Onkel Alois Leinfelder, der die erste Tankzapfsäule in Wemding anbot und eine Schlosserei führte und von seinem Vorgänger Ludwig Mayer, der vor allem Drahtwaren und Zäune aber auch Haushaltswaren im Angebot führte. Aber schon vor einigen Jahrzehnten gründeten
seine Frau Helga und er das Haushaltswarengeschäft mit einem großen Sortiment. Zwischenzeitlich hat Tochter Bettina Wolf das Geschäft erfolgreich übernommen und die Senioren unterstützen sie. Die nächste Station war der Büchel. An diesem Platz sowie entlang der Weißenbachstraße wurde bis in die 60-er Jahre der Sauferkelmarkt abgehalten. Altstadtrat Josef Schneid sen. erzählte den wissbegierigen Teilnehmern von den damaligen Handelsbräuchen beim Ferkelhandel. Zwischen 20 bis 30 Anbieter kamen wöchentlich, um ihre Ferkel anzubieten. Sie waren in offenen Kisten für den interessierten Käufer einsehbar. Um sich einen Gesamtblick zu verschaffen wurden die Ferkel auch gehoben und kopfüber in der Länge gezeigt. Der dritte im Reigen war der Schmuser, der von Ferkelkiste zu Ferkelkiste ging und werbend in den Handel eingriff. Sein Ziel war es, dem Bauern, der sein Ferkel anbot, zu einem guten Preis zu verhelfen. Der Schmuser lockte den Käufer mit schlauen Argumenten und freute sich, wenn der Handel mit Handschlag zum Abschluss kam. So kam das Ferkel mit einem Büschel Stroh in den Sack – es solle Glück bringen. Der Käufer warf den Sack über seinen Buckel und ging hoffnungsvoll nach Hause, um zum Thomastag vor Weihnachten eine drei Zentnersau schlachten zu können.
Nur wenige Schritte weiter wurden wir von Trudl Schneid, Schwiegertochter Katja Schneid und Maria Steiner am Anwesen Büchel 3 erwartet. Wir wurden in den wunderbaren Altstadtgarten von Trudl Schneid geführt. Ein blühender Garten duftete und um die Terrasse reihten sich 57 Besucher, neugierig die Hausgeschichte vom einstigen Rusch-Anwesen zu hören. Frau Maria Steiner führte aus, dass das Haus Nr. 258 und heute Am Büchel 3 eine reiche Baugeschichte aufweist. Die erste urkundliche Erwähnung resultiert aus dem Jahre 1464 und war im Besitz von Hans Keck. Weitere 28 Besitzer dokumentieren die Kaufurkunden bis heute zur Familie Schneid. Die ersten Besitzer bis 1620 waren vom Berufstand Gerber. Es folgen Gerichtsschreiber, Schulmeister und Handelsleute. Ab 1682 war Georg Franz Schneid, Bürgermeister der Besitzer des Bürgerhauses. Ab 1800 erwarb das Anwesen Georg Anton Epple, Lederer und auf ihn folgte Rupert Epplen. Sebastian Rusch, abstammend aus Oettingen, vom Berufsstand Bauer, heiratete Theresia Epplen und führte die Ökonomie am Büchel. Drei Kinder – Karl, Josef und Maria – waren das Glück im Hause Rusch. Sohn Josef erlernte den Metzgerberuf und führte die Landwirtschaft weiter. Er war ein fleißiger Mann und war ein gern gesehener Hausmetzger. Er vollbrachte am Tag bis zu drei Hausschlachtungen, und Josef Rusch war schneller unterwegs als der öffentlich bestellte Fleischbeschauer. Im Jahre 1990 erwarben das Anwesen die Baugeschäftsinhaber Dipl.-Ing. Norbert Schneid und seine Frau Gertrud Schneid. Norbert Schneid hat mit großem Fleiß und historischem baulichen Fachwissen das altehrwürdige Haus Am Büchel 3 liebevoll umgebaut. Seine Frau Trudl Schneid stand ihm hilfreich zur Seite und gab vor allem bei der Anlage des Gartens ihre gestalterische Note dazu. Leider ist Norbert Schneid viel zu früh verstorben und erlebte den Einzug nicht. Heute wohnen Trudl Schneid, Sohn Peter Schneid mit Gattin Katja und Tochter Hanna glücklich im Altstadt-Haus und genießen am Feierabend den blühenden Garten. Alle Gäste wurden von Trudl Schneid mit Kaffee, Kuchen, Säften und Brötchen gut bewirtet. Schwager Gerhard Schneid spielte mit der Steierischen und ein gemischter Chor sang froh gelaunt mit. Trudl Schneid sagte in die Runde, sie wolle die gastfreundliche Tradition wie früher im Hause Rusch gerne fortsetzen. Früher waren bei den Ruschs im Fasching die Narren gerne zur Einkehr und brachten Frohsinn mit. Und heute freue sie sich auf die Altstadtspaziergänger vom Verein der ambulanten Krankenpflege Wemding und bewirte sie gerne . 1. Vorsitzender Gottfried Hänsel dankte Frau Maria Steiner und Frau Trudl Schneid für die
dargestellte beeindruckende Hausgeschichte. Er wünschte Familie Schneid viel Glück und Segen – heute, morgen und zu allen Zeiten im Hause Schneid am Büchel 3.

Kirchweihwanderung der Seniorengymnastikgruppen am Montag, 17. Oktober 2022.

In den Gymnastikstunden wurde zu dieser Wanderung eingeladen. Der Treffpunkt war wie in den vergangenen Jahren am Ludwigsgraben gegenüber der ehemaligen Grundschule. Über den Gartenweg und die Oettinger Straße erreichte die Gruppe das Wohngebiet Birket. Es ist immer wieder interessant festzustellen, welche Veränderungen dort stattfinden. Da der Vorstandsvorsitzende Gottfried Hänsel an der Wanderung teilnahm,

konnte er manche Information vermitteln, unter anderem wo das neue Baugebiet Birket 4 entsteht. Von dort ging es gemütlich weiter bis nach etwa gesamt einer Stunde die Gaststätte „Zur Wallfahrt“ erreicht war.  Hier verließ Herr Hänsel wegen privater Gründe die Gruppe. Bei Kaffee und Kuchen, Brotzeit und Getränken, gab es viele Gespräche. Zur allgemeinen Erheiterung wurde von Irmgard Hoinle eine Anekdote vorgetragen „Die Amerbacher Feuerwehr“. Hier trifft eine Gruppe Wallfahrer aus Oettingen auf ihrem Weg zur Wallfahrtskirche „Maria Brünnlein“ in Amerbach auf das Fest der Feuerwehr. Anschließend löste sich so langsam die Gruppe auf um den Heimweg anzutreten.

Text: Peter Blessin / Foto: Irmgard Hoinle