Aus dem Vereinsleben

07.07.2024 – Kulturradeln in die Große Kreisstadt Donauwörth


 


(Bilder: Erich Rieder / Vereinsarchiv)

Liebe Kultur-Radlfreunde,
bei Regen und viel Skepsis aber mit Zuversicht haben wir unseren gestrigen Kultur-Radl-Ausflug am Kolpingheim gestartet. Ab Huisheim verzogen sich die Regenwolken und wir hatten dann beste wetterliche Radlbedingungen. Nach dem Birkenhof bei Harburg ging es weiter in Richtung Marbach. Dort ergab sich für uns ein besonderer reizvoller Blick zur Burganlage Harburg sowie darüber hinaus in die Rieskulturlandschaft, auch der Ipf grüßte uns aus der Ferne. Auf der Wörnitzbrücke in Ebermergen gab ich einen kurzen Aufschluss über das frühere Evangelische Dekanat Ebermergen. Die Kapelle in Wörnitzstein ganz oben auf dem Fels grüßte uns sowie die ankommenden Radtouristen aus Paderborn. Unser Weg führte entlang an der Wörnitz nach Felsheim. Auf der Trassenführung der König-Ludwig Bahn erreichten wir pünktlich um 11.00 Uhr unser erstes Ziel – den Kalvarienberg der Stadt Donauwörth (beginnend in der Promenade am Kaibach).

Klaus Stephan, ehemaliger Dritter Bürgermeister und früherer Kreiskämmerer unseres Landkreises, hieß unsere Radlergruppe mit 27 Teilnehmern in seiner Heimatstadt Donauwörth herzlich willkommen. In seiner Ansprache ging Stephan auf die „Schlacht am Schellenberg“ im Jahre 1704 ein. Die Fronten im Spanischen Erbfolgekrieg waren klar: Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und der französische König bekriegten sich einander. Zum Kaiser halfen fast alle deutschen Staaten; Bayern und das Erzbistum Köln standen im französischen Lager, die Engländer waren mit den Kaiserlichen verbündet. Bayern und Franzosen hatten sich am Schellenberg verschanzt, die Kaiserlichen und die Engländer griffen an. Nach der, für die Kaiserlichen Truppen, siegreichen Schlacht waren an einem Tag 16 000 Mann gefallen. Klaus Stephan ging in seinen Ausführungen auf den Beschluss des Stadtrates ein, zur Erinnerung dieses Kriegsgeschehens und der Verschonung der Stadt den Kalvarienberg zu errichten. Er merkte an, dass der heutige Grundstückseigentümer des Kalvarienbergs, die Stadt Donauwörth, auch in heutiger Zeit auf die Einhaltung der Würde der christlichen Gebetsstätte achtet. Die Marienkapelle wurde ca. 20 Jahre nach Ende der Schellenbergschlacht erbaut und befindet sich im Eigentum der Stadt Donauwörth. Nur am Karfreitag wird die Kapelle geöffnet und ist für jeden Besucher zugänglich.

In seinen Ausführungen ging Klaus Stephan auf die 1000 jährige Stadtgeschichte Donauwörths ein und bezeichnete die Bürgermeisterjahre unter Dr. Alfred Böswald (32 Jahre) als die entscheidenden und prägenden Nachkriegsjahre der Stadt.

Diese Jahre dokumentieren den wirtschaftlichen Erfolg, Aufbau der kommunalen Daseinsvorsorge sowie eine kulturelle Auffrischung der beeindruckenden Stadtgeschichte Donauwörths.

Im Hotel-Gasthof „Zum Hirschen“ mitten der Stadt Donauwörth wurden wir gut bürgerlich bewirtet.

Frau Brigite Leitmeir gestaltete uns am Nachmittag mit ihrer Stadtführung einen historischen Genuss und bot Kurzweil zugleich. Die beiden Kirchen der Altstadt – Heilig-Kreuz und Liebfrauenmünster – beeindrucken jede für sich und zeigen verschiedene Baustile auf. Die profunde Stadtführerin schärfte unseren Blick für die hervorgehobenen Bauwerke wie Fuggerhaus, Kloster Heilig-Kreuz, den Stadtteil Ried mit „südlichen Flair“, das Rathaus mit Marienbrunnen und Glockenspiel sowie die Reichsstraße, die die wirtschaftliche Verbindung zu den Reichsstädten Nürnberg und Augsburg andeuten soll.
Den schrecklichen Bombenangriff im April 1945 erwähnte Frau Leitmeir und erklärte den Teilnehmern der Besuchsgruppe, dass an diesem Tag der Gebäudebestand der Altstadt Donauwörth zu 75% in eine Ruinenlandschaft versetzte und 300 Menschen fielen dabei zum Opfer. In den 50-iger und 60-iger Jahre erfolgte der Wiederaufbau der Reichsstraße und als letzte Baulücke konnte 1974 mit dem Wiederaufbau des Tanzhauses geschlossen werden. Nach nun 50 Jahren führt gerade dieses Bauwerk Tanzhaus dem Donauwörther Stadtrat in eine unendliche quälende Debatte und man spürt, dass viele der heute verantwortlichen Ratsherren nicht stets den Elan der Ratsherrn von einst aufweisen.

In ihren Ausführungen wies Frau Leitmeir mehrmals darauf hin, dass Graf Mangold der Stadt Werd um 1000 n. Chr. mit seiner baulichen Gestaltungskraft städtisches Leben eröffnete, viele Generationen konnten darauf aufbauen und Stadtgeschichte fortschreiben, Wohlstand, Kriege, Seuchen und Friedenszeiten zeichneten Glanz und Niedergang Donauwörths auf, und immer wieder gab es tüchtige Generationen der Bürgerschaft, die sich der Geschichte und Kultur der Stadt verantwortlich zeigten und sie wagten stets einen Neuanfang. Donauwörth ist heute nicht nur die graphische Mitte von Nordschwabens sondern Standort des größten Unternehmens „Airbus Helicopters Customer“ mit über 8.000 Mitarbeitern und Sitz des Landratsamtes für den Landkreis Donau-Ries.

Alle Teilnehmer waren sich einig, von diesem Kultur-Radausflug mit Ziel Kreisstadt Donauwörth werden wir uns noch lange erzählen…

Viele Grüße
Gottfried Hänsel
1. Vorsitzender
Verein für Ambulante Krankenpflege Wemding e.V.


 

14.06.2024 – Einladung zum Altstadtspaziergang



Das Interesse an diesem Spaziergang war mit 44 Teilnehmern überwältigend.
Der Weg führte vom ehemaligen Gasthaus „Zum Goldenen Kreuz“  in den Mühlenring entlang an der Stadtmühle zum Amerbacher Torturm.
Nach kurzem Anstieg erreichten wir am Johannisgraben den von Künstler Ernst Steinacker geschaffenen Taubenbrunnen.
Von dort aus wurde Station beim Busunternehmen Michael Osterrieder gemacht. Wir tauchten in die Gründergeschichte ein und erhielten einen umfassenden Einblick in die Firmenentwicklung.
Als nächste führte der Weg auf das Areal der Anton-Jaumann-Realschule.
In der Schulaula „Lieselotte Hopf – Forum“ erzählte Gottfried Hänsel, Vorsitzender des Schulfördervereins, die Geschichte der Anton-Jaumann-Realschule Wemding.

Auf dem Rückweg erfuhren wir Interessantes über das ehemaligen Gasthaus „Zum Fuchsen“. Mit der Einkehr in die Trattoria Da francesco endete der aufschlussreiche Tag.
(Bilder: Vereinsarchiv)


 

11.06. 2024 Bildungsfahrt nach Freising


(Bilder: Vereinsarchiv)

Ein Tagesausflug in die Bischofsstadt Freising weckt Neugierde für einen weiteren Besuch.
Rund 50 Teilnehmer machten sich am 11. Juni auf den Weg in die Domstadt Freising.
Rasch erkannten die Besucher, dass an einem Besuchstag es unmöglich ist, die reiche Geschichte der Bischofsstadt in der Gänze erfassen zu können. Wer Freising besucht erlebt Geschichte, die sich über viele Jahrhunderte erstreckt und als geistliches Zentrum des Bayerischen Katholizismus Stadt und Region prägte.
Zwischen Domberg und Weihenstephaner Berg liegt das quirlige historische Zentrum der Domstadt. Das Ambiente ist einmalig und bezaubert die Gäste: Prächtige Bürger- und Domherrenhäuser, von der Gotik bis zum Barock, flankieren die belebte Marktstraße der Freisinger Altstadt. Die farbigen Fassaden mit detailreichen Ausschmückungen waren für die Reisegruppe ein wahrer Blickfang. Zentrum dieses historischen Ensembles ist der Marienplatz mit der weithin sichtbaren Mariensäule aus dem Jahre 1674. An diesem zentralen Platz werden die Stadtfeste gefeiert. Zwei Mal in der Woche, erzählte die Stadtführerin, herrsche an den Ständen des Grünen Markts in der Oberen Altstadt ein geschäftiges Treiben. Von der reichen Vielfalt an schönen Boutiquen und Läden mit individuellen Sortimenten, gemütliche Cafés und Restaurant waren die Wemdinger sehr angetan.
In Freising mit rund 40.000 Einwohner und 8.000 Studenten fühlt man sich gleich wohl, vielleicht auch deswegen; weil der Fußgänger auf der lang gezogenen Marktstraße von ca. 2 km privilegiert ist und PKW sowie Radfahrer sich unterordnen müssen und nur in Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen. Dominantes Gebäude im Straßenzug ist das Asamgebäude, die einstige fürstbischöfliche Hochschule, die den schönsten Saal Freisings beherbergt: Im Westtrakt dieses barocken Prunkhauses befindet sich der Asamsaal – benannt nach Georg Asam, der 1709 die großartigen Deckenbilder geschaffen hat.

Auf der Westseite des Marktplatzes thront das Rathaus, 1904/05 im Stil altdeutscher Amtsgebäude des späten Mittelalters und der Renaissance erbaut. Gleich in der Nähe, etwas versteckt, führt der Weg in die spätgotische Pfarrkirche St. Georg: Den Turm mit einer Höhe von 84 Meter und versehen mit einer Balustrade konnten wir wegen der aktuellen Generalsanierung nicht besteigen.

Nur wenige Schritte von der St. Georgs Kirche entfernt befindet sich am Rindermarkt, das Zierer-Haus, das eine Augenweide darstellt.  Das frühere Bürgerpalais fasziniert jeden Besucher und zählt zu den kostbarsten Rokokobauten der Freisinger Region. Ein weiterer Hingucker ist das im 16. Jahrhundert erbaute Marcushaus. Dies war früher ein bedeutendes Handels- und Kaufmannshaus und im Besitz des jüdischen Mitbürgers Marcus Lewin.
Zur Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen, die Opfer der Judenverfolgung wurden, klärt eine Inschrifttafel auf.

Der Höhepunkt des Freising-Kennenlerntages war natürlich der Besuch des Freisinger Dombergs. Nach dem Berganstieg erfasste uns eine besondere Aura auf dem Domberg. Hier tauchten wir in die fast 4000-jährige Geschichte ein und hörten von der Entwicklung der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz, wo Kunst und Gelehrsamkeit zu Haus waren.
In diesem Jahr wird das 1300jährige Bistumsjubiläum begangen. 25 Stationen – Bauwerke -umfasst der Domberg und lädt zur stillen Betrachtung ein. Der Dom (Asamkirche) zeigte sich in seiner vollen Pracht und beeindruckte durch seine prunkvolle Ausgestaltung. Die neu restaurierte Krypta und Maximilianskapelle stellt natürlich das Herzstück auf dem Domberg dar. Leider fehlte die Zeit um die Bayerische Landesausstellung „Tassilo, Korbinian und der Bär“ aufzusuchen.

Bei der zweiten Führung am Nachmittag erkundete die Besuchergruppe den Weihenstephaner Berg. Ein besonderes Gefühl hatten wir beim Überschreiten der einstigen freisingisch-bayerischen Staatsgrenze. Der Weg führte steil an, vorbei am Hof- und Apothekergarten nach Weihenstephan, wo das Herz der bayerischen Braukunst schlägt. Ein einzigartiger Blick auf den Höhen Weihenstephans hinüber zum Domberg genossen wir sichtlich. Ein erlebnisreicher Tag ging, bei Kaffee und Kuchen, in der Orangerie am Staudengarten zu Ende.
Vorsitzender Gottfried Hänsel dankte dem kurzfristig eingesprungenen Reiseleiter Herrn Wilhelm Zech sowie Frau Waltraud Zech für die gelungene Tagesgestaltung. Sein Dank galt auch Herrn Ernst Schwarzkopf für die Organisation der Freisingfahrt.
Für eine angenehme und sichere Hin- und Rückreise sorgte das Busunternehmen Osterrieder.


 

20.05.2024 – Kulturradelausflug am Pfingstmontag


 

Bei herrlichem Pfingstwetter waren über 30 Vereinsmitglieder nach Hainsfarth (jüdische Synagoge), Belzheim (Antoniuskapelle) und Oettingen (Wemdinger Pestkerzen in St. Sebastian) unterwegs.  Mit fachkundiger Führung wurden die kulturelle Stätten in der Region erkundet und der Wissenstand der Reisenden erweitert. Beim Mittagstisch im Goldenen Ochsen in Oettingen kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.

(Fotos: Vereinsarchiv)

Ein ausführlicher Reisebericht folgt!


 

27.04.2024 – Ehrungen anlässlich der Jahreshauptversammlung 


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11.04.2024 – Themenabend „Pflege“ in der Gaststätte „Zur Wallfahrt“ in Wemding.




Megathema Pflege – eine absolute Zukunftsaufgabe.
Bei der großen Informationsveranstaltung zum Thema Pflege spricht Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath über die Herausforderungen im Bereich der Pflege. Das Landratsamt informiert über die verschiedenen Unterstützungsangebote auf Kreisebene.

Nach dem ersten Pflegegipfel im Jahr 2018 veranstaltete der Verein für ambulante Krankenpflege Wemding aufgrund der positiven Resonanz einen erneuten Informationsabend zum Thema Pflege. Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel konnte hierzu erneut rund 170 Gäste im bis auf den letzten Platz voll besetzten Saal des Wemdinger Wallfahrtswirts begrüßen. Er freute sich sehr, dass neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern erneut zahlreiche Mitarbeitende aus den Berufsfeldern der Betreuung und Pflege anwesend waren. An sämtliche in den sozialen und pflegenden Berufen tätige Personen sprach er seinen großen Respekt und seine Anerkennung für den „fürsorglichen Samariterdienst“ aus. Gleichzeitig betonte er, dass eine Wertschätzung der Mitarbeitenden mit wohlgemeinten Worten oder Klatschen nicht ausreichen würden, sondern dass tatsächlich tiefgreifende (strukturelle) Veränderungen vorgenommen werden müssen. Dies zeigen auch die alarmierenden Prognosen aus dem aktualisierten Pflegegutachten des Freistaats Bayern, wonach bis zum Jahre 2050 die Zahl der Pflegebedürftigen im Freistaat auf fast 1,1 Millionen Menschen ansteigen soll. Aus diesen Gründen sprach sich Hänsel dafür aus, mit mutigen Lösungen die Weichen zu stellen um die Zukunft der Pflege nachhaltig gestalten zu können.

Landrat Stefan Rößle bezeichnete die Pflege als eines der wichtigsten Themen der aktuellen Zeit. Als Landkreis habe man dieses Thema rechtzeitig erkannt und beispielsweise eine eigene Berufsfachschule für Pflege am gKU-Klinikum Donauwörth gegründet. Die demografische Entwicklung des Landkreises Donau-Ries belegte der Landrat auch mit aktuellen Zahlen. Wurden im Jahr 2017 noch rund 2660 Personen zuhause gepflegt, ist eine Steigerung bis zum Jahr 2029 auf rund 3160 Personen prognostiziert. Rößle fasste zusammen: „Unsere Vision lautet, Seniorinnen und Senioren solange wie möglich, ein selbstbestimmtes Leben zuhause zu ermöglichen und die Leitidee ‚ambulant vor stationär’ zu beachten.“ Als weitere Beispiele nannte Rößle die Gründung des Pflegestützpunktes Donau-Ries, die GesundheitsregionPlus DONAURIES oder auch die Erarbeitung eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes durch das Landratsamt. Neben den bereits getätigten hohen Investitionen sei es auch notwendig, als Gesellschaft den Pflegeberuf besser wertzuschätzen.

Als Hauptredner des Pflegegipfels konnte Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel den langjährigen Vorsitzenden des Ausschusses für Pflege, Gesundheit und Prävention im Bayerischen Landtag, Herrn MdL Bernhard Seidenath, gewinnen. Seidenath zeigte anhand der Geburtszahlen auf, dass immer weniger Kinder geboren werden, gleichzeitig jedoch eine immer größer werdende Anzahl an Menschen im Alter gepflegt werden müssen. Er prognostizierte, dass in 20 Jahren jeder dritte Schulabsolvent einen Pflegeberuf erlernen müsste um alle pflegebedürftigen Personen adäquat betreuen zu können. Der Ausschussvorsitzende im Bayerischen Landtag skizzierte in über 10 Punkten wie dem Fachkräftemangel in der Pflege abgeholfen werden kann, aber auch welche weiteren Maßnahmen erforderlich seien um den Pflegeberuf attraktiv zu halten. Neben der Wertschätzung sind auch Anreize während der Ausbildung nötig. Dazu soll die Möglichkeit eröffnet werden, einen Teil der Pflegeausbildung im europäischen Ausland zu absolvieren um neben der Arbeit auch Europa kennenzulernen. Während der Ausbildung sei es wichtig, mittels regelmäßiger Supervision die Auszubildenden im erlernten Beruf zu halten und ggf. weiter zu motivieren. Bernhard Seidenath sieht durch eine akademische Ausbildung künftig ebenfalls die Möglichkeiten, dass Arztleistungen von studierten Pflegekräften übernommen werden. Hier müsse der mittlerweile angebotene Pflegestudiengang jedoch noch besser bekannt gemacht werden. Generell erachtet der Abgeordnete ein soziales Pflichtjahr für Männer und Frauen gleichermaßen sinnvoll. Die Zeit während des sozialen Dienstes könne dazu führen, dass das Interesse an einer künftigen Tätigkeit in der Pflege geweckt werde. Doch nicht nur bei der Ausbildung sieht der Landtagsabgeordnete Handlungsbedarf. Auch bei den jahrelang im Berufsleben stehenden Pflegekräften muss ein stärkerer Fokus daraufgelegt werden „die Pflegenden zu pflegen“. Seidenath belegte anhand von Untersuchungen, dass Beschäftigte in der Altenpflege bis zu acht Krankheitstage mehr im Jahr aufweisen, als durchschnittliche Büroangestellte. Hier fordert Bernhard Seidenath Rehabilitationsaufenthalte für das Pflegepersonal. Auch gehören zusätzliche bezahlbare Wohnungen für Pflegekräfte sowie die finanzielle Besserstellung von Nacht- und Feiertagszuschlägen, ebenso wie steuerfreie Überstunden, zu seinen Forderungen. Als zwingend erforderlich erachtet der Ausschussvorsitzende auch die Unterstützung von Pflegekräften aus dem Ausland, ohne die die hohe Anzahl der pflegebedürften Personen künftig nicht betreut werden können. Hier soll eine „Fastlane“ zur schnelleren Anerkennung von im Ausland erworbenen Pflegeberufen eingerichtet werden.

Welche Aktivitäten bereits auf Landkreisebene erfolgen, stellte der Fachbereich „Besondere soziale Angelegenheiten“ des Landratsamtes sowie der GesundheitsregionPlus DONAURIES in Form von kurzen fachlichen Impulsen dar. Heike Meyr, Leiterin des genannten Fachbereichs, ging insbesondere auf den Bereich der „Beratung“ ein und stellte das Angebot des Pflegestützpunktes Donau-Ries vor. Dieser berät Pflege- und hilfebedürftige Menschen sowie deren Angehörige individuell, unabhängig, neutral und kostenfrei zu allen Fragen rund um das Thema Pflege. Christian Trollmann, Beauftragter für das Thema Seniorenpolitik und die Belange von Menschen mit Behinderung, informierte anschließend über das Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises. Ein wichtiger Baustein dieses derzeit neu ausgearbeiteten Konzeptes sind landkreiseigene Förderrichtlinien, die unterschiedliche Maßnahmen und Projekte (z.B. Ambulante Pflegedienste, Kurzzeit- und Tagespflegeplätze) unterstützen. Die Leiterin des „KompetenzNetz Pflege, Senioren und Menschen mit Behinderung“ Frau Barbara Wilfling stellte die Ziele und Maßnahmen anhand des Jahresprogramms vor. Mit einem kurzen Statement von Frau Julia Lux wurden die fachlichen Beiträge abgerundet. Die Geschäftsstellenleiterin der GesundheitsregionPlus DONAURIES und Co-Organisatorin des Pflegegipfels gab einen Einblick in das Konzept der GesundheitsregionPlus und erläuterte die trägerübergreifenden Aktivitäten zur Nachwuchs- bzw. Fachkräftegewinnung.

In der anschließenden Fragerunde mit Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath haben einige Bürger, aber auch Mitarbeitende von Sozialeinrichtungen, Ihre Anliegen direkt an den Ausschussvorsitzenden formuliert. Interessant war dabei, dass weniger bzw. kaum die Höhe der Bezahlung der Pflegekräfte infrage gestellt wurde, sondern dass hauptsächlich strukturelle Missstände wie beispielsweise die ausufernde Bürokratie oder kaum abzubauende Überstunden bemängelt wurden. Das Thema Pflege beleuchteten in der Diskussionsrunde aus verschiedenen Blickwinkeln der Wemdinger Hausarzt Dr. Jakob Berger, Apotheker Wolfgang Dittrich, die Vorsitzende des Caritasverbands Donau-Ries Doris Ritter sowie der Caritas-Kreisgeschäftsführer Branko Schäpers. Einig waren sich die Beteiligten, dass das Thema Pflege „eine Schicksalsfrage“ für Deutschland werde. Doch auch interessante Ansätze wie der Ausbau der Netzwerkarbeit zwischen allen in der Pflege beteiligten Akteuren oder die Implementierung von Kümmererstrukturen anhand von Nachbarschaftshilfen zeigten weitere Möglichkeiten, die in naher Zukunft grundsätzlich in Betracht kommen.

Die Organisatoren blickten auf einen gelungenen Themenabend zurück, zeigte die große Resonanz doch, wie sehr das Thema Pflege viele Menschen in der Region beschäftige. Gottfried Hänsel betonte bei seinen Abschlussworten, dass der Themenabend zu einer weiteren Sensibilisierung im Umgang mit dem Thema Pflege geführt habe.
(Text: Nicolas Bumba)

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09.04.2024 – Bildungsfahrt nach Roth

 

Zu Beginn der Fahrt hieß Ernst Schwarzkopf alle Teilnehmer herzlich willkommen und informierte über den Ablauf des kommenden Nachmittags. Busfahrer Iwan Lowrenowitsch freute sich uns wieder zu fahren und bedankte sich im Namen der Firma Osterrieder. Über die B2 erreichten wir Roth. Die erste Station war das Industriemuseum. Die Ausstellung befasst sich mit der Herstellung feinster Fäden aus Gold und Silber. Dieses Verfahren stammt aus Lyon in Frankreich und wird hier als Leonische Ware bezeichnet. Im 19. Jahrhundert wurde das Verfahren durch Georg Fournier nach Roth gebracht und vom Tressenfabrikanten Johann Phillipp Stieber großartig ausgebaut. Die Herstellung der Fäden (durch ziehen) erreicht einen Durchmesser von einem Siebtel des menschlichen Haares. Hierbei entstehen Bänder und Tressen verschiedenster Breiten, Farben und Muster. Das Bestücken einer Maschine mit neuen Gold- und Silberdrahtspulen nimmt für zwei Mann eine Woche in Anspruch. Die Führung wurde in zwei Gruppen von Herrn Lösch und Herrn Schubert durchgeführt. Es war hochinteressant und beeindruckend was man schon seit so langer Zeit herstellen kann.
Nach einer Kaffeepause im „Center Café“, wurden wieder in zwei Gruppen aufgeteilt.
Frau Berndt-Hanke und Herrn Herold leiteten die Stadtführung.
Roth wird urkundlich erstmals im Jahre 1060 erwähnt als Bischof Gundekar von Eichstätt die Kirche weihte. Zur Stadt erhoben wurde Roth Mitte des 14. Jahrhunderts. Das Schloss Ratibor wurde 1535 errichtet, als Jagdschloss und als Oberamt für die markgräfliche Verwaltung genutzt. Nach der Besichtiguiborng des Schlosses fanden sich die zwei Gruppen im Gasthaus „Frankenstuben“ zum Abendessen ein. Danach konnte gut gestärkt die Heimfahrt angetreten werden. Auf der Heimfahrt hörten wir noch ein Märchen von den Brüdern Grimm, vorgelesen von Ernst Schwarzkopf der noch auf die nächste Tagesfahrt am Dienstag 11. Juni hinwies, und sich damit verabschiedete. Der Fahrer bedankte bei allen und wünschte einen guten Nachhauseweg.

 
Schloss Ratibor                                                                            Foto: Monika Nawrath


 

02.03.2024 – Wanderung bei herrlichem Sonnenschein
                            zur Kirche Peter und Paul nach Holzkirchen

 
 
Bilder: Erich Rieder und Vereinsarchiv

Rund 40 Mitglieder unseres Vereins fanden sich zum Treffpunkt Metzgerei Konrad Mayer in Amerbach ein um frohgelaunt bei herrlichem Sonnenschein ins Ries mit dem Ziel zur Kirche Peter und Paul, Holzkirchen, zu wandern. Entlang am Bachlauf der gemeindlichen Flurgrenze von Amerbach und Fessenheim erreichten wir als Zwischenstation zur kleinen Rast den Gebetsstock am Wald der Nachbargemeinde Wechingen. Über Muttenau und Speckbrodi führte uns der Weg zur Kirche Peter und Paul, die rund 500 Meter östlich außerhalb von Holzkirchen liegt.
Kirchenvorstand Gerhard Beck begrüßte die Wandergruppe am Eingangstor des Kirchenhofes und wirkte als Kirchenführer. Auf Grund der laufenden Kirchensanierung des Gotteshauses bedurfte es einer Sondererlaubnis um die Kirche zu betreten. An einigen Stellen des Langhauses der Kirche haben sich Putzteile der Decke gelöst, und zwingender Handlungsbedarf für die Generalsanierung ist gegeben.

Auf die Frage der Besucher, warum steht die Kirche des Dorfes Holzkirchen 500 Meter östlich abseits im Wiesental der Wörnitz, auf einem der wenigen hochwasserfreien Plätze, gibt es verschiedene Auslegungen. Gerhard Beck meinte, dass die Nachforschungen auf eine reiche Geschichte des heute kleinen, in früherer Zeit jedoch im Ries nicht unbedeutenden Holz-kirchen stieß. Schon der Name weist darauf, dass es sich um einen Ort kirchlichen Ursprungs handelt, obwohl viele Funde in der Holzkirchner Flur eine vorchristliche Besiedlung des Gebietes nachweist.

Die Entstehung des Ortes Holzkirchen fällt in die Zeit der Besetzung des Rieses durch die fränkische Großmacht in der Mitte des 7. Jahrhunderts. Als fränkisches Königsgut war er einer der Rieser Stützpunkte in der Verwaltung des eroberten Landes.
Den ersten christlichen Hinweis auf den Ort ergab sich in einer fuldischen Reisebeschreibung des Mönches Rudolph aus dem Jahre 836. So wird von einem Reliquienzug von Solnhofen nach Fulda berichtet. Nach den Aufzeichnungen, so Gerhard Beck, soll die Reisegruppe mit dem Mönch Rudolph am Ort Holzkirchen in Alemanien Rast gehalten haben. In der Beschreibung ist von einem „nicht sehr großen Bethaus“ (non grande oratorium) die Rede und von einer großen Menschenmenge, die das Kirchlein nicht fassen konnte.
Gerhard Beck, der auch Erster Vorsitzender der Rieser Kulturtage e.V. ist, führte weiter aus, dass die Grundmauern des heutigen Gotteshauses aus dem 12. Jahrhundert stammen. Über die Entwicklung der Gemeinde im frühen Mittelalter ist kaum etwas bekannt.

Am 16. Mai 1418 wurde von Kaiser Sigismund I urkundlich das Marktrecht mit einem Wochenmarkt und vier Jahrmärkten dem Ort Holzkirchen bestätigt. Dieses Marktrecht wurde bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ausgeübt. In der Urkunde ist Holzkirchen als „Stetlin“ (kleine Stadt) bezeichnet. Mit dem sogenannten „Halsgericht“ übte es die Gerichtsbarkeit
im Gebiet des Oberamtes Alerheim aus. Die letzte Hinrichtung in Holzkirchen wurde im Jahre 1742 vollzogen.

Glaubensflüchtlinge aus dem „Ländlein ober der Enns“ (Oberösterreich) die die Gegenreformation aus ihrer Heimat vertrieb, füllten die Bevölkerungslücken verursacht vom 30jährigen Krieg teilweise wieder auf. Unter 58 Trauungen, die von 1642 -1674 in den Holzkirchner-Kirchenbüchern registriert sind, befinden sich 14 „Emigranten-Hochzeiten“.

Um 1700 wurde das Gotteshaus an der ursprünglichen Stelle in seiner heutigen Gestalt wieder aufgebaut. Kanzel, Taufstein, Empore und Chorgestühl sind bis heute aus dieser Zeit erhalten geblieben. Zwei Holzplastiken einer Kreuzigungsgruppe, Maria und Johannes darstellend, wurden bei einem Einbruch in die Kirche im November 1979 gestohlen.
In einer vollständigen Innenrestaurierung in den Jahren 1978/79 gelang der Versuch, das Gotteshaus in seiner Ursprünglichkeit zu erhalten. Der Wemdinger Künstler und Bildhauer Johannes Engelhardt hat den Altar in Holzausführung gestaltet.

Gerhard Beck, zitierte aus den gefassten Archivunterlagen von RA Hermann Greiner, dass die 300 Seelen-Gemeinde, zu der seit Urzeiten der Weiler Speckbrodi gehört, in den Nachkriegsjahren starke Veränderungen in der Gemeindestruktur erfuhr. Das früher fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt und konfessionell einheitliche Dorf mit seinen seit vielen Jahrhunderten überkommenen Sitten und Ordnungen besteht so nicht mehr. Viele Landwirte bewirtschaften ihr Land nur mehr nebenberuflich und der größte Teil der jungen Generation sind zwischenzeitlich Berufspendler innerhalb der Riesregion.

Vorsitzender Gottfried Hänsel dankte mit bewegten Worten Herrn Gerhard Beck für seine inhaltsreiche Kirchenführung, wünschte ihm und der Kirchengemeinde ein gutes Gelingen bei der großen Herausforderung der umfangreichen Kirchengebäudesanierung und der Restaurierung von Chor und Langhaus der Kirche.

Diakon Werner Appl sprach das Geistliche Wort und mit dem angestimmten Kirchenlied Großer Gott wir loben Dich, endete die geistliche Einkehr in der Dorfkirche Peter und Paul.
Nun ging es über zum geselligen Teil im Gasthaus „Zur Krone“, Inhaber Fritz Fälschle.
Bei einem frisch gezapften Bier und einer Rieser Brotzeit fanden die 40 Teilnehmer zu einem „Wir-Gefühl“. Gerhard Schneid spielte mit seiner Steyrischen Musi auf. So fand ein interessanter Wander- und Kulturnachmittag ein harmonisches Ende.


 

29.02.2024 – Der „geschenkte Tag“ in der Gaststätte „Zur Wallfahrt“

Zwischen überlieferten Bräuchen und Erzählungen 

Pressebericht von Nicolas Bumba – Bilder: Nicolas Bumba und Vereinsarchiv

Der Verein für ambulante Krankenpflege Wemding begeht den 29. Februar als „geschenkten Tag“. Bezirksheimatpfleger Christoph Lang referierte über Bräuche und deren Herkunft.

Alle vier Jahre wird der 29. Februar in Wemding auf besondere Art und Weise begangen. Der Verein für ambulante Krankenpflege Wemding veranstaltet an diesem zusätzlichen Tag im Schaltjahr eine große Mittagsveranstaltung, die als „geschenkter Tag“ gefeiert wird. Nahm diese Veranstaltung im Jahr 2016 ihre erste Auflage, ist die Mittagsgesellschaft alle vier Jahre nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender des örtlichen Krankenpflegevereins wegzudenken. Über 160 Gäste aus der gesamten städtischen Bevölkerung nahmen erneut am geschenkten Tag teil.

In seiner Begrüßung erinnerte Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel an die vergangene Veranstaltung zum geschenkten Tag im Jahr 2020. Die damalige Mittagsgesellschaft, an der ebenfalls über 150 Personen teilnahmen, war die letzte öffentliche Veranstaltung in der Fuchsienstadt, bevor die Corona-Pandemie über zwei Jahre hinweg jegliche öffentliche Veranstaltung aus dem Jahreskalender verbannte. Damals erlebten die Gäste noch unbeschwerte Stunden, schien die Corona-Pandemie doch weit weg. Niemand dachte damals daran, dass kurze Zeit später das gesamte öffentliche Leben mit Lockdowns außer Kraft gesetzt werden würde. Hänsel spiegelte die Corona-Pandemie bewusst in seiner Begrüßung wider, da die Pandemie im Zeitraum 2020 bis 2022 besonders für die Senioren eine besondere Herausforderung im Leben darstellte. „Die Gesellschaft befand sich im Hausarrest“ und wurde der Vereinsamung überlassen, stellte Gottfried Hänsel fest. Er sei glücklich, dass die Pandemie weitgehend überwunden wurde und zwischenzeitlich mit dem 350-jähren Kirchweihfest des Wemdinger Karmelklosters sowie mit dem Schäfflertanz wieder große gesellschaftliche Veranstaltungen in Wemding durchgeführt werden konnten. Die große Resonanz an der diesjährigen Veranstaltung zeige eindrucksvoll das hohe Interesse, diesen besonderen Tag gemeinsam zu begehen. Der 29. Februar stelle in Wemding mittlerweile einen eigenen „Staatsfeiertag“ dar, da dieser zusätzliche Tag in der gesamten Region kaum im Rahmen einer vergleichbaren Veranstaltung gewürdigt werde.

Dieses Jahr gelang es Gottfried Hänsel den schwäbischen Bezirksheimatpfleger Christoph Lang für einen Impulsvortrag zu gewinnen. Christoph Lang referierte über das Thema „Regionale Bräuche bestimmen Jahreslauf und Lebenslauf“. Zunächst erläuterte Lang die Begriffsbestimmung eines Brauchs. Demnach weisen Bräuche eine Regelmäßigkeit und Wiederkehr auf, die von Menschen ausgeübt werden (Brauchträger). Zudem kennzeichnen sich Bräuche durch spezifische Formen, einem Anfang sowie einem Ende. Bräuche können grundsätzlich in allgemeine Bräuche, die überall gleich sind, sowie individuelle Bräuche unterschieden werden. Dabei stellte Christoph Lang fest, dass die meisten Bräuche im Jahreslauf auf einen religiösen Ursprung zurückgehen und sich im Laufe der Zeit auch bei ihrer Ausübung gewandelt haben. Am Beispiel des heiligen Bischof Nikolaus stellte Lang den Veränderungsprozess des Brauches vor. Während im Mittelalter ausschließlich der heilige Nikolaus die Geschenke brachte, wurde im Zuge der Reformation und der damit einhergehenden Ablehnung der Heiligenverehrung die Bescherung auf Weihnachten verlegt. Ebenso kam Knecht Ruprecht als Begleiter des Bischofs Nikolaus erst im Laufe des Spätmittelalters hinzu. Viele religiösen Bräuche wurden jedoch auch während der NS-Zeit umgewandelt und auf einen vermeintlichen germanischen Ursprung zurückgeführt, damit sämtliche christlichen Ursprünge geleugnet werden konnten. So wurde der religiöse Ursprung des Erntedankfestes während der NS-Zeit kurzerhand aus ideologischen Gründen in ein „Symbol germanischen Geistes“ umgewidmet.

Bei den individuellen Bräuchen handelt es sich vornehmlich um Bräuche, die einen reinen Ortsbezug aufweisen oder persönlich im Lebenslauf jedes Menschen zu Tage treten (Taufe, Hochzeit, Beerdigung). Nachdem der geschenkte Tag des Vereins für ambulante Krankenpflege mittlerweile dreimal durchgeführt wurde und einen festen Handlungsablauf vorweise, könne laut Christoph Lang auch hier von einem individuellen Vereinsbrauch gesprochen werden. Bürgermeister Dr. Martin Drexler, der ebenfalls an der Veranstaltung zugegen war, versprach, dass beim nächsten geschenkten Tag im Jahre 2028 eine Beflaggung am Rathaus vorgenommen werde um den Charakter des besonderen Tages für die Stadt Wemding zu unterstreichen.

Wemdings Stadtpfarrer Wolfgang Gebert zeigte sich in seinem Grußwort von den zahlreichen schwäbischen Bräuchen sehr begeistert. Gerade auch der religiöse Ursprung zahlreicher Bräuche veranschauliche eindrucksvoll, dass Bräuche Zeichen des Glaubens seien. Diese Bräuche würden den Glauben auch für das Volk verständlich machen, damit der Glaube auch zuhause gelebt werden könne. Gebert rief die Gäste auch dazu auf, religiöse Bräuche zuhause auch weiterhin mit Leben auszufüllen, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

Nachdenkliche Geschichten, heitere Erzählungen sowie schwungvolle musikalische Stücke durch die Big Band der Anton-Jaumann-Realschule Wemding sorgten dafür, dass viele Gäste bis weit in den Nachmittag hinein zusammensaßen und den geschenkten Tag so verbrachten, wie es Gottfried Hänsel in seiner Begrüßung erklärt hatte – als einen eigenen Staatsfeiertag in Wemding.




 

12.02.2024 – Faschingsveranstaltung der Seniorengymnastik-Gruppen
                            am Rosenmontag  im „Gasthaus Krone“


(Foto: Josef Stenzenberger)

Pünktlich konnte Gerhard Schneid um 14 Uhr mit einem Begrüßungsstück auf seinem Akkordeon diesen Nachmittag eröffnen. Hierzu hatten die Übungsleiterinnen in den Gymnastikstunden eingeladen. Mit Helau-Hela-Gymnastika begrüßte Irmgard Hoinle die gutgelaunten
Gäste für ein paar fröhliche Stunden. Ein besonderer Willkommensgruß galt der ehemaligen Übungsleiterin Emmi Kilg. Mit der Melodie „dort oben auf´m Berg – (Text eigene Dichtung) sangen alle Holla di hio Holla di ho. Da die Tanzrunde ohne Beteiligung über die Bühne ging, wurde eine Schunkelrunde eingelegt. Ein Schachspiel der besonderen Art mit Einem der es kann und dem Anderen der keine Ahnung hat. Tobias: Irmgard Hoinle und Philip: Peter Blessin.
Phillip hat wirklich keinen Schimmer wie es geht. Stellt alles völlig falsch auf macht nur dumme Bemerkungen. Wenn der Bauer das Pferd schlägt will er es dem Tierschutzbund melden, der Turm ist zur Aussicht da und wenn Tobias am Zug ist macht er pft, pft, pft. Tobias gibt auf, das hat wirklich keinen Zweck.
Nach einer Schunkelrunde folgt das Lied „ 3 Chinesen mit dem Kontrabass“ – Drei-Dra-Dre- Dri-Dro-Drau-Dru.
In einem Laden für Dessous wollte Rosi Wiedmann ein heißes Höschen kaufen, jedoch alles was man ihr zeigte war nicht das Richtige für den Winter. Liebestöter hatten sie nicht. In ihrer Verzweiflung blieb ihr nichts anderes übrig als sowas selbst zu nähen und das war mit Abstand der Hammer. Mit  einem riesen Applaus wurde diese Arbeit belohnt.
Wir sind alle über 60, war ein Regelwerk für Menschen wie sie sich in diesem Alter orientieren könnten. Es geht ums Essen und Trinken, Verhalten im Alter, Freunde und Bekannte, wichtige Aktivitäten, den Onkel Doktor nicht vergessen immer positiv bleiben und hoffen auf das Beste! Vorgetragen von Peter Blessin.
Emi Kilg ließ es sich nicht nehmen zu diesem Nachmittag etwas beizutragen. In einer WG taten sich drei Damen zusammen. Mit 60 gingen sie zum Feiern in die Krone. Weil es ihnen so gut gefiel, wurde es mit 70 und 80 wiederholt. Allerdings mit 90 kam bei allen die Aussage – da waren wir noch nie!
Ebenfalls von Emi Kilg: Ich freue mich das ich eine Alte bin. Eine Darstellung von jung bis alt. Zum Schluss noch ein Beitrag von Irmgard Hoinle.
Der Strafzettel: Ein Polizist steht bei einem Auto; ein Ehepaar stellt sich dazu und pöbelt ihn an. Der Beamte schreibt einen Strafzettel. Auf mehrere dumme Bemerkungen kommen schon einige Strafzettel zusammen. Das war den beiden egal denn sie waren ja mit dem Bus hier.
Zum Ende dieses schönen Nachmittags bedankte sich Irmgard Hoinle beim Kronenwirt, dem Musikant Gerhard Schneid und allen Anwesenden für die schönen Stunden.


 

13.01.2024 –  Winterwanderung ins Frankenland zur Nachbargemeinde Polsingen                                           

30 Mitglieder des Vereins für ambulante Krankenpflege Wemding besuchten bei ihrer Winterwanderung am Samstag, den 13. Januar 2024 die fränkische Nachbargemeinde Polsingen und die Diakoneo Behinderteneinrichtung Polsingen. Nach einer erlebnisreichen Wanderung durch Wald und Flur mit Überschreitung der Bezirksgrenze Schwaben und Mittelfranken wurden wir vom 1. Bürgermeister Heinz Meyer und Frau Margit Schmutterer von der Heimleitung in der Diakoneo Kirche „Zum Guten Hirten“ begrüßt.


              Fotos: Wilhelm Zech

Bürgermeister Heinz Meyer betrachtete bei seinem Impulsbeitrag das pulsierende Leben der Großgemeinde Polsingen mit den weiteren Ortsteilen Döckingen, Ursheim und Trendl. Polsingen ist zum einen in der Hahnenkammregion südliches Altmühltal-Franken integriert und führt mit den Nachbargemeinden Markt Heidenheim und Westheim eine kommunale Partnerschaft, aber es bestehen traditionell beste grenzüberschneidende wirtschaftliche wie auch gesellschaftliche gute Beziehungen ins Schwabenland zu den Städten Wemding und Oettingen. Ein sehr reger wirtschaftlicher Austausch besteht zur Nachbarschaft nach Wemding. Viele Arbeitnehmer aus der Großgemeinde Polsingen haben ihren Arbeitsplatz bei den Industriebetrieben und Mittelstands-betrieben in Wemding. Auch die Kinder besuchen seit Bestehen der Realschule in Wemding diese weiterführende allgemeinbildende Schule.

Die vier Ortsteile der Großgemeinde sind nach wie vor landwirtschaftlich geprägt, wobei auch qualifizierte Handwerksbetriebe vor allem angesiedelt im Baugewerbe sich als leistungsfähig darstellen und zum handwerklichen Arbeitsplatzangebot vor Ort beitragen. Aber gut die Hälfte der Arbeitnehmer haben ihren Arbeitsplatz in Wemding und in Oettingen. Diese kurzen Pendlerwege von wenigen Kilometern ersparen den Arbeitnehmern Zeit und Kosten.
Natürlich gingen Bürgermeister Heinz Meyer sowie Frau Margit Schmutterer bei ihren Ausführungen auf das Sozialwerk Diakoneo Polsingen ein. 185 Heimbewohner weist die Behinderteneinrichtung Polsingen auf und dazu kommen noch viele Tagesbetreute aus den ausgegliederten dezentralen Wohnbereichen der Diakoneo-Wohnen Oettingen-Gunzenhausen-Dinkelsbühl-Merkendorf und Muhr am See hinzu. Auch in Wemding wohnen 20 Tagesbetreute, die auf Grund ihrer Selbständigkeit angemietete Wohnungen eigenständig führen.

Eine großartige Ergänzung zu den Heimen in Polsingen zählen die Diakoneo-Werkstätten. Sie bieten den 110 Menschen mit Behinderung halb- oder ganztags Beschäftigung an. Ein Ziel der Förderstätte Polsingen ist es auch, Menschen mit einem hohen Hilfe- und Unterstützungsbedarf so zu helfen, dass sie langfristig dazu befähigt werden, in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu arbeiten.
Deshalb steht die Förderstätte in engem Kontakt zur Werkstatt und bietet neben der Familie oder Wohngruppe einen weiteren Raum für soziale Kontakte und Beziehungen.

In jeder Gruppe werden sechs bis acht Menschen mit Behinderung betreut und gefördert, gab uns Frau Margit Schmutterer dazu Aufschluss. Die tägliche Betreuungszeit ist ganztags oder halbtags möglich. Auch externe Beschäftigte (Menschen mit Behinderung, die zuhause leben) sind herzlich willkommen. Die Beschäftigten jeder Gruppe werden von jeweils zwei bis drei qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern intensiv betreut. Diese hier tätigen fachlich bestens geschulten Mitarbeiter kommen auch zum Teil aus der schwäbischen Nachbarschaft (Wemding, Laub, Fessenheim, Wechingen, Alerheim, Wolferstadt, Otting und Megesheim).

Heilerziehungspflegerin Beate Zimmermann beschreibt Ihren Berufseinsatz bei der „Diakoneo Offene Hilfen“ mit den Worten:
„Ich sehe mich als Alltagscoach und bin für den ganzen Menschen da“.

Erster Vorsitzender Gottfried Hänsel hob bei seinen Dankesworten die langjährige kooperative und freundschaftlich gelebte Zusammenarbeit mit der Gemeinde Polsingen, dem Ersten Bürgermeister Heinz Meyer und dem Gemeinderat hervor. Dies gelte in gleicher Weise und mit großer Wertschätzung der Heimleitung der Diakoneo Frau Roswitha Fingerhut, Frau Margit Schmutterer und Werkstättenleiter Robert Steinberger. Er schätze sehr das über Jahrzehnte erfahrene gewachsene Vertrauensverhältnis, sei dies bei der Spendenunterstützung des Schulfördervereins Anton-Jaumann-Realschule Wemding oder für die nachhaltige Förderung des Bahnhaltes Otting-Weilheim, für den gewährten Bauzuschuss am Bahnhof sowie den jährlichen Kostenanteil für den Bahnhofunterhalt durch die Gemeinde Polsingen.
Nach diesen detaillierten Informationen zur Großgemeinde Polsingen und dem Diakoneo Standort Polsingen ging die Wandergruppe zur Einkehr ins Gasthaus “Schwarzer Adler“ der Familie Kowal. Bei einer guten Brotzeit waren die Strapazen der Wanderung und die befürchtete Begegnung mit „den Wölfen von Sandbrunn“ bald vergessen. Der erlebnisreiche Nachmittag klang mit Musik und Gesang aus. Gerhard Schneid spielte auf der Steierischen Musi zünftig auf.


 

11.12.2023 – Adventsfeier der Seniorengymnastikgruppen im Gasthaus „Zur Ente“

In den Gymnastikstunden wurde zu dieser Feier von den Übungsleiterinnen herzlich eingeladen.
Pfarrvikar Herteis eröffnete mit einem Musikstück auf dem Akkordeon die Feier. Herzlich begrüßte Elisabeth Meyer die anwesenden Gäste und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Das Thema dieses Nachmittages war die Adventsbesinnung „Auf den ersten Blick“. Das war auch das Motiv auf der Einladungskarte zu dieser Adventfeier. Auf den ersten Blick bunte Häuserfronten, lebendige Vielfalt und Hafenidylle. Der zweite Blick zeigt verschlossene Türen und Fenster und eine Abgrenzung nach Nebenan. Durch die Spiegelung sieht man Grenzen verschwimmen und doch entsteht eine gewisse Einheit. Der gesamte Text wurde vorgetragen von: Elisabeth Meyer, Irmgard Hoinle, Walli Seefried, Maria Steiner und Peter Blessin.  Anschließend begrüßte der Vorstandvorsitzende Gottfried Hänsel die Anwesenden sehr herzlich, vor allem die ehemalige Übungsleiterin Emmi Kilg. Mit der Geschichte vom Schmied seiner Familie, Frau und fünf Kinder waren alle gespannt wie es weiter geht. Weihnachten, der Christbaum war geschmückt aber Geschenke für die Kinder, Fehlanzeige. Nachdem alle gewaschen waren verschwand der der Vater in seine Werkstatt und fertigte für jedes der Kinder einen kleinen Hammer. Die Freude der Kinder war riesig denn es endete im Chaos, da ging beim Ausprobieren manches zu Bruch. Bevor sich Gottfried Hänsel verabschiedete überreichte er Irmgart Hoinle, Elisabeth Meyer und Peter Blessin ein Präsent als Dank für gute Arbeit. Stadtpfarrer Gebert war entschuldigt. Zwischen den einzelnen Vorträgen spielte Pfarrvikar Herteis auf seinem Akkordeon. Von Maria Steiner folgte die Betrachtung über das Leben: es ist wie eine Zugfahrt: Leute steigen ein und aus- sie kommen und gehen. Es folgte die Kaffeepause. Bei Kaffee, Hutzelbrot und Stollen ließen es sich die Anwesenden gut gehen. Frau Wanions las anschließend die Geschichte vom drehbaren Christbaumständer vor. Erst geht er gar nicht, wird repariert und siehe da er funktioniert. Er dreht sich, wird immer schneller, es fliegen die Kugeln vom Baum und das Durcheinander ist perfekt. Dem Vortrag von Irmgard Hoinle „Ein Weihnachtsengel“, folgte das Schluss Lied: O du Fröhliche. Die Gruppensprecherinnen und Gruppensprecher hatten gesammelt und konnten somit den Übungsleiterinnen im Namen der Turnerinnen und Turner eine Blumenschale und je einen Einkaufsgutschein übergeben. Nach dem Verteilen von kleinen Geschenken, bunte Steine mit Magnet durch die Übungsleiterinnen und den Wünschen auf frohe Feiertage fand dieser Nachmittag einen schönen festlichen Ausklang.
Foto: Josef Stenzenberger


 

07.12.2023 – Spendenübergabe an Frau Gudrun Brendel vom Caritas-Beratungsbüro

Eine Spende in Höhe von 300 € übergab die Vorstandschaft des Vereins für ambulante Krankenpflege an Frau Gudrun Brendel für die caritative Betreuungsarbeit.
Damit unterstützt der Verein die seit 35 Jahren geleisteten wertvollen Dienste des Caritas Beratungsbüros für die Region Wemding.
Der Geldbetrag stammt vom „Filmnachmittag für Senioren“, der vom Verein aufgestockt wurde. (Foto: Vereinsarchiv


 

02.12.2023 – Winterwanderung nach Otting

An der idyllischen Winterwanderung nach Otting nahmen 19 Mitglieder teil und alle waren von der Schneelandschaft begeistert. Ab Treffpunkt Waldsee ging es durch Wald und Flur über Waldstetten nach Otting. Nach 100 Minuten anstrengender Wanderung erreichten wir unsere Nachbargemeinde Otting. Unsere Wandergruppe Gruppe wurde vom zweiten Bürgermeister Herbert Löfflad und Altbürgermeister sowie Kirchenpfleger Johann Bernreuther an der Schlosskapelle und früheren Wallfahrtskapelle „Mater dolorosa“ begrüßt. Viele waren von der relativen Größe der Schlosskapelle überrascht. Nach dem Erwerb der Kapelle durch die Gemeinde Otting, entschied sich der Gemeinderat für eine baldige Generalrestaurierung der ehemaligen Kirche, die vor gut 100 Jahren noch im Besitz der Schlossbesitzer von Otting war. Kirchenpfleger Johann Bernreuther gab Aufschluss über die letzten Monate und führte aus, dass die erhobene Vollplanung zu Investitionskosten von gut 1 Million Euro kam. Nach dem „Gefahr in Verzug“ bestand, war die Gemeinde bedacht sehr rasch noch in diesem Jahr mit der Kirchenrestaurierung zu beginnen. Nach den ausgeführten Arbeiten an „Dach und Fach“ erfolgen nun ab 2024 die künstlerische Restaurierung an der Raumschale. Zweiter Bürgermeister Herbert Löfflad führte aus, dass nach Abschluss der Sanierung die Schlosskapelle auch zukünftig für Gottesdienste dienen wird, aber auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden soll. So auch als Ort für weltliche Trauungen mit anschließender kirchlicher Trauung.

Eine erhebliche finanzielle Unterstützung erhoffen sich die Verantwortlichen von der Öffentlichen Hand, von Stiftungen und natürlich bedarf es auch eine große Spendenbereitschaft aus der Bürgerschaft, um die anfallenden Baukosten von rund 1.2 Millionen Euro finanzieren zu können. Über den bisherigen erbrachten Sanierungsbestand waren die Repräsentanten der Gemeinde und der Kirchenstiftung sehr zufrieden und die Wemdinger Besucher wünschten der Gemeinde Otting für ihre Kulturstätte „Glück auf“ und viele Spender aus der Region Wemding, die hier ein Kirchengebäude mit Geschichte vor dem Verfall retten.
Weitere Erkundungsstationen waren anschließend der gemeindliche Kindergarten, Rathaus und die Pfarrkirche St. Richard. Kirchenpfleger Johann Bernreuther ging bei seiner Führung auf das große Unwetter vom 15. August 2017 ein. Von diesem Jahrhunderthochwasser war auch die Ortskirche betroffen und im Kircheninnern war der Wasserstand bei über 20 cm angekommen. Der Kirchenboden wie auch die Kirchenbänke waren sehr in Mitleidenschaft gezogen und bedurften einer Ersatzmaßnahme.

Die Winterwanderung fand bei einer Bayerischen Brotzeit im Gasthaus Roßkopf ihren Abschluss und Vereinsmusikant Gerhard Schneid spielte auf seiner Steyrischen Musi auf.


Die Schlosskapelle, die zur Zeit von der Gemeinde renoviert wird war erstes Ziel der Wanderung.


Gottfried Hänsel bedankte sich bei Kirchenpfleger und Altbürgermeister Bernreuther und zweiten Bürgermeister Löfflad für die freundliche Begrüßung und fundierte Erläuterungen der Ortsgeschichte Ottings.
In geselliger Runde – im Gasthaus Roßkopf – spielte Gerhard Schneid auf.

Fotos: Monika Nawrath


 

08.11.2023 – Filmnachmittag für Senioren im Kolpingheim 

Einsamkeit – wie geht man damit um?
3 moderierte Kurzfilme, tiefgreifende Gedanken und Gespräche bei Kaffee und Kuchen

Das Herbstthema der Gesundheitsregionplus der GkU-Donauries, nämlich „Einsamkeit im Alter“ hat der Verein für Ambulante Krankenpflege Wemding vor kurzem zum Thema eines nachmittäglichen Treffens für Seniorinnen und Senioren gemacht und damit reichlich Mut bewiesen. Wer möchte schon zu einer Veranstaltung gehen, um über seine Einsamkeit zu reden? Die 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Vorsitzender Gottfried Hänsel begrüßen konnte, haben es auf jeden Fall nicht bereut.

Drei Impulsfilme hatte Moderator Theo Knoll aus der Medienzentrale der Diözese Eichstätt eingesetzt, die in hochklassigen Darstellungen unterschiedliche Situationen von Einsamkeit äußerst einfühlsam präsentierten. Zwei Personen, die am Fenster gegenüberliegender Häuser Blickkontakt aufnehmen, während das Leben auf der Straße ungebremst stürmisch pulsiert. Eine aktive und phantasiereiche Aktion der einen Person erleichtert die Einsamkeit der anderen Person erheblich. Im zweiten Streifen erfüllt ein Witwer den Wunsch seiner verstorbenen Frau, einen Eimer Erde aus dem Garten ihres Elternhauses auf ihrem Grab zu haben. Wie dadurch die Einsamkeit der jetzigen Hausbesitzerin einen entscheidenden Impuls zur Überwindung ihrer Einsamkeit erfährt, zeigte der Film äußerst berührend. Schließlich präsentierte der 3.Film in nur 7 Minuten, wie ein Papierflieger den trist-grauen Alltag einer einsamen Frau wieder mit Farbe und damit Leben füllt.

Lebhafte Gespräche zwischen den Filmen und beim Kaffee ließen die Einsamkeit zumindest kurz vergessen. Mit Anregungen zur Überwindung der Einsamkeit verließen die Besucher:innen diese gelungene Veranstaltung, die von Martin Ziegler organisatorisch perfekt vorbereitet worden war.



Fotos: Vereinsarchiv


 

19.10.2023 – Altstadtspaziergang vom Rennerring in den Seilergarten und zu einer                                     zünftigen Brotzeit


 

 

Liebe Freunde des Vereins für ambulante Krankenpflege Wemding, am 19.10. hatten wir mit 52 Teilnehmer bei unserem Altstadtspaziergang einen sehr guten Zuspruch erhalten. Wie eine große Riesenschlange zog sich die Gruppe durch den Inneren Stadtgraben mit Stopps am Pulverturm (Folterturm), an der Gedenktafel von Franz Forell, am Boule-Spielplatz und die Wegführung zog sich übers Tirol, Wimburggasse, Holledau und Rennerring zum Stadtgrabengarten Wolfgang Frank.

Vielen war es nicht bekannt, dass zu früherer Zeit als es in Wemding 12 Brauereien gab auch Hopfen angebaut wurde. Deshalb gibt es die Straßenbezeichnung „Holledau“. Wolfgang Frank und sein Sohn Tobias erwartete die „Altstadterkundler“ in seinem Altstadtgraben und er hatte alles zur Demonstration des Seilerhandwerks aufgebaut. Die beiden Ziehböcke waren positioniert, aber der verstärkt auftretende Regen verhinderte die Darstellung. Schade, dass wir diese Vorführung abbrechen mussten. Auf jeden Fall ist Wiederholung im nächsten Jahr angesagt. Unser weiteres Nahziel war die „Einnahme des Baronturms“. Fast alle Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen, die vier Etagen zu erklimmen. Sie waren über den schönen Blick über die Altstadt erfreut. Gleich wurden Pläne geschmiedet in welcher Etage das Wohnzimmer sein könnte und ob auch noch ein Wellness-Bereich Platz haben könnte?

Gottfried Hänsel fragte nach dem Turmbestieg, ob nun jetzt Interesse bestehe den Baronturm zu mieten? Aus der Runde wagte niemand ein Mietangebot abzugeben. Wer als erster zuckt (bietet) hat schon den Zuschlag vom Bürgermeister. Vermutlich wollte sich keiner outen und sich in die Karten schauen lassen.
Am Büchel vor dem schönen Anwesen von Trudl Schneid und Sohn Peter Schneid versammelten sich die Gruppe. Nun stellte sich die Frage: wann wird denn die Brunnenfigur am neu geschaffenen Brunnenplatz aufgestellt? Vor allem konnte niemand das Geheimnis lüften, welche Figur nun ausgewählt worden sei? Manche meinten, eigentlich hätte sich der Metzger die Ehre verdient, dem erst jüngst das Schwein entlaufen ist. Dann könnte man den Vorbesitzer (Josef Rusch) des Anwesens auch noch gleich mit ehren, der ja vom Berufsstand Brandmetzger war.

Die letzte Station war die Sackgasse „Bettelmannsumkehr“.
Wegen der Wetterunsicherheit verlegten die Verantwortliche Regie schnell entschlossen den angedachten langen Tisch auf der Straße in die Backstube von Sepp Weißgerber. Beim näheren Zusammenrücken hatten dann doch alle Platz und sie waren über die angebotene Bettelmannsbrotzeit sehr angetan. Gerhard Schneid spielte mit seiner Steierischen Musik auf und die Geselligkeit tat jedem gut. Bei frohen Liedern gab es dann in den Pausen dann doch viel zu erzählen. Alte Wemdinger Geschichten wurden zum Besten gegeben. Wenn der Batzenbeck das Geld versteckt…
Stolz war Sepp Weißgerber in seinem neuen Back-Restaurant „Zum Deinesbeck“ doch so viele Gäste begrüßen zu können. Er meinte, vielleicht greift seine Tochter Ursula seine neue Geschäftsidee auf, egal an welchem Standort in der Altstadt auch immer. Erst vor wenigen Tagen am 2. Oktober feierte er mit 80 Gästen seinen 80 Geburtstag.
Abschließend darf ich mich als 1. Vorsitzender bei allen Unterstützern des Altstadtspaziergangs aufrichtig bedanken.
Hans Berber für die Beilagen zum Brot, Sepp Weißgerber als Gastgeber, Otto Unflath für Transporte, Wolfgang Frank für die Treppenreinigung am Aufstieg Baronturm und Gerhard Schneid für sein Aufspielen.
Einen lieben Dank sage ich unseren Vorstandsmitgliedern Christa Karmann und Monika Nawrath für die Organisation, für die Zubereitung der Brotzeit und für die schöne Tischdeko. Beide haben schon Stunden zuvor die Brotzeit vorbereitet. Meine Frau Marie-Luise war als dritte im Helferteam eifrig tätig und hat zum Gelingen beigetragen.
Wir werden unser Seniorenprogramm im nächsten Jahr mit Altstadtspaziergänge, Kultur-Radeln und Winterwanderungen fortsetzen.
Nun wünsche ich Ihnen noch schöne restliche Oktobertage.

Viele Grüße, Gottfried Hänsel, 1. Vorsitzender


 

11.10.2023 – Gesundheitsvortrag mit Chefarzt Prof. Dr. Bernhard Kuch

„Frauenherzen schlagen anders – Männerherzen auch“

Der Gesundheitsvortrag mit Prof. Dr. Kuch, Nördlingen, im Ausweichquartier Kolpingheim fand großen Zuspruch. Ca. 70 Personen folgten den informativen Ausführungen zur aktuellen Thematik rund um das menschliche Herz.


 

10.10.2023 – Bildungsfahrt nach Oberschönenfeld

Nachdem alle Reiseteilnehmer Ihren Platz eingenommen hatten, wurden sie vom Fahrer Iwan Lowrenowitsch herzlich begrüßt. Nach Information zum Bus, konnte pünktlich gestartet werden. Reiseleiter Ernst Schwarzkopf bedankte sich für Genesungswünsche und hieß die Teilnehmer mit einem Herbstgedicht herzlich willkommen. Die Anfahrt über Augsburg zum Kloster Oberschönenfeld verlief mit der Schilderung über de4n Tagesablauf sehr kurzweilig. Der Vorstandsvorsitzende des ambulanten Krankenpflegevereins Gottfried Hänsel traf erst zur Führung im Kloster ein. Die Gründung des Ordens hat seinen Ursprung in Frankreich, etwa im 11. Jahrhundert. Zu der ersten Führung begaben sich die Teilnehmer in die Klosterkirche „Maria Himmelfahrt“. Die Klosteranlage wurde im Jahr 1211 gegründet und ist die älteste Anlage der Zisterzienserinnen. Aus dem Jahr 1248 stammt die erste urkundliche Erwähnung von Kloster Oberschönenfeld. Die Bestätigung der Privilegien des Zisterzienserordens für Oberschönenfeld erfolgte durch Papst Innozenz. In den Jahren 1657-1685 vollendete die Äbtissin Anna Maria Weinhart die Wiederherstellung des Klosters nach den Schrecken des dreißigjährigen Krieges. Nach dem Besuch in der Klosterkirche wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe zur Frau Steinfells ins Volks-Museum, die andere Gruppe zur Frau Holl-Enzler zur Führung in der Klosteranlage. Es folgte eine Kaffeepause und weil es das Wetter erlaubte fand die im Freien unter Kastanienbäumen statt. Nach Kaffee und Kuchen wechselten die Gruppen jeweils zur anderen Führerin. Im Volksmuseum bekam man einen Einblick über Schwaben und bei der Führung durch die Klosteranlage über die Verwendung der Gebäude, Früher und Heute. Hie verabschiedete sich der Vorsitzende Gottfried Hänsel da er noch einen wichtigen Termin wahrnehmen musste. Die Teilnehmer begaben sich zum Bus zur Fahrt nach Anhausen Markt Diedorf ins Gasthaus „Traube“ zum Abendessen. Nach einem gemütlichen Beisammensein wurde die Heimfahrt angetreten. Ernst Schwarzkopf wies noch auf die Fahrten im nächsten Jahr hin und wünschte eine gute Heimkehr. Ein herzlicher Dank an Ernst Schwarzkopf für die schöne Fahrt und den Fahrer Iwan Lowrenowitsch, weil er alle gut wieder heimgebracht hat.

Fotos: Monika Nawrath


 

27.09.2023 – Mittwoch 15:30 Uhr, Messe zum Gedenken an Vinzenz von Paul

Seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten gedenken wir als Verein für ambulante Krankenpflege am Ehren- und Gedenktag von Vinzenz von Paul seiner Lebensleistung. Er gab den kranken Menschen seelsorglichen Beistand, aber vor allem stand er den von Krankheit heimgesuchten Menschen aufopferungsvoll pflegend zur Seite.  Um mehr Hilfe in der Krankenpflege zu ermöglichen, gründete Vinzenz von Paul eigens einen Frauenorden. Die dann nach ihm genannten Vinzentinerinnen haben sich der Krankenpflege ausschließlich gewidmet. So fanden viele Menschen durch die fachlich angewandte Krankenpflege Hilfe und Beistand. Viele der ihnen anvertrauten Menschen fanden Heilung oder sie konnten in menschlicher Würde den nicht abzuwendenden Tod schmerzlindernd auf sich nehmen.


 

24.09.2023 – Sonntag, 16:30 Uhr, Patroziniumsfest St. Emmeram

Wie in den Vorjahren fand am Nachmittag des Patronziniumsfestes die Gebetsstunden der kirchlichen Verein statt.
Für unseren Verein sieht der Plan die Gebetsbetrachtung von 16.30 Uhr bis 17.00 Uhr in der Pfarrkirche vor.


 

15.09.2023 – Abschluss des Kurses „Kleine Auszeit“ mit den Übungsleiterinnen
                            Silke Handschiegel-Rau und Ingrid Doll. 


Am vergangenen Freitag fand das letzte
Treffen der „kleinen Auszeit vom Alltag nach Kneipp“ für dieses Jahr mit Frau Handschiegel-Rau und Frau Doll statt. Bei schönstem Wetter trafen sich alle Teilnehmer auf der Wemdinger Platte
und nach einem Gedicht über die Zeit und einigen Gigong-Übungen konnten alle bei einer Meeresrauschen-Meditation die Seele baumeln lassen. Natürlich durften auch ein paar Lockerungsübungen und das Stressabschütteln nicht fehlen. Nach einer Atemübung und einer Gesichtsmassage erfuhren wir, dass Lachen und lächeln im Alltag sehr wichtig sind. Danach hatten alle die Gelegenheit die schöne Aussicht über Wemding und das Ries zu genießen. Abgerundet wurde der schöne Spätnachmittag ganz entspannt mit Getränken, Kuchen und guten Gesprächen.
Den Übungsleiterinnen Frau Handschiegel-Rau und Frau Doll dankte 1. Vorsitzender Gottfried Hänsel im Namen der Vorstandschaft  und überreichte jeweils einen Biedermeier-Blumenstrauß.


 

13.09.2023 – Gesundheitsvortrag, mit Dr. Dirk Boujong

„Chronischer Schmerz und multimodale Therapie –
die Schmerztagesklinik Nördlingen“

Am Donnerstag, 13.09., fand der Gesundheitsvortrag mit Dr. Dirk Boujoung, Nördlingen, im Ausweichquartier Kolpingheim statt. Wir hatten mit 45 Personen einen guten Zuspruch. Dr. Boujong erklärte seine Behandlungsmethodik der Schmerzbehandlung.


 

26.07.2023 – Sommerfest der Gruppe „Seniorengymnastik“
in der Aula der Grundschule


Foto: Irmgard Hoinle

Dank der freundlichen Zusage von Frau Direktorin Margit Stimpfle, konnten wir die Aula der Grundschule für dieses Fest benutzen. Ein besonderer Dank ebenfalls an Hausmeister Herrn Kretschmer für das Aufstellen der Tische und Stühle. Die Dekoration der Tische erledigten Irmgard Hoinle und Elisabeth Mayer. Pünktlich nachdem alle Gäste anwesend waren, wurden sie von Elisabeth Mayer begrüßt, die allen gute Unterhaltung und ein paar schöne Stunden wünschte. Zu Beginn sangen wir gemeinsam „Aus grauer Städte Mauern“. Es folgte der Sketch:“ Auf`m Bänkle“ Er: Eliesabeth Mayer, Sie: Irmgard Hoinle. Es wurde geratscht und viel gesprochen über Dui und Dere und alles Mögliche. Es folgte ein Bewegungslied: Auf dem Baum ein Kuckuck saß. „Wenn die bunten Fahnen wehen“ sangen anschließend alle gemeinsam. Die Verabschiedung in diesem Rahmen von Resi Hollerung konnte nicht stattfinden. Das wird persönlich von Irmgard Hoinle erledigt. Der Einladung gefolgt ist Bürgermeister Dr. Martin Drechsler, der sich herzlich bedankte und in seiner Ansprache allgemeine Themen berührte. Bei seinem vollen Terminkalender war danach sein Aufenthalt beendet. Der Vorstandsvorsitzende Gottfried Hänsel konnte aus privaten Gründen nicht anwesend sein. Die Gruppensprecherinnen Rosi Wiedmann und Maria Steiner überreichten mit Peter Blessin den Übungsleiterinnen als Dank ein Blumenpräsent.  In der Folge wurde der Sketch: Auf der Post: angesagt. Kundin Maria Steiner und Postbeamter: Peter Blessin. Freundlich begrüßt wurde die Kundin vom Beamten, die ein Einschreiben abholen wollte. Um sich auszuweisen verlangte der Beamte den Personalausweis, der war auf dem Passamt zur Verlängerung, der Reisepass war bei der Mama die weit weg wohnt und eine Geburtsurkunde hat Sie auch nicht. Der Mutter hat sie geschrieben den Pass per Einschreiben zu schicken, aber der Beamte weigert sich das Einschreiben zu öffnen, da sie sich nicht ausweisen kann. Einen Führerschein hat sie nie bestanden und einen Blutspenderausweis hat sie auch nicht. Darauf erklärt sie der Beamte für unbekannt verstorben. Auch das kann er ohne Personalausweis nicht bestätigen. Die Geschichte von zwei Wiesenblumen, vorgetragen von Emmi Kilg und die Abfrage nach Titeln von Liedern, wenn nur Bruchteile des Textes genannt wurden war sehr amüsant. Nun war es dann Zeit für eine Stärkung. Die mitgebrachten Salate von den Teilnehmerinnen und der Fleischkäse von der Metzgerei Hagenberger standen bereit zum Verzehr. Nach gemütlichem Essen und einem ruhigen Ausklang fand der Nachmittag sein Ende.


 

 11.07.2023 – Bildungsfahrt nach Fürth


Foto: Monika Nawrath

Zu der Fahrt begrüßte die Busfahrerin Nadja Böhm die Teilnehmer und wies gleichzeitig auf die entsprechenden Sicherheitsbestimmungen hin.
Ernst Schwarzkopf der diese Fahrt vorbereitet und organisiert hat, konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Eine Karte mit den besten Genesungswünschen wurde von allen im Bus unterzeichnet.
Mit Wilhelm Zech hatten wir einen kompetenten Ersatz als Reiseleiter. Seine guten Kenntnisse zur Kleeblattstadt Fürth und die Liebe zum Fußballverein Greuther Fürth waren von Vorteil. Der Vorstandvorsitzende Gottfried Hänsel ließ sich auf Grund wichtiger Termine entschuldigen.
Angekommen in Fürth wurden zur Stadtführung zwei Gruppen gebildet, eine von Frau Kirsten Janisch und die andere von Herrn Gerhard Bauer geführt. Die Bedeutung des Kleeblattes ist nicht eindeutig zu benennen. Im dreißig jährigen Krieg wurde Fürth niedergebrannt. Der Wiederaufbau fand auf den alten Fundamenten statt. Die erste Eisenbahn wurde 1835 von Nürnberg nach Fürth in Betrieb genommen. Nach der Machtübernahme durch Hitler wurden 1938 alle Synagogen zerstört. Die jüdischen Bewohner die sich ins Ausland retten konnten hatten Glück gegenüber diejenigen die in Lager deportiert wurden. Seit Ende des zweiten Weltkrieges gibt es wieder jüdisches Leben in Fürth mit etwa 300 Einwohnern. Die gesamte Einwohnerzahl in Fürth beträgt etwa 130.000 Menschen. Nach dieser eindrucksvollen und interessanten Führung war Mittagessen im Gasthaus „Zum Tannenbaum“ angesagt. Da die Speisen im Bus festgelegt und bestellt waren wurden alle flott bedient. Nach einer gemütlichen Mittagspause standen der Besuch der Synagoge mit zwei Gruppen und eine Gruppe die den jüdischen Friedhof besuchte an. Der Friedhof wurde im Jahr 1670 angelegt. Frau Anette Gebhardt und Herr Robert Kofer führten über den Friedhof. Da die Ruhestätten nicht aufgelöst werden, haben sie Bestand für die Ewigkeit somit wird ein neuer Friedhof angelegt. Nach diesen eindrucksvollen und interessanten Eindrücken wurde der Tag mit der Heimfahrt beendet.
Ein besonderer Dank an Wilhelm Zech der die Aufgabe vollendet gemeistert hat und an die Fahrerin Nadja Böhm die uns sicher wieder nach Hause gebracht hat.


 

06.07.2023 – Altstadtspaziergang gab den Teilnehmern Einblicke über unsere Stadtgeschichte und sie erfreuten sich im Rosengarten durch eine gepflegte Blumenpracht.



Fotos: Erich Rieder und Vereinsarchiv

Trotz Sahara-Temperaturen fand sich eine große Schar zum Altstadtspaziergang am Treffpunkt Kapuzinergraben ein. Dieses Mal standen der westliche Stadtgrabenteil sowie das Spitalviertel auf unserer Erkundung an. Der erste Halt war die Stele des Künstlers Hans Engelhardt mit dem in Stein gemeißelten nachdenklichen Sinnspruch:

SO IHR WEIZEN SAET WERDET IHR NICHT ROGGEN ERNTEN
SO IHR ROGGEN STREUT KANN EUCH NICHT REIS ERBLÜHEN
SO IHR HASS SAET KÖNNT IHR NICHT LIEBE ERNTEN

Erster Vorsitzender Gottfried Hänsel ging auf den Spruch ein und schloss daraus, wenn die Menschen diese inhaltliche Botschaft im Alltag lebten, würde viel Streit und Hass gar keinen Nährboden finden.
Zu Johannes Engelhardt meinte er, dass er wie ein geworfener Stein im See viele imposante Wellen zog, sei dies als Künstler, Unternehmer oder Unterhalter in Gesellschaft. Trotz seiner manchmal eigenwilligen Art hatte er einen tiefen Kern, man könnte auch dazu Herz sagen. Er konnte mit seinem Mut zum Wagnis und seiner enormen Schaffenskraft Ziele erreichen und überschreiten, die ein verzagter Mensch nicht zu denken vermag. Als Beispiel nannte Hänsel den Steinaltar von der Marienkapelle auf Schloss Hirschberg bei Beilngries. Bei Betrachtung dieses Altarraumes spürt man Engelhardts Gabe, den rohen Stein zu formen und zu veredeln, ja majestätischen Glanz zu geben.

Die weitere Statio war der blühende Rosengarten
Frau Christa Stöckle gab den „Stadterkundlern“ Aufschluss über die Entstehung des Rosengartens. Im Vorfeld der 1200-Jahr-Feier der Stadt Wemding kam von Bürgern der Stadt der Vorschlag, einen Rosengarten anzulegen. Geeignetes Gelände fand sich im oberen Bereich des ehemaligen Michelgrabens, der lange Zeit als Krautgarten der Familie Michel genutzt worden war und nun der Stadt Wemding gehört.Dem historischen Anlass entsprechend sollten Rosen gepflanzt werden, die schon Jahrhunderte in Europa und darüber hinaus bekannt waren und unter dem Namen „Historische Rosen“ geführt werden. Die Zeit der historischen Rosen endete ca. 1850, als aus China Rosen mit weiteren Eigenschaften kamen und diese mit den historischen Rosen gekreuzt wurden.
Brunnentrog und Sitzbänke gestaltete Fred Jansen, Axel Beinroth fertigte die Tonschilder. Beide hatten ihre Werkstatt in der unmittelbaren Umgebung. Die Auswahl der Rosen lag in den Händen von Monika Knecht-Frey. Pflanzung und Pflege des Gartens wurden und werden bis heute von Ehrenamtlichen übernommen. Für den interessierten Besucher liegt in der Touristenformation ein Faltblatt auf, mit dessen Hilfe er Standorte der verschiedenen Rosenschönheiten finden kann.
Historische Rosen haben viele gute Eigenschaften. Sie sind winterfest und für alle Gartenlagen geeignet. Sie blühen weiß oder rosa, blühen nur einmal im Jahr und sie duften. Zur Hauptblütezeit im Mai und Juni schwebt über dem Stadtgraben zwischen Fuchsturm und Häutbachturm eine Wolke von Rosenduft. Und dieser Rosenduft erreichte an diesem Tag des Rundgangs auch die Besucher.

Kinderspielplatz und Treffpunkt der jungen Mütter unserer Stadt
Nur wenige Schritte weiter an der Weißenbachstraße kam die neugierige Frage auf, warum hat der Spielplatz so eine geschwungene Formgestaltung und sieht wie unser Ries aus. Auch hierzu wusste Frau Stöckle uns Interessantes zu berichten. Eine Gruppe von Wemdinger Bürgerinnen engagierte sich bei der Neuanlage des Spielplatzes am Neuen Tor und suchte nach einem erfahrenen Planer. Veronika Brandl aus Amerbach, die zu dieser Zeit ein Praktikum in einem ansässigen Architekturbüro absolvierte, erstellte einen Entwurf, der von der Stadt Wemding angenommen und umgesetzt wurde. Den kreisrunden Sandspielplatz in der Mitte teilt eine Linie von Steinquadern, das Gelände ringsum wurde ansteigend aufgeschüttet und mit kleinen Laubhecken bepflanzt.
In der Vorstellung fügen sich die Teile zusammen zum Modell der unmittelbaren Umgebung. Bewaldete Hänge umrunden den Rieskrater mit der Wörnitz als Hauptfluss. Der Spielplatz am Neuen Tor: das kleine Ries.
Zu dieser treffenden Erklärung meinten die Teilnehmer, dass dies ja eine tolle Gestaltungsidee war, im Stadtgraben den Bezug zum Ries zu spiegeln.
Kurzweilig verlief der weitere Weg am Rennerring an der Werkstätte des „Hummelschreiners“ Johannes Schmidt und heutigen Werkstätte des Künstlers Axel Beinroth vorbei. Schreinermeister Johannes Schmidt war bei Geburt und Tod ein gefragter Mann. So wurde er aufgesucht, um zur Geburt eine Wiege zu bauen und beim Tod musste er rasch einen Sarg anfertigen. Dies war wohl für ihn ein auskömmlicher Nährstand.

Kapitel Hospital Wemding
Das eigentliche Ziel an diesem Sonnennachmittag war das Spitalviertel. Gottfried Hänsel führte die Gruppe in den Vorraum zur Spitalkirche und erklärte die verschiedenen Bilder. Ein Bild zeigt die wirkenden Spitalpfarrer aus den Jahrhunderten 1600 bis 1800.
Auch das Bildnis vom ehemaligen Stadtpfarrer, Spitalpfarrer und Reichstagabgeordneten Johann Ägid Pütz fand hier seinen ehrenden Platz. In der Tat hat Stadtpfarrer Pütz für das Hospital in der jüngeren Zeitgeschichte des Hospitals seine markanten Spuren hinterlassen. So war er Gründer des ambulanten Krankenpflegevereins Wemding mit dem damaligen Vereinssitz Spitalgasse 2. Auf seine Initiative hin war es auch unserer Stadt möglich gewesen, Ordensschwestern vom Mutterhaus Augsburg nach Wemding zu holen. Die Schwestern des Hl. Vinzenz wirkten von 1910 bis 1984 im Spital.
Zu ihren täglichen Aufgaben zählte die stationäre Pflege, die Versorgung der im Hospital lebenden Pfründnern sowie die ambulanten Hausbesuche in Wemding und in den Nachbarorten.
Es ist Pfarrer Pütz sowie Sanitätsrat Dr. Engelbert Bayr zu verdanken, dass im Wemdinger Spital ab 1920 ein Bezirkskrankenhaus eröffnet werden konnte. Im Volksmund sprach man vom Spitalkrankenhaus, das eine Aufnahmemöglichkeit von 30 Patienten aufwies.  Unsere Wemdinger Hausärzte betreuten die stationären Patienten und führten auch in Notfällen Operationen aus.
Unser Spital war natürlich auch eine Geburtsklinik und viele Wemdinger sind stolz auf den standesamtlichen Vermerk „Geburtsort Wemding“. Auf Anordnung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern wurde das Belegkrankenhaus Wemding 1980 geschlossen und 1984 wurde der Schwesternkonvent aufgelöst.

Kapitel Gründung des Spitals
Gottfried Hänsel ging in seinen zeitgeschichtlichen Betrachtungen natürlich auf die Gründerzeit ein und wies auf die Fundstellen der Bruchchronik hin. Nach diesen Überlieferungen gründete zur Wohltat anno 917 eine edle Frau Winpurc im Bereich des ehemaligen Seegartenhofes ein Hospital für Arme und Reisende (Laber Chronik). Neben diesem Hospitium (Spitalhaus) wurde ein Kirchenbau erstellt, und diese kleine Spitalkirche war die erste Kirche in Wemdingen.
Um das Jahr 898 hatte eine „adeliche Frauensperson“ mit Namen Winpurk (auch Winpurc geschrieben) Nördlingen zu Besitz. Zu diesem ansehnlichen Besitz bekam die Edle Frau noch den Ort Wemdingen und zwar gemäß einem Vergleich zwischen ihr und dem Bischof Tuto zu Regensburg. Dieser Vergleich wurde in einer Urkunde von Kaiser Arnulph im Jahre 898 bestätigt. Es wird auch berichtet, dass Kaiser Arnulf und Winpurk sich vertraut waren und es deshalb zu diesen Schenkungsakten kam.
Die erlangten Besitzungen in Wemding waren für Winpurc beachtlich und nach vorliegenden Aufzeichnungen aus dem Jahre 1454 ergab sich ein Eigentum von 171 Tagwerk. Zum damaligen Umgriff des Spitals zählten das Spitalhaus, das dortige Kirchlein und ein kleines Kloster zu Sandbron. Die Gebäude war ausschließlich Holzbauwerke.

Einen markanten Aufschwung erhielt das Spital durch die Grafen von Oettingen.
Sie erwarben das Bischöflich-Regensburgische Lehen im Jahre 1306 und konnten dieses in sechs Regierungsperioden bis 1467 ihr Eigen nennen. Unter den Grafen Ludwig XII. und Friedrich III. von Oettingen kommt nicht nur die Stadt in gute Hände, sondern auch das Hospital erfährt fortan eine gedeihliche Entwicklung und Förderung. 1380 wurde nach größeren Erweiterungen die Spitalkirche durch den Eichstätter Weihbischof eingeweiht. Mit dem Bau des Spitalpfarrhofs im Jahre 1454 wurde zur Hospitalstiftung eine Spitalpfarrhof-Pfründestiftung begründet und diese wies eine eigene Rechtsstellung unabhängig zur Hospitalstiftung auf.
Mit Zustiftungen über die Jahrhunderte hinweg ergab sich für die Hospitalstiftung ein beachtlicher Vermögenszuwachs. Neben den Gebäuden Spitalgasse 2 und 4 sowie Gartenweg 4 ergeben sich Grundstücksflächen von 195 ha, wobei davon Waldflächen von 154 ha enthalten sind.

Neuausrichtung des Spitals
Große Veränderungen ergaben sich durch den Neubau des Seniorenheims in den Achtziger Jahren auf dem Areal des Spitals. Das gkU Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime führt seitdem ein Seniorenheim mit 82 Pflegeplätzen. Die damaligen örtlichen Kreisräte Bürgermeister Willy Fackler, Josef Trollmann und Gottfried Hänsel haben ihren politischen Einfluss bei der Standortfrage eingebracht. Die Hospital-Stiftung wandelte das Spitalaltgebäude durch eine umfangreiche Investition in eine Wohnanlage mit 18 Einheiten um. Dies geschah in der Amtszeit 1990 – 1996 von 1. Bürgermeister Jürgen von Streit.
Beim Rundgang durch die Spitalkirche merkte Gottfried Hänsel an, dass eine Renovierung der Spitalkirche ansteht und 1. Bürgermeister Dr. Martin Drexler sowie das Stadtratsgremium darüber schon Entscheidungen für die Planung und Kostenerhebung eingeleitet haben. Die Maßnahmen werden voraussichtlich im Jahre 2024 zur Umsetzung anstehen.

So endete ein erfüllender Altstadtspaziergang mit neuen Erkenntnissen und bei einer Einkehr im Lieblings-Café Fuchs freute man sich auf das kühlende Eis.


 

11.06.2023 – Kultur-Radausflug ins nahe Frankenland – Stadt Wassertrüdingen

Der Auftakt in die Saison 2023 der Sparte Kultur-Radeln war wieder ein voller Erfolg.
Rund 30 Interessierte starteten um 09.30 Uhr am Kolpingsheim zu einem sportlich, kulturellen Programm ins Frankenland. Die Fahrtroute führte über Amerbach, Megesheim, Oettingen, Auhausen nach Wassertrüdingen.
Bilder: Vereinsarchiv.


 

01.06.2023 – 120 Jahre Jubiläum Bahnhof Wemding sowie Bahnhofsrestauration
„Zum Rosenhain“

Beim ersten Spaziergang unserer Gesundheitssparte waren das in diesem Jahr anstehende Jubiläum – 120 Jahre Bahnhof Wemding sowie Bahnhofrestauration „Zum Rosenhain“  – die Erkundungsziele.
Die Route führte uns über die Bürgermeister Epple-Straße vorbei am Kindergarten
St. Emmeram, der Großbaustelle Feuerwehrhaus und in der St. Leonhards Kapelle fand eine kurze Statio statt.
Die ursprüngliche Kapelle entstand um 1450 und die jetzige Kapelle befindet sich im Besitz der Wemdinger Hospitalstiftung. St. Leonhard ist Patron für Pferd und Rind sowie auch Patron für Gefangene. Weil St. Leonhard mit einer Kette gefesselt wurde, führt dieser Fakt zu einer besonderen Gebetsverehrung bei den Gefangenen.
Unser Weg führte uns dann zur Säule der berühmten Wemdinger Bürger. Natürlich haben wir die dort in Stein gemeißelten fünf Persönlichkeiten – Erzbischof Johann Roth, Breslau; Prof Johann Scheyring, Magdeburg; Veit Amerbachius Trollmann, Wittenberg; Prof. Leonhart Fuchs, Tübingen; Pilger Franz Forell, Wemding – ehrend in Erinnerung gebracht.
Dankbar versammelten sich die 26 Teilnehmer unter den Schattenspenden Baum. So konnten sie auf den Bänken Platz nehmen und ganz entspannt „die Geschichtsreise von 120 Jahren Bahnhof Wemding“ in Gedanken nachvollziehen.
Vorsitzender Gottfried Hänsel berichtet, dass am 4. Oktober 1903 mit der festlichen Eröffnung des Bahnhofs Wemding ein Volksfest stattfand. Die Militärmusikkapelle aus Neuburg spielte schneidige Märsche vom Marktplatz ausgehend bis zum neu erstellten Bahnhof auf. Der Festakt mit Ansprache von Dekan Johann Ägidius Pütz sowie erfolgter Huldigung auf seine Kgl. Hoheit Prinzregent Luitpold fand im Saal des Gasthauses Stern statt.
Der „Wemde-Hans“, wie die Rieser das Lokalbähnlein zwischen Nördlingen-Wemding liebevoll nannten, brachte die Wemdinger in 55 Fahrminuten in die größere Stadt Nördlingen. Dies war zur damaligen Zeit ein großer Entwicklungsschritt – ja ein Sprung in die Neuzeit.
Erfreulich darf festgehalten werden, dass die Repräsentanten beider Konfessionen sich im regionalen Bahnkomitee für die Bahnstrecke Nördlingen – Wemding nachhaltig über die Jahre engagierten. Zum 1. Vorsitzenden wählte das Collegium den Wemdinger Dekan und Stadtpfarrer Johann Ägidius Pütz, späteren Reichstagabgeordneten von 1903 bis 1918.
Auch zur damaligen Zeit gab es kluge, zielorientierte und tatkräftig handelnde Persönlichkeiten – Bürgermeister Schwab, Dekan Pütz, Privatier Bernhard Mieling -, die sich um unsere Heimatstadt Wemding mit strategischer Weitsicht angenommen haben. Mit dem Bau der Bahnstrecke Nördlingen – Wemding von 17,3 km konnten sie einen Zugang zur „Neuen Welt“ schaffen. Mit dem Bahnhofareal entstand ein neuer „Marktplatz“ für die Bewohner der Stadt (2.200 Einwohner). Über Jahrzehnte hinweg war der Bahnhof ein Segen für die Menschen, die ankamen und abreisten. Es war auch ein Güterumschlagplatz für Verkäufer und Käufer. Die Viehhändler der Stadt brachten den erworbenen Viehbestand zur Verladung an den Bahnhof. Die Kalksandsteinfabrik Binhammer hat häufig Lieferaufträge für Stein und Kalk per Güterwagon zum Käufer verfrachtet. Die Sommerfrischler aus Stuttgart und Berlin reisten per Zug an, um an der Bahnhaltestation „Wildbad“ auszusteigen. Ein fester Begriff waren die jährlichen Pilgerzüge aus Augsburg und Donauwörth. Die Wemdinger Gastronomen holten ihre Erholungsgäste mit der Kutsche am Bahnhof ab.
Der Chronist zitiert das Nördlinger Anzeigenblatt und führt aus: „Die Einfuhr wird hauptsächlich aus Kohlen, Eisenwaren, Kunstdünger bestehen. Zur Ausfuhr werden Getreide, Heu, Stroh, Vieh und Holz gelangen.“
Der Bau der Lokalbahn wurde am 1. Dezember 1901 begonnen und die Investition belief sich auf 1.070.000,00 Mark. Hiervon übernahm der Staat 961.200,00 Mark. Den erforderlichen Grundstückserwerb der Bahntrasse von 70.000,00 Mark leisteten die beiden Städte Nördlingen und Wemding. Die Finanzierung der Bahn erfolgte über Rentenpapiere und die Zeichner der Anleihen erhielten eine Rendite von 1,3 %.
Vorsitzender Gottfried Hänsel führte weiter aus, dass am gleichen Tag – 4. Oktober 1903 – auch die Bahnhofsrestauration „Zum Rosenhain“ eröffnet werden konnte. Im Jahre 1901 hat das Stadtratsgremium mit Beschluss eine Gaststätte am Bahnhof zu errichten abgelehnt. Der Senat der Regierung Schwaben kam zu einer anderen Entscheidung als die Wemdinger Ratsherrn. Mit der Begründung der neu zu errichtende Bahnhof Wemding wäre zu weit von der Stadt entfernt, erteilte die Regierung eine Bewilligung für die Errichtung einer Tafernwirtschaft. Nach einem Bewerbungsverfahren entschied sich dann der Regierungssenat für die Brauereibesitzerwitwe Bruckmeir aus Wemding.
Als Zeitzeuge wirkte Alois Scharpfenecker, ehemaliger Bundesbahnbeamter. Über mehrere Jahre wirkte er unter Leitung des damaligen Bahnhofsvorstands Leo Schuster als Bahnbeamter am Wemdinger Bahnhof. In seinen Ausführungen erklärte er der Teilnehmergruppe den funktionalen Ablauf der Bahnverkehre vor Ort, den Verkauf der Bahnkarte, fallweise auch der Bahnsteigkarte, der Fahrbereitschaft der Lokomotive, die Güterabfertigung, wie auch die Sicherheitsvorbereitungen bei Ankunft wie Abfahrt des Zuges im Bahnhofareal.
Die Bahnhofsrestauration „Zum Rosenhain“ hatte bei der Anreise wie auch bei der Abreise von Besuchern der Stadt eine starke Gästefrequenz. Einen Grundumsatz der Gaststätte sicherten die damals neu angesiedelten Bahnbedienstete und Arbeiter des Sägewerks Schneider (heute Valeobetriebsstätte). An schönen Sommersonntagen haben sich auch die Wemdinger Bürger zum Nachmittagsgesellschaftsrunde bei Kaffee und erlesenen Kuchen im „Rosenhain“ eingefunden
Alois Scharpfenecker schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis, dass er in seiner Berufslaufbahn an Schließungen vieler Bahnhöfe im ländlichen Raum mit vollziehen musste.
Interessant war auch der geschichtliche Hinweis, dass die angedachte Bahnstrecke „Heidenheim am Hahnenkamm nach Wemding“ sowie im Jahre 1925 von Bürgermeister Wendelin Ritter angestrebte Fortführung der Bahnstrecke von Wemding nach Fünfstetten vonseiten der Regierung von Schwaben keine Zustimmung fand.
Auch die verwirklichte Bahnstrecke Nördlingen – Wemding war zu Beginn der Planung sehr umstritten. Im Wochenblatt Wemding-Monheim wird am 21. März 1896 berichtet, dass eine Oettinger Delegation ein Gesuch in München mit der Aufforderung einbrachte, die Bahnstreckenführung Nördlingen – Wemding sofort abzulehnen, aber die Vorlage eines Projekts Oettingen – Wemding, wenn auch auf Staatskosten, unverzüglich zu veranlassen. Erst auf die Intervention der beiden Landtagsabgeordneten Apotheker Frickhinger und Stadtpfarrer Wildegger – beide aus Nördlingen – stieß beim Minister auf Zustimmung. Er meinte, „dass das Projekt Nördlingen – Wemding jedenfalls beachtenswert erscheine und auch im Aug behalten werde“. Wemding sei die einzige Stadt mit mehr als 2000 Einwohner, welche noch nicht an das Bahnnetz angeschlossen sei, und das sei wünschenswert, nachdem es an der Grenze liegt.

Auflösung des Bahnhofs Wemding:
Die Bahnstrecke Nördlingen – Wemding wurde für den Personenverkehr 1978 eingestellt. Ab 1979 fuhr nur noch der Güterverkehr auf der Strecke, 1980 wurde auch der Güterverkehr gegen den erbitterten Widerstand von Wirtschaftsminister Anton Jaumann stillgelegt.
Es gab noch eine einzige Ausnahme für den Personenverkehr Nördlingen – Wemding. Im Jahre 1995 fuhr zum letzten Mal ein überfüllter Sonderzug zur Eröffnung des Möbelhauses Karmann nach Wemding.
Zwischenzeitlich wurden die Brückenbauten entfernt und der Gleisabbau ist komplett erfolgt. Unsere Mobilität heute erstreckt sich auf die Buslinienverkehre, NÖ-Mobil oder auf ein beschlossenes aber noch nicht vollständig umgesetztes Rufbuskonzept im Landkreis Donau-Ries. Manche träumen von einem Luft-Taxi mit Fluglinie Nördlingen – Wemding in 7 Minuten und dies im Jahre 2060.

Nach diesen geschichtlichen Betrachtungen und den sehr sommerlichen Temperaturen hielten die 26 Teilnehmer eine gesellige Einkehr im Restaurant Karmann. Dank gilt es Herrn Werner Waimann und Herrn Willi Proschek für die Einsichtnahme von Archivunterlagen.


 

29.04.2023 – Jahreshauptversammlung für das Vereinsjahr 2022
Zur Jahreshauptversammlung des Vereins für ambulante Krankenpflege Wemding konnte der Vorsitzende Gottfried Hänsel wieder eine hohe Anzahl an Mitgliedern im Begegnungshaus St. Emmeram begrüßen. Sein besonderer Willkommensgruß galt Herrn Stadtpfarrer Wolfgang Gebert, Pfarrvikar Rainer Herteis, Bürgermeister Dr. Martin Drexler sowie dem Ehrenmitglied Frau Emmi Kilg. In Anlehnung an einen geistlichen Gedanken aus dem Einladungsbrief zur Jahreshauptversammlung ging Gottfried Hänsel kurz auf das gegenwärtige Zeitgeschehen ein. „Frieden ist keine Selbstverständlichkeit“ war die zentrale Botschaft seiner Betrachtung. In einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden den insgesamt 41 verstorbenen Mitgliedern, die im Jahr 2022 verstorben sind. Alle Verstorbenen haben aktiv am Vereinsleben teilgenommen. Dennoch konnte durch die Werbung neuer Mitglieder ein stabiler Mitgliederstand von insgesamt 1147 Mitgliedern sichergestellt werden.
In seinem Arbeitsbericht für das Jahr 2022 ging Gottfried Hänsel auf die zahlreichen Aktivitäten der einzelnen Sparten des Vereins ein. Mit der allseits beliebten Wirbelsäulengymnastik und den „Kleinen Auszeiten vom Alltag“ (Kneippen, Waldbaden und Entspannungskurse) bot der Verein wieder attraktive Kursangebote der Gesundheitsvorsorge an. Neben zwei Gesundheitsvorträgen von Apotheker Wolfgang Dittrich und Frau Julia Lux, GF`in Gesundheitsregion Donau-Ries Plus erinnerten sich die Mitglieder ebenfalls an die Großveranstaltung „Humor im Alltag“ mit dem Humortherapeuten Markus Proske im voll besetzten Saal der Wemdinger Wallfahrtsgaststätte. Markante Highlights im weiteren Programmreigen stellten die von Ernst Schwarzkopf geleiteten Bildungsfahrten dar. Die insgesamt drei Bildungsfahrten nach Höchstädt und Dillingen, Schwäbisch Gmünd sowie Aichach waren nicht zuletzt aufgrund des stimmigen und tadellos ausgearbeiteten Programms jeweils sehr gut besucht. Auch die im Jahr 2022 ins Leben gerufene Sparte „Boule-Spiel“ konnte sich im Laufe eines Jahres einen stabilen Teilnehmerkreis aufbauen.
Ein immer größer werdender Teilnehmerkreis mit bis zu 60 Personen pro Veranstaltung fand sich im vergangenen Jahr bei den drei Altstadtspaziergängen. Bei den spannenden Spaziergängen verstand es Gottfried Hänsel, Geschichte, Kultur und Kulinarik geschickt miteinander zu verknüpfen und die über mehrere Generationen andauernden Hausgeschichten ehrwürdiger Wemdinger Bürgerhäuser den Vereinsmitgliedern erlebbar zu machen. Ein ebenso großer Erfolg waren die drei von Gottfried Hänsel geführten Radtouren der Sparte Kulturradeln, welche die Wemdinger nach Kaisheim, Treuchtlingen und Maihingen führten.
Gottfried Hänsel betonte, dass der Verein im Jahr 2022 wieder in hohem Maße dem selbstgegebenen Leitspruch „Ihr Gesundheitsverein mit attraktiven Angeboten für Ihr Lebenswohlgefühl“ nachgekommen sei. Sämtliche Veranstaltungen dienen der Gesundheitsvorsorge wie auch der Gesundheitsversorgung. Dennoch komme auch die Geselligkeit nie zu kurz, weswegen sich viele Mitglieder in mehreren Sparten parallel aktiv beteiligen.
In Vertretung für die verhinderte Irmgard Hoinle berichtete Elisabeth Mayer über das vielseitige Angebot der Sparte Seniorengymnastik. Hänsel bezeichnete die Sparte zu Beginn seines Arbeitsberichtes als „Herzkammer des Vereins“. Insgesamt nahmen rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Woche an einer der drei Gymnastikeinheiten teil. Einer großen Beliebtheit und Teilnahme erfreuten sich erneut die traditionellen Spartenveranstaltungen wie Sommerfest, Kirchweihwanderung, Adventsfeier sowie die diesjährige Faschingsfeier.
Für den Helferkreis referierte deren Leiter Leonhard Königsdorfer. Der mobile Helferkreis ist aus dem Angebot des Vereins nicht mehr wegzudenken, haben die 12 Fahrer im Jahr 2022 insgesamt 64 Personen bei 190 Fahrten zu Ärzten, Krankenhäusern sowie sonstigen medizinische Einrichtungen gefahren und dabei 7424 km zurückgelegt. Nachdem sich die Aufgabe des Helferkreises ausschließlich auf Fahrdienste beschränkt, plädierte Leonhard Königsdorfer für eine Umbenennung der Sparte. So soll die Sparte künftig „Patientenfahrten“ benannt werden.
Schatzmeisterin Monika Nawrath stellte ihren detaillierten Kassenbericht dar und erhielt für ihre tadellose Kassenführung einen großen Applaus. Nach der Entlastung der Vorstandschaft, die einstimmig vorgenommen wurde, stand mit der Beratung und Beschlussfassung zur Erhöhung des Vereinsbeitrags der letzte Punkt auf der Tagesordnung. Durch die Erhöhung des Verbandsbeitrags an die Caritas-Sozialstation Wemding um 20 Prozent und den Jahresbeitrag an den Caritas Diözesanverband Eichstätt, überschreiten diese beiden Sockelbeträge rund 65 Prozent des bisherigen Beitragsaufkommens. Hinzu kommen gestiegene Kosten bei der Finanzierung der umfangreichen Spartenangebote. Damit der Verein auch in Zukunft sein Programm uneingeschränkt offerieren kann, sah sich die Vorstandschaft gezwungen, eine moderate Anhebung des Mitgliedsbeitrags ins Auge zu fassen. Die Jahreshauptversammlung folgte einstimmig dem Vorschlag der Vorstandschaft auf Erhöhung des jährlichen Mitgliedsbeitrags von derzeit 15 Euro auf 18 Euro ab 01.01.2024.
Stadtpfarrer Wolfgang Gebert dankte Vereinsvorsitzenden Gottfried Hänsel für seinen unermüdlichen Einsatz und bezeichnete ihn als „Aushängeschild für den Verein“. Mit Angeboten zur Gesundheitsvorsorge und der Gesundheitsversorgung habe der Verein eine eminent wichtige Aufgabe gefunden. Dies verdeutlicht auch die hohen Ausgaben in den Bereich der Krankheitsversorgung, mit denen auch die Caritas Sozialstation Wemding und die ambulante Tagespflegeeinrichtung Haus Verecunda nachhaltig bei ihrer wichtigen Aufgabe unterstützt werden. Gebert zeigte sich dankbar, dass der Verein wertvolle Bausteine im Bereich der Gesundheitsvorsorge, aber auch im gesellschaftlichen Bereich, übernehme, ohne die der Stadt Wemding eine wichtige Stütze fehlen würde.
In seinem Grußwort unterstrich Bürgermeister Dr. Martin Drexler die positive Wirkung, die vom Krankenpflegeverein Wemding ausgehe. Die offensichtliche Harmonie, die besonders auch innerhalb der Vorstandschaft gelebt werde, bringe den Verein insgesamt voran.


Die Vorstandschaft zusammen mit Stadtpfarrer Wolfgang Gebert und Bürgermeister
Dr. Martin Drexler bei der Jahreshauptversammlung 2023.
Text:Nicolas Bumba, Bild: Pryska Barta


 

23.03.2023 – Pfarrer Kneippsche Heilverfahren – antiquiert oder hochaktuell?
                             Vortrag von Herrn Dr. Jakob Berger im Haus St. Emmeram


 (Bilder: Vereinsarchiv)

Erfreulich viele Menschen (40!) besuchten den Vortrag über die Kneipp’sche Therapie und Heilweise, gehalten von Herrn Dr. med. Jakob Berger, Hausarzt in Wemding. Seines Zeichens auch Kneipp-Arzt berichtete der erfahrene und kompetente Referent zunächst aus dem Leben des Pfarrers und Heilkundigen Sebastian Kneipp. Dieser hat vor ca. 150 Jahren durch Studium, Überlegung und nicht zuletzt auch Selbstversuche seine ganzheitliche Heilmethode entwickelt. Neben Ayurweda und der traditionellen Chinesischen Medizin handelt es sich hier sozusagen um eine Europäische Version des ganzheitlich-medizinischen Ansatzes. Allgemein kann man von einem bio-psychosozialen Behandlungskonzept sprechen, das heutzutage von allen Medizinrichtungen favorisiert wird.

Die Kneipp-Methode beruht auf fünf Säulen: Wasser Anwendungen/Behandlungen, Bewegung, Heilpflanzen-Therapie, Ernährung und der Ordnungs-Therapie („Lebenslehre“).

Die Wasser- oder Hydrotherapie besteht aus besonderen Güssen und Waschungen. Vor der Selbstanwendung sollte man sich zunächst theoretisch damit befassen, bzw. ärztlichen Rat einholen. Bei korrekter Ausführung ist die Wasser-Therapie eine sehr gute Methode zur Stärkung des Immun- und Herz-Kreislauf Systems.

Ein Besuch der Wemdinger Kneipp Anlage bzw. des bald entstehenden Kneipp- Lehrpfades ist immer lohnenswert!

Tägliche und sinnvolle Bewegung in Sinne eines Kraft-Ausdauer Konzeptes schützt zweifellos ebenfalls vor den meisten Erkrankungen. Gymnastik, Walking, Radfahren, Schwimmen und Tanzen sind hier sehr gute Möglichkeiten der Bewegung!

Was die Therapie mit Heilpflanzen angeht, so ist zunächst darauf zu achten, dass es sich um qualitativ hochwertiges Pflanzenmaterial handelt. Dieses sollte technologisch optimal und sauber verarbeitet sein. Von Billigprodukten zweifelhafter Herkunft ist abzuraten. Sehr gute Heilpflanzen sind beispielsweise Baldrian, Arnika, Lavendel, Weißdorn, Schafgarbe, Kamille oder auch Knoblauch. Vor der Eigentherapie mit Heilpflanzen muss immer eine umfassende diagnostische Abklärung durch den Hausarzt stehen!

Ernährung ist seit Jahrtausenden als entscheidender Faktor für ein gesundes Leben bekannt. Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rheuma können durch eine geeignete Nahrungszusammensetzung sehr günstig beeinflusst werden. Kneipp empfiehlt viel Gemüse, vollwertige Lebensmittel, sauberes Wasser, wenig Fleisch und kaum Genussmittel… Insgesamt sollte die Ernährung einfach und maßvoll sein. Bauchfett gilt als gefährlich, insbesondere die „Apfel-Typ“ Körperform birgt große Risiken!

Was die Ordnungs-Therapie angeht, so ist hier die Einstellung einer optimalen Lebensbalance gemeint. Ungünstiger Stress (Distress) ist soweit wie möglich zu vermeiden, Eustress (guter oder erwünschter Stress z.B. in Form von Ehrgeiz oder Wettbewerb) ist weitgehend in Ordnung. Die Menschen sollten sich ausgeglichen und grundsätzlich positiv gestimmt fühlen. Akzeptanz ist hier oft wichtig, Toleranz und soziale Kontakte spielen eine entscheidende Rolle. Auch Religion und Spiritualität sollten ihren Platz im Leben der Menschen haben.

Durch die Berücksichtigung und ausgeglichene Anwendung dieser fünf Säulen haben die meisten Leute sehr gute Möglichkeiten, ein langes und gutes Leben zu führen.

Herzlichen Dank an Herrn Dr. Berger für diesen wichtigen Vortrag, Herrn Stadtpfarrer Gebert für das geistliche Wort und Gebet am Ende, sowie Herrn Gottfried Hänsel für die Organisation.

Weitere Informationen gibt es z.B. auf folgender Internet Seite: https://www.kneippverband.de/fuenf-saeulen/


 

25.02.2023 – Winterwanderung bei Schneetreiben zur Nachbargemeinde Rudelstetten

Bei launischer Wetterlage erreichten wir nach 90 Minuten unser Samstag-Nachmittagsziel Rudelstetten. Bürgermeister Alexander Joas begrüßte die stattliche Wemdinger Gruppe von 30 Personen. Aus seinem Kurzvortrag erfuhren wir, dass zur politischen Gemeinde Alerheim mit rund 1.700 Einwohner drei Ortsteile Bühl, Wörnitzostheim und Rudelstetten dazu gehören. Alerheim hat eine sehr bewegte und fallweise auch schicksalhafte Geschichte. Die Schlacht bei Alerheim, oft auch zweite Schlacht bei Nördlingen genannt, war eine Schlacht des Dreißigjährigen Krieges, die am 3. August 1645 in und um Alerheim zwischen der französisch-weimarischen-hessischen Armee und bayerisch-kaiserlichen Truppen stattfand und mit einem französischen-alliierten Sieg endete. Innerhalb weniger Stunden verloren 8.000 Menschen ihr Leben. Ein Gedenkstein bei der Ortskirche erinnert an den damals gefallenen bayerischen Generalfeldmarschall Franz von Mercy.

Die berühmteste Persönlichkeit in der Geschichte der Gemeinde Alerheim ist Johann Wilhelm Klein, Pionier der Blindenbildung. Klein wurde am 11. April 1765 in Alerheim geboren und sein großartiges Wirken als Pädagoge der Blinden erfolgte in Wien. Dank seiner Willenskraft entstand in Wien das erste Blindenerziehungsinstitut innerhalb des deutschsprachigen Raums. Kleins Lebensaufgabe, so Bürgermeister Joas, galt der Sorge um die blinden Kinder, ihrer Erziehung und auch der Berufsorientierung, um sie zu „vollwertigen Gliedern in der Arbeitswelt“ zu machen. Klein erfand auch einen Apparat, genannt „Stachel-Typen-Apparat“, eine Druckeinrichtung, mit der er die Großbuchstaben der lateinischen Schrift in punktierter Form in Papier drücken konnte. Diese Schrift ließ sich von blinden und sehenden Menschen gleichermaßen lesen.
Klein verstarb am 12. Mai 1848 im 84. Lebensjahr. Er erhielt ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof.
Bürgermeister Joas ging in seinem Kurzvortrag auch auf die prosperierende Entwicklung seiner vier Ortsteile ein und war sichtlich dankbar, dass sein Vorvorgänger im Bürgermeisteramt Gerhard Ament ein Gewerbegebiet am nördlichen Ortsrand der Gemeinde auswies. Zwischenzeitlich haben sich leistungsfähige Betriebe sich dort angesiedelt. Die ehemalige landwirtschaftlich strukturierte Gemeinde erzielt dank dieser Weitsicht ein Gewerbesteueraufkommen in Höhe von rund 1 Million EUR.

Nachdem Kirchenpfleger Herr Johann Ziegelmeier wegen Krankheit die Wemdinger Gäste in seiner Ulrichskirche nicht selber begrüßen konnte, wirkte Gottfried Hänsel in seinem Auftrag und erklärte die Ortskirchengeschichte sowie die sakrale Ausstattung der lichtdurchströmten Dorfkirche.

Um das Jahr 1190 wurde die Kirche in Rudelstetten als Tochterkirche von Alerheim erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1524 erreichte die Reformation Rudelstetten, die dann seit 1539 in der Grafschaft Oettingen eingeführt wurde.
Nach dem die Reformation um 1549 zurückgedrängt war wurde Rudelstetten von den Spitalpriestern aus Wemding seelsorglich betreut.
Nach dem Augsburger Religionsfrieden (1555) wurde dies wieder geändert und Rudelstetten wurde ab dann vom Alerheimer Pfarrer mit betreut.
Das ursprüngliche Kirchengebäude wurde am 16. Mai 1648 ein Raub der Flammen, und dies verursachten ausgerechnet Schwedische Soldaten. Der Wiederaufbau erfolgte von 1653 bis 1656 in der heutigen Gebäudeform.
Ab dem Jahre 1956 wurde wiederum eine große Kirchenrenovierung angepackt. Das Innenleben bzw. die Inneneinrichtung wurde dabei total erneuert.
Im Jahre 1962 wurde von der kleinen evangelischen Kirchengemeinde der Wemdinger Bildhauer Ernst Steinacker aus Wemding beauftragt die St. Ulrichskriche neu zu gestalten.
Seine künstlerisch geschaffenen Werke befinden sich nicht nur im Gotteshaus, sondern auch in der Sakristei sowie im angrenzenden Gemeindehaus. Wie aus den Aufzeichnungen vermerkt worden ist, trifft man in und um die Kirche immer auf Spuren von Ernst Steinacker.
Die Seitenflügel des Altares und der Engelchor sind aus Holz geschnitzt, glanzversilbert und teilweise vergoldet. Die Versilberung ist zaponiert und patiniert. Der Altarblock, der Taufstein und die Kanzel bestehen aus Sellenberger Muschelkalk-Kernstein und wurden von den Jura Marmorwerken aus Gundelsheim geliefert.
Der linke Altarflügel zeigt die Geburt Jesus.
Wenn man sich die Gesamtansicht aus der Nähe betrachtet, so sieht man die Feinfühligkeit von Steinacker. Um die Krippe stehen Maria mit Heiligenschein, Josef und das Christkind ebenfalls mit einem Heiligenschein versehen.
Der rechte Altarflügel zeigt die Auferstehung Christi.
Hier wird Christus dargestellt als Auferstandener über dem Sarg mit der Fahne des Sieges in der Hand „Tod wo ist nun dein Stachel“. Ebenfalls umrahmt von Engeln.
In der Mitte wird die Kreuzigung dargestellt.
Unter dem Kreuz rechts und links sind zwei Personen zu sehen. Dies ist seine Mutter Maria und der Lieblingsjünger Jesus Johannes.
Die oben angebrachte Krone symbolisiert das Leben, die Liebe, die Hingabe und die Göttlichkeit Gottes.
Links über dem Taufstein sehen wir einen Engelschor.
Ebenfalls aus Holz geschnitzt. An der Unterseite ist eine Taube sichtbar und stellt als Symbol den offenen Himmel dar. In den Ausführungen ist vermerkt, dass eine runde Kanzel aus Stein, auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich ist. Aber das Besondere an der Kanzel ist der Spruch der eingemeißelt ist und steht bei Johannes im 3. Kapitel, Vers 16 und lautet:
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die alle an ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Bemerkenswert ist auch, dass in der Ulrichskirche an den beiden Innenseiten im Langhaus mit vier Steinfiguren Kirchenlehrer der nahen wie weiteren Region zu Ehren kamen.
Links, die erste Figur stellt den Heiligen Wunibald dar.
Er kam aus Wessex (701) England und gründete im Jahre 752 das Kloster Heidenheim am Hahnenkamm und war dort der erste Benediktinerabt.
Um 738 wurde er von Bonifatius zusammen mit seinem Bruder Willibald, Gründer des Bistums Eichstätt, und seiner Schwester Walburga zur Missionsarbeit nach Bayern und Thüringen gerufen. Sie brachten das Christentum in unsere Region.
Daneben sehen wir die Figur des Bischof Ulrich von Augsburg.
Ulrich ist der Namensgeber dieser Kirche, und zwar deshalb, weil das Kloster Afra aus Augsburg hier in Rudelstetten auch begütert war.
Zur Geschichte ist anzuführen, dass im August 955 die Ungarn auch Augsburg erreichten. Sie belagerten die Stadt, scheiterten aber bei der Einnahme. Ulrich befehligte hoch zu Ross die Verteidiger. Dass es Ulrich und den Augsburgern gelungen war, die Angreifer erfolgreich abzuwehren, war für den Sieg des herbeigeeilten Kaisers Otto I. am 10. August 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld über die Ungarn vermutlich eminent wichtig.
Auf der rechten Seite sehen wir die Figur des Martin Luthers.
In seiner Hand hält er eine Bibel. Luther ist am 10.11.1483 geboren und verstarb am 18.02.1546 in Eisleben (Thüringen).
Luther war der theologische Urheber und Lehrer der Reformation. Als zu den Augustinermönchen gehörender Theologieprofessor vollzog er eine reformatorische Wende in seinem Glauben und Denken, nach der er sich ausschließlich an Jesus Christus als dem „fleischgewordenen Wort Gottes“ orientierte.
1522 erfolgte auf der Wartburg die Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche und 1534 wurde die vollständige Bibel veröffentlicht und zwar in deutscher Sprache.
Die zweite Figur auf der rechten Seite zeigt Wilhelm Löhe
(geb. 21. Februar 1808 in Fürth und starb am 02. Januar 1872 in Neuendettelsau). In seinem Arm hält er eine Abbildung der St. Laurentius Kirche in Neuendettelsau. Sie dient der Diakonie Neuendettelsau als Liturgischer Mittelpunkt. Wegen Gründung eines Mutterhauses für Diakonissen wurde er als fränkischer Diakonissenvater bekannt. Durch seine Schriften hat er zur Profilierung der Lutherischen Kirche beigetragen. Er war auch ein großer Liturg und wortgewaltiger (heute würde man sagen wortgewandter) Prediger. Zum Schluss der Kirchenerklärung wurden die 12 Apostelfiguren mit der Christusfigur betrachtet. Ernst Steinacker hat diese Figuren aus Eichenholz geschnitzt. In der Mitte ist Christus im weißen Gewand abgebildet in der Symbolik der Verklärung am Berg Tabor. Oberhalb sehen wir eine Taube.
Auf der Empore steht die Orgel. Diese wurde 1968 von der Orgelbaufirma Steinmeyer aus Oettingen eingebaut. Das Orgelprospekt stammt ebenfalls von Steinacker und zeigt wiederum einen Engelchor.
Die Wemdinger Besuchergruppe war von der imposanten schmucken St. Ulrichskirche beeindruckt. Diakon Werner Appl war gerührt, dass ein Katholischer Wemdinger Künstler in einer evangelischen Kirche des Rieses einen merkwürdigen Kirchenraum mit künstlerischer Kraft in Ehrfurcht und Demut geschaffen hat. Sind wir dankbar diese Steinacker-Kirche in unserer Nähe zu wissen.
Vorsitzender Gottfried Hänsel meinte, dass mit den vier dargestellten Figuren – zwei evangelische Theologen und zwei katholische Theologen – sich in der Ulrichskirche in Rudelstetten begegnen. Wir Christen in unserer Generation sollten sich erinnern, dass die beiden christlichen Glaubensgemeinschaften eine gemeinsame Geschichte von 1500 Jahren erlebten. So meinte er, warum können wir Christen nicht gestärkt aus der ökumenischen Glaubenskraft heraus sich auf einen gemeinsamen Weg der Wertschätzung und Achtung aufzumachen; wobei jede Glaubensgemeinschaft für sich die eigenen theologischen Grundsätze und deren Auslegung treu beibehalten kann und soll.
Aber die Liebe und die gelebte Demut unter den Christen gibt uns allen im Verbund doch Stärkung und Kraft nicht in dieser irrenden und verweltlichten Gesellschaft unter zu gehen, sondern als blühende, lebendige und frohe Christenschar in Wort und Tat sichtbar zu bleiben.
Nach der Kirchenführung folgte eine Einkehr im Rieser-Hof. Ein gelungener Samstagnachmittag bleibt den Teilnehmern in guter Erinnerung.
(Bilder: Vereinsarchiv)


 

20.02.2023 – Faschingsveranstaltung der Seniorengymnastik-Gruppen
im „Gasthaus Ente“

Zwei Jahre ist es her, da lief außer Corona gar nichts mehr. Doch dieses Jahr zur Faschingszeit war es wieder mal soweit. Die Übungsleiterinnen hatten in den Gymnastikstunden zum Faschingstreiben im Gasthaus Ente eingeladen. Die große Teilnehmerzahl zeigte ihr Interesse an dieser fröhlichen Veranstaltung. Irmgard Hoinle hieß in Ihrer Begrüßung alle Gäste herzlich willkommen und wünschte den Gästen einen schönen angenehmen Nachmittag. Mit seinem Akkordeon begleitete Gerhard Schneid alles was eine musikalische Begleitung erforderte. Als erstes ein Bewegungslied mit der Melodie „ Eine Seefahrt die ist lustig“. Zur allgemeinen Erheiterung wurden von Maria Steiner einige Witze zum Besten gegeben. Eine Schunkelrunde ist zwar kein Ersatz für die Gymnastik aber sorgt für Bewegung. „Die Nachhilfestunde“ ein Sketch für drei Personen. Schüler Dagobert: Maria Steiner, Schüler Albert: Walli Seefried und der Lehrer Peter Blessin. Es war mehr ein Frage- und Antwortspiel wobei der Lehrer nicht die besten Karten hatte und mit den Worten: raus mit euch, die Stunde ist aus, das Ganze beendete. Eine Schunkelrunde  und Polonaise sorgte dann wieder für Bewegung. Der Arztbesuch von Frau Schulze: Irmgard Hoinle und Doktor: Maria Steiner endete für die Patientin nicht sehr positiv. Übergewicht durch ungesunde und zu fette Nahrung und kaum Bewegung außer vom Sessel auf das Sofa gibt es keine Medizin außer man geht regelmäßig an die frische Luft. Die geschenkte Erinnerung vorgetragen von Irmgard Hoinle, handelt von einer alten Dame die beim Metzger eine Scheibe Wurst geschenkt bekommt. Sie steht auf dem Gehsteig und genießt die Wurst und denkt dabei an ihre Kindheit. Passanten gehen vorbei und haben kein Verständnis für das Verhalten der alten Dame. Die Tochter will ihr eine ganze Wurst kaufen aber die hat mit der Erinnerung nichts zu tun. Zum Ausklang sangen alle das Lied: „Ein schöner Tag“ (Melodie: Amazing Grace). Ein besonderer Dank gilt Irmgard Hoinle für die Organisation und Gestaltung der schönen unterhaltsamen Stunden.                                         (Fotos: Josef Stenzenberger)


 

21.01.2023 – Erlebnisreiche Wanderung zur Nachbargemeinde Wolferstadt



Am Samstagnachmittag wanderte die Gesellschaftssparte des Vereins für ambulante Krankenpflege Wemding zur Nachbarjuragemeinde Wolferstadt. Die sonnige Winterlandschaft spiegelte Wald und Flur im schönsten Licht. Zuerst führte in der Wemdinger Gemarkung der Weg – die 22 Personen zählende Gruppe – über die Robertshöhe, Kleintierzuchtanlage, Reitsportareal am Campingplatz vorbei in den städtischen Forst. Beim Juraanstieg spürte man schon eine kleine Herausforderung.
An der Wolferstädter Wegkapelle erfolgte ein kurzes Innehalten und Frau Antonie Walter gab eine heitere Lebensbetrachtung zum Besten. Nach gut 90 Minuten erreichte man die Wolferstädter Pfarrkirche St. Martin.
Herr Anton Aurnhammer, Schulrektor i.R. war es eine Freude, viele Freunde aus Wemding in seiner schönen St. Martins-Kirche willkommen heißen zu können. Die Wolferstädter Pfarrkirche, der das Dorf zu Füßen liegt, ist schlicht und einfach nach außen, aber dennoch ein Heiligtum mit vielen Kostbarkeiten. Zum Abschluss der Kirchenführung dankte Vorsitzender Gottfried Hänsel dem fachlich gut versierten Ortshistoriker Rektor Anton Aurnhammer für seine inhaltsreiche Präsentation seiner Pfarrkriche St. Martin.

Die Wandergruppe zog zur Dorfmitte und wurde wenige Minuten später vom Herrn 1. Bürgermeister Philipp Schlapak im Rathaus erwartet. Bürgermeister Philipp Schlapak erwähnte, dass zur Gemeinde früher schon die Weiler Steinbühl und Waldstetten Teil der Gemeinde waren und seit der Gebietsreform die einst selbständigen Gemeinden Hagau und Zwerchstraß mit Weiler Rothenberg hinzukamen. Jetzt stellt die Gemeinde mit deutlich über 1.100 Einwohner, einer gewachsenen intakten Ortsinfrastruktur (z.B. Dorfladen, Grundschule, Kindertageseinrichtung und einer gelebten Vereinsvielfalt), eine hohe Attraktivität dar.
Die Teilnehmer waren sehr beeindruckt über die erhaltenen Informationen aus erster Hand und dankten 1. Bürgermeister Philipp Schlapak für die freundliche Aufnahme im Rathaus. In seinen Dankesworten wünschte 1. Vorsitzender Gottfried Hänsel dem Rat der Gemeinde und den Bürgern von Wolferstadt bei all Ihrem Mühen Glück und Erfolg sowie den Segen dazu.

Im Anschluss traf sich die Wemdinger Wandergruppe im Hof-Café beim Bergschreiner zu einer gemütlichen Einkehr, dabei spielte Gerhard Schneid auf seiner Steierischen Musi auf. Bei guten Gesprächen verlief der Nachmittag rasch.


Gesundheitsvortrag „Richtige Ernährung für Senioren“ –  im Haus St. Emmeram,       am 14.12.2022

Referent: Apotheker Wolfgang Dittrich

Nachhaltig fit und gesund!
Im Frühjahr denken viele Menschen darüber nach eine Diät zu machen oder ihre Ernährung umzustellen. Doch wie lassen sich hier gute und nachhaltige Ergebnisse erzielen? Was ist realistisch, wie können Mangel-Erscheinungen vermieden werden?
Wer an Masse verlieren will, muss natürlich mehr Energie (Kalorien) verbrauchen als zugeführt wird, dies ist eine physikalische Binsenweisheit.
Um hier erfolgreich zu sein, muss man seinen individuellen Gesamtenergiebedarf pro Tag kennen: Grundumsatz + Leistungsumsatz ergeben eben diesen Gesamtenergiebedarf. Unter Grundumsatz versteht man den Energieverbrauch, der im Liegen ohne jegliche körperliche oder geistige Tätigkeit abläuft. Der Leistungsumsatz hängt von der ausgeführten Tätigkeit ab. Durch Muskelaufbau (mehr Leistungsumsatz) kann der Grundumsatz erhöht werden, es ist also empfehlenswert sich diesbezüglich von Trainern oder Physiotherapeuten beraten zu lassen. Ohnehin ist körperliche Tätigkeit sehr wichtig für Prävention sowie unterstützende Behandlung fast aller Krankheiten. Bevor Sie richtig mit Sport anfangen, lassen Sie sich bitte ärztlich beraten. Leichtere Tätigkeiten wie Walking, Radfahren oder Schwimmen sind natürlich unbedenklich und sehr empfehlenswert!
Eine Erhöhung der körperlichen Aktivität ist somit besonders wichtig um an Masse (insbesondere Fettgewebe) zu verlieren.
Wieviel Fett lässt sich nun eigentlich realistischerweise in welcher Zeit abbauen? Hierzu müssen wir uns den Energiegehalt von einem Kilogramm Körperfett ansehen: dieser ist leider sehr hoch, nämlich bei ca. 7.000 Kilokalorien! Es liegt auf der Hand, dass es daher einfach eine gewisse Zeit dauert, bis eine so große Energiemenge abgebaut werden kann… Schnell- oder Radikaldiäten sind somit oft wenig seriös oder realistisch, zumal eine sehr schnelle Gewichtsabnahme mittel- langfristig in den gefürchteten „Jo-Jo Effekt“ münden kann, was im Endeffekt sogar zu einer Gewichtserhöhung bzw. frustrierenden Diät-Erfahrungen führen kann.
Einigermaßen unproblematisch können pro Tag ca. 500 Kilokalorien (Kcal) eingespart werden, soll heißen es müssen 500 Kcal weniger zugeführt werden als der Gesamtenergiebedarf. Die Berechnung dieses Gesamtenergiebedarfes hat individuell zu erfolgen, bei den meisten Menschen liegt er zwischen 2.000 bis 2.500 Kcal. Eine Ernährungsberatung durch geschulte Fachkräfte wird hier individuell zu den exakten Werten führen.
Grob gesagt kann in zwei Wochen durch etwas weniger Kalorienzufuhr und etwas mehr körperliche Aktivität ungefähr ein Kilogramm Fettgewebe abgebaut werden. Wenn Sie in einem Jahr 20 kg an Fettgewebe verlieren, ist das eine sehr beachtliche Leistung, die dauerhaft zu einer Gewichtsreduktion und besserer Gesundheit führen wird!
Es geht also um nachhaltige Ernährungs- und Verhaltensumstellung, NICHT um kurzfristige Radikaldiäten, die der Gesundheit eher schaden! Bei der Zusammensetzung der Ernährung sollte auf niedrige Energiedichte und hohe Nährstoffdichte geachtet werden: vollwertige Produkte, viel Gemüse, auch bei den Getränken auf die Kalorien achten… Vorsicht bei versteckten Fetten und Zuckern!
Auf sich alleine gestellt ist eine solche Umstellung leider oftmals schwierig, deswegen ist es empfehlenswert die Hilfe von seriösen Beratern und Diätgruppen zu suchen.
Objektive und niederschwellige Erstberatung zu Ernährungsthemen finden Sie selbstverständlich auch in Ihrer Apotheke vor Ort!
Wir beraten Sie gerne!


 

Adventfeier der Seniorengymnastikgruppen – 12.12.2022 

Eingeladen zu dieser Adventfeier wurde in den Gymnastikstunden durch die Übungsleiterinnen. Mit einem Musikstück auf dem Akkordeon, gespielt von Pfarrvikar Herteis wurde diese Feier eröffnet. In Ihrer Begrüßung hieß Irmgard Hoinle die Anwesenden auf das Herzlichste willkommen und freute sich über das zahlreiche Erscheinen. Es folgte die Adventbesinnung „ Offen“ geöffnete Türen vermitteln Willkommen und Hoffnung. Gelesen von Elisabeth Mayer, Irmgard Hoinle, Walli Seefried, Peter Blessin, Maria Stein. Trotz vollem Terminkalender nahm sich der Vorstandvorsitzende Gottfried Hänsel die Zeit für ein paar Stunden dabei zu sein. In seiner Rede sprach er über die momentane Situation in Europa und die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wende. Danach las er das Krippenspiel „wie man Engel wird“. Weil man einen Wirt in der Herberge benötigte, der Maria und Josef mit dem Kind abweisen sollte, nahm man den Jüngsten der unbedingt mitmachen wollte. Ihm wurde aufgetragen zu sagen, er habe kein Zimmer frei. Das brachte er nicht über’s Herz und erbot den Fragenden ein Zimmer, was natürlich die Regie durcheinander brachte. Bei der zweiten Aufführung das Gleiche. Das hatte zur Folge das er in der dritten Aufführung ein Engel war der still war. Es folgte ein Musikstück von Pfarrvikar Herteis begleitet wie alle folgenden Lieder. Es folgte eine gemütliche Kaffeepause. Nach der Geschichte „ Ein Funken Hoffnung“ vorgetragen von Irmgard Hoinle sangen alle gemeinsam „Macht hoch die Tür“. Mit den Wünschen für eine besinnliche Adventzeit und frohe Weihnacht und einem selbst gebastelten Stern der Übungsleiterinnenwurden die Gäste verabschiedet. (Text: Peter Blessin / Foto: Josef Stenzenberger)


 

Adventsfeier des Helferkreises – 12.12.2022

Als Dankeschön für die erbrachten Fahrerdienste lud Leonhard Königsdorfer im Namen des Vereins die 12 Fahrer ins Gasthaus „Zur Ente“ ein. Vorsitzender Gottfried Hänsel bedankte sich für das Engagement der Fahrer, die mit den Fahrten zu Fachärzten innerhalb des  Landkreises Donau-Ries einschließlich Treuchtlingen, einen wichtigen Beitrag zur ärztlichen Grundversorgung leisten. Besonderen Dank zollte er Herrn Königsdorfer, der die Koordination des Fahrdienstes seit Jahren verantwortungsvoll leitet. (Bild: Vereinsarchiv)

Koordinator des Helferkreises: Königsdorfer Leonhard (sitzend: links), Fahrer: Braun Albert, Braun Helmut, Hertle Anton, Mayr Luitpold, Ostermeier Ludwig, Rosenwirth Werner, Seefried Edgar, Schmidt Herbert, Spenninger Manfred, Spenninger Rudolf, Ziegler Martin, Ludwig Anton (fehlt im Bild).


 

Winterwanderung nach Heidmersbrunn – 10.12.2022

An der Wanderung mit Einkehr im Gasthaus Singer nahmen 18 Personen teil.

Bild: Vereinsarchiv

Die Gastfreundschaft von Heidmersbrunn hat uns begeistert! Unsere Adventswanderung nach Heidmersbrunn fand aus der Mitgliedschaft einen guten Zuspruch. Unsere Wanderroute führte uns am Schützenheim vorbei zum Gerichtsholz und über die östliche Jägersteige erreichten wir den Weiler Lommersheim. Während der Wanderung im Teilbereich des Waldes musste doch ein erheblicher Höhenanstieg bewältigt werden. Manche Teilnehmer waren überrascht, dass in der Flurgemarkung Wemding doch derartige Höhenunterschiede bestehen. Nach gut 1 ½ Stunden erreichten wir unser Ziel den Nachbarsort Heidmersbrunn. Wie im Programm angekündigt suchten wir die kleine Dorfkirche St. Maria zur Menschwerdung auf. 1. Vorsitzender Gottfried Hänsel berichtete, dass die Dorfgemeinschaft Heidmersbrunn durch starken Zuspruch vom damaligen Ortspfarrer des Pfarrsprengels Fünfstetten Geistlicher Rat Anton Auchtor im Jahre 1966 die damals bestehende Kapelle abbrach und mitten im Dorfanger die kleine Kirche erbaute.
Nur für die Baumaterialien fielen Kosten an und alle ausgeführten Handwerksleistungen wurden in Eigenregie von der Dorfgemeinschaft erbracht. Dies war für die Ortsgemeinschaft Heidmersbrunn schon eine gewaltige Anstrengung. Im Jahre 1967 erfolgte durch Dekan und Stadtpfarrer Johannes Forster die Kirchenweihe auf den Namen St. „Maria Mutterschaft“.
Es findet ein Mal im Monat ein Gottesdienst statt sowie im Mai die gut besuchten Maiandachten.
Nach einer Gebetsstatio traf sich die Gruppe im Gasthaus Singer zur gemütlichen Einkehr. Von der herzlichen Aufnahme der Wirtsfamilie Singer waren die Wanderer sehr angetan. Bei einer guten Brotzeit und guten Gesprächen stellte sich eine Wohlfühlatmosphäre in der gemütlichen Wirtschaft ein und so fand der Samstagnachmittag einen guten freundschaftlichen Ausklang.


 

Kirchweihwanderung der Seniorengymnastikgruppen – 17.10.2022

In den Gymnastikstunden wurde zu dieser Wanderung eingeladen. Der Treffpunkt war wie in den vergangenen Jahren am Ludwigsgraben gegenüber der ehemaligen Grundschule. Über den Gartenweg und die Oettinger Straße erreichte die Gruppe das Wohngebiet Birket. Es ist immer wieder interessant festzustellen, welche Veränderungen dort stattfinden. Da der Vorstandsvorsitzende Gottfried Hänsel an der Wanderung teilnahm,

konnte er manche Information vermitteln, unter anderem wo das neue Baugebiet Birket 4 entsteht. Von dort ging es gemütlich weiter bis nach etwa gesamt einer Stunde die Gaststätte „Zur Wallfahrt“ erreicht war.  Hier verließ Herr Hänsel wegen privater Gründe die Gruppe. Bei Kaffee und Kuchen, Brotzeit und Getränken, gab es viele Gespräche. Zur allgemeinen Erheiterung wurde von Irmgard Hoinle eine Anekdote vorgetragen „Die Amerbacher Feuerwehr“. Hier trifft eine Gruppe Wallfahrer aus Oettingen auf ihrem Weg zur Wallfahrtskirche „Maria Brünnlein“ in Amerbach auf das Fest der Feuerwehr. Anschließend löste sich so langsam die Gruppe auf um den Heimweg anzutreten.

Text: Peter Blessin / Foto: Irmgard Hoinle


Humor als rezeptfreie Lebensmedizin – 09.09.2022

Der Humortherapeut und Buchautor Markus Proske begeistert mit seinem
Vortrag beim Verein für ambulante Krankenpflege in Wemding.

Auf Einladung des Vereins für ambulante Krankenpflege Wemding kamen am vergangenen
Freitag knapp 170 Gäste zu einem Vortragsabend der besonderen Art in der Wemdinger
Wallfahrtsgaststätte zusammen. Unter der Überschrift „Humor im Alltag“ widmete sich der
Wemdinger Krankenpflegeverein einen ganzen Abend lang dem Thema Humor. Was sich
auf den ersten Blick widersprüchlich anhört immerhin ist der Verein für seine fundierten
Gesundheitsvorträge bekannt sollte am Ende des Abends zeigen, dass Humor eine
Lebensmedizin darstellt.

Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel begab sich in seiner Begrüßung auf die Suche
nach einer Definition für den weit auslegungsfähigen Begriff Humor. Mit Blick auf die
Antike und in der Religion suchte er nach eindeutigen Begriffsbestimmungen. Am besten
gefiel Hänsel die Bedeutung vom christlichen Gebot der Nächstenliebe. „Menschen, die
den Nächsten wie sich selbst lieben, sind auch fähig, den Alltag mit Humor zu würzen“
stellte Hänsel fest. Diese Menschen suchen eine Gemeinschaft um ihr Leben gemeinsam zu teilen und sich positiv auf die Zukunft auszurichten. Für Hänsel die zentrale Aussage, dass Humor eine Gemeinschaft stifte. Umso erfreulicher zeigte sich Gottfried Hänsel, für den Vortrag mit Markus Proske einen Referenten gewonnen zu haben, der sich als Humortherapeut, Demenzberater und Buchautor täglich intensiv mit dem Thema Humor befasse.

Für den Humortherapeuten Markus Proske ist Humor mehr als nur Heiterkeit. Humor
sei für ihn eine Haltung zum Leben. Sicherlich gebe es viele Definitionen zum Thema
Humor. Entscheidend sei jedoch, dass Humor immer auch mit dem Menschen selbst
zu tun habe. Humor sei eine Haltung, wie jeder Mensch mit sich selbst umgehe und selbst
reflektiere. Dazu gehöre seiner Meinung nach sicherlich auch, sich nicht immer allzu
ernst zu nehmen. Neben der Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die nicht zu ändern sind,
erachtet Markus Proske vor allem den persönlichen Mut als größtes Problem,
Veränderungen vorzunehmen, die zwingend erforderlich seien. Der Humortherapeut gab
den anwesenden Gästen mit auf den Weg:

„Nehmen Sie Ihr Leben in die Hand und gestalten es!“

Welche Wirkung Humor im Alltag entfalte veranschaulichte Markus Proske anhand
mehrerer Filmsequenzen, die ihn bei seiner Arbeit in Pflegeeinrichtungen und
Krankenhäusern begleiten. Gerade in der Pflege und im Altenheim bedeutet der gezielte
Einsatz von Humor eine Entlastung für alle Beteiligten. Humor stelle eine
Kommunikation zwischen zwei Menschen her und vergrößere so die
Hoffnungsdimensionen. Dies zeige sich auch bei Demenzpatienten, mit denen Markus
Proske zusammenarbeite. Proske gab praktische Tipps wie demenzerkrankte Menschen
mit Humor erreicht und zu einem Lachen bewegt werden können. Lachen spiele
generell eine besondere Rolle für alle Menschen, aktiviert es doch die Selbstheilungskräfte 
des Körpers. Lachen steckt an und macht sich selbst und andere glücklich. Laut dem Humortherapeut hätten Studien gezeigt, dass häufiges Lachen eine größere und gesündere Wirkung auf einen Menschen entfalte, als die Einnahme von Psychopharmaka. Ebenso werden laut Studien Menschen im Ehrenamt, die für andere Menschen etwas tun, weniger krank, da hierbei gesunderhaltende Gene aktiviert würden.
Markus Proske gab vielmehr auch Ratschläge, wie der persönliche Humorfaktor erhöht
wer den könne. Bereits am Morgen sollte sich jeder Mensch die Frage stellen, auf
welches Ereignis man sich am Tag am meisten freue. Zudem verändere ein bewusstes
Lächeln die persönliche Umwelt. Ein lachender Mensch strahle positive Energie aus und
ziehe gleichgesinnte Menschen an. „In unserer schnelllebigen Zeit nehmen Menschen das
Gute als selbst verständlich an und stellen stets die negativen Dinge voran“, beschrieb
Markus Proske. Zählt man hingegen bewusst die positiven Dinge des Tages erkennt
man, dass der Tag mehr positive Höhepunkte aufwies, als negative.

Pfarrvikar Rainer Herteis betrachtete zum Abschluss in seinem Grußwort Humor aus
christlichreligiöser Sicht und konnte hierbei auch die Gäste zum Lachen bringen. Die
Stimmung konnte am Ende des Vortrags kaum besser sein. Mit einem breiten Grinsen
verließen die Gäste die Wallfahrtsgaststätte. Rezeptfreie Lebensmedizin kann so einfach
sein…

(Text: Nicolas Bumba / Fotos: Monika Nawrath)


Kleine Auszeit vom Alltag nach Sebastian Kneipp – 02.09.2022
Am 02.09.2022 trafen sich die Teilnehmer der kleinen Auszeit auf der Wemdinger Platte. Beiherrlichen sommerlichen Temperaturen konntenalle den wunderschönen Ausblick über Wemdingund das Ries genießen. Durch die Kurseinheit führten Frau HandschiegelRau und Frau Doll. Nacheiner kurzen Erläuterung zur Zeitpyramide ging es mit einigen Gigongübungen los. Es folgten eineGeschichte über dieZeit, eine SteinMeditation, verschiedene Atemund Entspannungsübungenund eine Phantasiereise. Beim Blick in den Himmel konnte jeder seinen Gedanken nachhängen,abschalten oder träumen. Mit weiteren Gigongübungen endete die kleine Auszeit auf der Platteundalle waren sich einig, dass dies wohl einer der schönsten Plätze rund um Wemding sei.
(Text: Frau Handschiegel
Rau / Bilder:Monika Nawrath)

Wer hilft im Pflegefall? – 01.09.2022

Der Verein für ambulante Krankenpflege in Wemding veranstaltete einen Vortragsabend zum Thema Pflege. Mehrere Fachreferenten berichteten.

Im Rahmen seiner Vortragsreihe zu Themen aus dem Gesundheitsbereich widmete der Verein für ambulante Krankenpflege Wemding einen ganzen Abend dem Thema Pflege. Unter dem Motto „Wer hilft im Pflegefall?“ konnte Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel die Geschäftsführerin der „GesundheitsregionPlus Donau-Ries“, Frau Julia Lux, sowie Frau Bettina Böld vom Pflegestützpunkt Donau-Ries begrüßen.Aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik zufolge, wird in Bayern bis zum Jahr 2040 der Bevölkerungsanteil der Senioren über 65 Jahren gegenüber dem Jahr 2022 um 28 Prozent anwachsen. Die Senioren bilden im Jahr 2040 einen Bevölkerungsanteil von rund 3,5 Millionen Menschen ab. Für Gottfried Hänsel als Vorsitzender des Vereins für ambulante Krankenpflege in Wemding, bedeutet dies, dass in Zukunft einerseits neue altersgerechte Wohnmodelle, beispielsweise in Form von individuellen Seniorenwohngemeinschaften, benötigt werden. Das Hauptaugenmerk liegt für Hänsel jedoch in der künftigen Sicherstellung einer menschenwürdigen Pflege. Hänsel stellt fest, dass Senioren solange es möglich ist, die Selbstständigkeit der eigenen Wohnung erhalten wollen und auch primär dort gepflegt werden möchten. Für viele Menschen greife weiterhin die Losung „ambulante Pflege gehe vor stationäre Pflege“, fasste Hänsel zusammen. Hänsel freute sich, mit Frau Julia Lux die Geschäftsführerin der „GesundheitregionPlus Donau-Ries“ begrüßen zu dürfen. Bei der „GesundheitsregionPlus Donau-Ries“ handelt es sich um ein regionales Netzwerk des Landkreises Donau-Ries für die medizinische Versorgung und Prävention der Bürger im Landkreis Donau-Ries. Ziel der Geschäftsführerin ist es, sämtliche Akteure der Gesundheits- und Krankenversorgung wie zum Beispiel Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken oder ambulante Pflegedienste miteinander zu vernetzen und Kooperationen zu intensivieren. In gemeinsamen Arbeitsrunden sollen optimierte politikrelevante Lösungsansätze zum Nutzen der Allgemeinheit und somit für jeden einzelnen Patienten erzielt werden. Frau Lux beschrieb anhand von drei Säulen das Aufgabenspektrum der „GesundheitsregionPlus“. Neben den Säulen Versorgung und Prävention stellt der Bereich Information die dritte Säule dar. Mit gezielten Themenwochen werden besondere Gesundheitsthemen mit verschiedenen Veranstaltungsformaten über den gesamten Landkreis verteilt durchgeführt. So berichtete Frau Lux von der Aktionswoche Alkohol und der kürzlich stattgefundenen Aktionswoche Demenz. Neben der „GesundheitsregionPlus Donau-Ries“ stellte sich am Vortragsabend auch der Pflegestützpunkt Donau-Ries vor. Frau Bettina Böld vom Pflegestützpunkt erläuterte, dass der Landkreis Donau-Ries vor rund einem Jahr den ersten Pflegestützpunkt in Schwaben eröffnet habe. Der Pflegestützpunkt bildet eine Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger zum Thema Pflege. Oft sind es unvorhersehbare Ereignisse, die dazu führen, dass ein Familienangehöriger pflegebe-dürftig wird. Die Angehörigen der pflegebedürftigen Menschen stehen oft vor der Herausforderung, wie der Pflegegrad beantragt werden kann, aber auch wie die Pflege organisiert und finanziert werden kann. Anhand eines Interviewgesprächs zwischen Frau Lux und Frau Böld wurde den zahlreichen Zuhörern des Vortragsabends das genaue Aufgabenspektrum des Pflegestützpunktes verdeutlicht. Hierzu stellte auch Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel konkrete Fragen aus dem Alltagsgeschehen um die Beratungsvielfalt des Pflegestützpunktes aufzuzeigen. Im dritten Themenblock des Abends ging der Vereinsvorsitzende auf eine seniorengerechte Aktion ein, die direkt in Wemding umgesetzt wird. Im Rahmen des Digitalisierungskonzeptes des Landkreises Donau-Ries wurde das Handlungsfeld „Digitale Teilhabe im Alter“ benannt. Hierzu erläuterte Frau Leonie Sorg von der Verwaltungsgemeinschaft Wemding, dass die Stadt Wemding eine Pilotgemeinde im Landkreis bei der Ausbildung und dem Einsatz von Digitallotsen darstelle. Soziale und digitale Teilhabe sind zunehmend miteinander verbunden. Für ältere Menschen, die mit den digitalen Anwendungen nicht umgehen können, kann dies zu einer gesellschaftlichen Ausgrenzung führen. Frau Sorg ging auf das kostenlose Unterstützungsangebot ein, mit dem ältere Menschen im Umgang mit dem Smartphone oder dem Tablet geschult werden sollen. Hierzu berichtete auch der Wemdinger Digitallotse Erich Schubert von seiner Schulung zum Digitallotsen sowie seinen Aufgaben. Neben dem Umgang mit den mobilen Endgeräten sollen die Senioren vor allem auch über den sicheren Umgang im Internet sensibilisiert werden.

Vorstandschaft und Stadträte zusammen mit den Rednerinnen des Vortragsabends: Peter Blessin, Stadtrat Nicolas Bumba, Luise Brandl, Stadtrat Wolfgang Dittrich, Pfarrvikar Rainer Herteis, Leonie Sorg (VG Wemding), Julia Lux (GesundheitsregionPlus), Monika Nawrath, Bettina Böld (Pflegestützpunkt), Wilhelm Zech, Vereinsvorsitzender Gottfried Hänsel (v.l.n.r.) Bild: Gabriele Zecha